HochzeitsfeierWeiße Rosen und die Luft voller Romantik und Gefühle, die berühren: Hochzeiten sind umgeben von etwas Magischem und nicht umsonst gilt dieser Tag als der Schönste im Leben. Zumindest für das Brautpaar. Denn während die Braut und der Bräutigam sich auf die Trauung vorbereiten, plagen die Gäste meist ganz andere Sorgen: die Frage nach dem richtigen Outfit. Die Hochzeit der besten Freundin, der Schwester oder des Sohnes steht bevor und somit auch die Fragen: Was ist modetechnisch erlaubt auf Hochzeiten? Was sind die absoluten No-Gos? Nicht zu klassisch soll es sein, sondern etwas peppiger und auffälliger? Alles kein Problem! Egal, ob Standesamt, Kirche oder die anschließende Party – wir haben die besten Tipps für das Hochzeitsoutfit.

Das Motto der Hochzeit und die Wünsche des Paares: Einladungskarten genau lesen!

Die ersten und zugleich auch wichtigsten Hinweise für das Hochzeits-Outfit finden sich oftmals schon auf der Einladungskarte. Einige Paare entscheiden sich für ein ganz bestimmtes Motto. So können Hochzeiten nostalgisch, märchenhaft, im Stil der 60er Jahre oder im Rock ‘n’ Roll-Stil gestaltet sein. Das Gute hierbei ist, dass solche Mottos die Möglichkeiten an Outfits schon einschränken. Dadurch ist die Auswahl meist einfacher und die Gäste müssen zudem nicht immer auf klassische Looks zurückgreifen.

Soll die Hochzeit hingegen lässig und locker sein, das Catering von den Gästen hergerichtet und bloß nicht zu pompös werden, kann auch hier das Outfit gut angepasst werden. In diesem Fall darf es gerne casual sein und nicht zu chic. Die festliche Garderobe, wie beispielsweise High Heels kombiniert mit einem bodenlangen Paillettenkleid, kann dann getrost im Schrank verweilen, denn ein farbiges Cocktailkleid mit Ballerinas sind in diesem Fall die bessere Alternative.

Black Tie auf HochzeitenAber auch das Gegenteil kann der Fall sein: Steht auf der Einladung, dass der Dresscode festlich & chic sein soll, so wünscht sich das Brautpaar eine edle Abendgarderobe von den Gästen. Hier dürfen festliche Cocktailkleider und der schwarze Anzug nicht fehlen. Noch gehobener wird die Hochzeit, wenn Black Tie oder White Tie gewünscht sind. Ersteres meint edle Abendkleider für die Damen und Smoking mit schwarzer oder farbiger Fliege für den Herrn. Bei White Tie (ab ca. 18h getragen) dürfen Frack mit weißer Fliege und ein bodenlanges, pompöses Abendkleid, gespickt mit Stola und Abendhandschuhen, auf gar keinen Fall fehlen. Steht auf der Einladung Cutaway meint dies den Frack mit Weste und die Zweifarbigkeit des Outfits (zum Beispiel graue Hose und Weste, schwarzer Frack) bei den Herren und ein feminines Kostüm oder elegantes Kleid in frischen Farben für die Damen. Cutaway ist das Outfit für den Tag und wird am Abend meist durch Black Tie oder White Tie ersetzt.

Sollten trotzdem Unklarheiten bestehen, so kann das Brautpaar ruhig gefragt werden. Dadurch erspart Ihr Euch den Faux-Pas, am Ende als Paradiesvögel auf der Hochzeit aufzutauchen.

Standesamt, Kirche und Party: Hier ist Umziehen erlaubt!

Nicht jedes Outfit eignet sich gleichermaßen für Standesamt, Kirche und die anschließende Hochzeitsparty. Deswegen darf sich neben der Braut auch der Hochzeitsgast umziehen, um angemessen gekleidet zu sein.

Kleid für StandesamtIm Standesamt gilt für Frauen und Männer: Klassisch und elegant, aber nicht zu extravagant oder zu casual. Frauen machen im Hosenanzug oder Kostüm kombiniert mit Pumps eine gute Figur. Auch Etuikleider sind hier besonders beliebt bei den Damen. Blazer und hohe Schuhe runden den Look gekonnt ab. Kleine Accessoires wie Goldketten, Ringe, Schals oder Hüte sind erlaubt und peppen jedes Outfit auf. Hier ist weniger jedoch mehr, denn die festliche Garderobe hat ihren großen Auftritt erst später bei der Party. No-Gos sind sexy und zu auffällige Outfits wie beispielsweise Minikleider in leuchtendem rot und ein zu tiefer Ausschnitt.

Männer können mit einem Anzug nichts falsch machen. Ob beige, grau, braun, dunkelblau oder schwarz ist jedem Mann selbst überlassen. Die Krawatte darf gern zum Hingucker werden, sollte aber nicht zu übertrieben auffällig sein. Unifarben wie rot, blau oder grün sehen hervorragend aus, während Muster in leuchtenden Farben ein No-Go sind.

Geht es nun weiter zur kirchlichen Trauung, sollte darauf geachtet werden, dass der Look nicht zu freizügig ist. Dezent-klassisch, elegant und feminin darf es sein, aber auch hier wieder: nicht zu sexy. Ein weit ausgeschnittenes Dekolleté kann mit einem Seidenschal bedeckt werden. Auch freie Schultern sind in Kirchen eher nicht erwünscht. Hier schaffen ein Tuch, eine Stola oder ein Blazer Abhilfe. Auf Miniröcke sollte von vorneherein verzichtet werden. Hüte hingegen müssen in der Kirche nicht abgesetzt werden und wirken stets stilvoll, wenn sie nicht zu groß und pompös sind. Gerade bei der Farbwahl ist nun auch Vorsicht geboten, denn während der gesamten Hochzeit steht die Braut im Mittelpunkt und ihr sollte nicht die Show gestohlen werden. Zu vermeiden ist vor allem weiße bzw. helle (cremefarben, beige) und schwarze Kleidung. Auch beim Make-up sollte nicht zu dick aufgetragen werden. Farblich sollte es zur Kleidung passen, jedoch insgesamt lieber zurückhaltend als zu bunt sein. Bei der Schuhwahl machen sich vor allem Pumps, Ballerinas oder im Sommer auch dezente Sandalen gut zur kirchlichen Trauung.

Anzug für kirchliche TrauungMänner haben es etwas einfacher. Ein Hosenanzug ist hier ein echter Allrounder. Schwarz ist der Klassiker und gerne gesehen. Kombiniert mit einer farbigen Krawatte und eleganten Lederschuhen ist das Hochzeitsoutfit auch schon fertig. Bei den Anzügen darf je nach Geschmack natürlich auch zu anderen Farben gegriffen werden, so lange es nicht beige oder weiß ist. Vor allem dunkelblaue, braune oder graue Anzüge sind wahre Favoriten bei den männlichen Hochzeitsgästen. Trendsetter greifen auch gerne zu Anzügen in dunkelgrün oder bordeauxrot und kombinieren diese mit einem weißen Hemd.

Bevor die Party losgeht, dürfen sich auch die Hochzeitsgäste frisch machen und ordentlich in Schale werfen. Festliche Paillettenkleider, lange Abendroben und körperbetonte Cocktailkleider haben jetzt Hochkonjunktur. Auch hier gilt wieder: Farbenfroh und bitte kein weiß. Schulterfrei und sexy ist nun erlaubt, jedoch sollte die Kleidung stets stilvoll bleiben. Enge Mini-Stretchkleider mit tiefem Ausschnitt bleiben auch weiterhin tabu. High Heels machen sich besonders gut zu den eleganten Party- Outfits, jedoch sollte jede Frau in ihrer Handtasche Ballerinas für den Heimweg bereithalten, denn nach einer durchtanzten Nacht sind Fußschmerzen vorprogrammiert. Bei der Hochzeitsparty ist Beinfreiheit erlaubt, so dass Strumpfhosen nicht zwingend erforderlich sind. Ist auf der Karte nicht explizit erwähnt, dass Kleider erwünscht sind, so dürfen Frauen auch gerne zum Hosenanzug oder Overall greifen. Auch für Männer gilt: Nun darf ausgiebig gefeiert werden und so eine Party lädt natürlich zum Tanzen ein. Gemütlicher ist dies ohne Sakko, welches jeder Mann gerne irgendwann ablegt. Allerdings ist dies erst dann erlaubt, wenn auch der Bräutigam sein Jackett abgelegt hat. Auch die Krawatte kann nun leicht gelockert werden. Ist die Party sehr formell, darf gerne zum Smoking gegriffen werden, welcher unabdingbar mit einer Fliege gestyled wird. Generell sollten Männer auf bunte Farbkombis, wie beispielsweise grüne Hose und rotes Jackett, verzichten. Auch die Jeans ist Zuhause besser aufgehoben.

Das sind die Allrounder & die No-Gos für jede Hochzeit

Es gibt eine ganze Reihe von Looks, mit denen jeder Hochzeitsgast beim Standesamt sowie auch in der Kirche und auf der Party gut aussieht. Für Frauen ist dies ein klassischer Hosenanzug oder ein feminines Kostüm mit einem Rock in knieumspielender Länge. Eine helle Bluse und schicke, dezente Pumps runden das Outfit gekonnt ab. Für die Party ist es ratsam, die Bluse gegen ein Top zu tauschen. Eine kleine Clutch macht sich hervorragend zu jedem Outfit und lenkt nicht zu sehr von der Kleidung ab. Farbtechnisch passen zu jeder Jahreszeit die allseits geliebten Pastelltöne. Ob Apricot, ein heller Blauton oder Kleider in mädchenhaftem Rosa: Diese Farben wirken niemals zu aufdringlich, machen aber ordentlich was her und sorgen für Frische. In Sachen Schuhwahl ist (fast) alles erlaubt: Ob High Heels, Pumps, Ballerinas oder Sandalen – mit diesen Schuhen machen Frauen alles richtig. Klobige Boots und Stiefel hingegen sollten vermieden werden.

Outfit für Standesamt und HochzeitsfeierJe nach Haarfarbe sollten Damen auf einen passenden Farbton achten. So stehen brünetten Frauen zarte Gelbtöne, während Blondinen mit einem Outfit in Koralle oder angesagtem Violett zum Hingucker werden. In Sachen Hairstyling sollte an diesem besonderen Tag auf eine wilde Mähne verzichtet werden, denn Hochsteckfrisuren machen mehr her. Wer diese nicht selbst stylen kann, kann sich beim Friseur problemlos eine tolle Hochsteckfrisur zaubern lassen.

Frauen sollten generell auf Kleidung in hellen Tönen wie weiß, creme oder beige verzichten. Schwarz ist an diesem Tag auch nicht die richtige Wahl. Es sei denn, es handelt sich um ein Kleid mit schwarzer Musterung. Auch wenn sich viele gutaussehende Singles auf Hochzeiten tummeln, sollte dennoch nicht zu viel Haut gezeigt werden. Reizvolle Kleidung ist ein absolutes No-Go auf Hochzeiten. Dazu zählen vor allem ein zu tiefer Ausschnitt, Minis und schulterfreie und rückenfreie Kleider in der Kirche. Zudem ist darauf zu achten, dass die Braut an diesem besonderen Tag im Mittelpunkt steht. So sollte auch die Kleiderwahl einen Tick dezenter ausfallen, denn prunkvoller als die Braut auszusehen ist ein absoluter Fehltritt. Knallige Muster sind an diesem Tag auch fehl am Platz, genauso wie Neonfarben. Kleidung, die zu sehr ins Auge sticht, gehört in den Club, aber nicht auf eine Hochzeit. Wollt Ihr trotzdem auffallen, dann kombiniert ein dezentes Cocktailkleid mit knalligen Pumps und kleinen, trendy Accessoires wie beispielsweise einer langen Halskette, Seidenschals oder Boleros. Das wirkt ganz und gar nicht langweilig, sondern ist stylisch und angemessen zugleich.

Anzug für HochzeitsfeierFür Männer gelten in Sachen Farben die gleichen Regeln wie für die weiblichen Hochzeitsgäste: Weiß ist tabu! Ebenso sollten Töne wie beige, creme oder zu knallige Farben wie rot gemieden werden. Das Brautpaar sollte immer im Mittelpunkt stehen, deswegen sollten Männer darauf achten, modetechnisch nicht zu dick aufzutragen. Mit Krawatten oder farbigen Socken können Männer ganz einfach stylische Akzente setzen und stehlen dem Bräutigam trotzdem nicht die Show. Ein schwarzer Anzug kombiniert mit einer schwarzer Krawatte sorgt für einen zu dunklen Look und ist eher auf einer Beerdigung als auf einer Hochzeit zu finden. Blaue, Gelbe oder rote Krawatten sorgen für frischen Wind und wirken sehr stilvoll.

Sollte in der Einladung nicht explizit erwähnt sein, dass ein casual Dresscode gewünscht ist, haben Männer auf Jeans zu verzichten. In der Freizeit machen Jeanshosen zwar eine gute Figur, aber diese bitte nicht auf einer Hochzeit tragen. Bunt gemusterte Hemden, wie beispielsweise Hawaii-Hemden, oder alte T-Shirts haben auf einer Hochzeit auch nichts zu suchen. Es soll trotzdem etwas lässiger und nicht zu steif sein? Kein Problem, denn mit einem farbigen Hemd in frischen Pastelltönen wirkt der ganze Look direkt entspannter. Hierzu sind ein gepflegter Zwei- oder Dreireiher mit sauberen Lederschuhen zu kombinieren – die ideale Ergänzung für ein gelungenes Hochzeitsoutfit!

Stylingideen für Trauzeugen, Brautjungfern und die Brauteltern

Auch für die jeweilige Rolle der Gäste gelten einige ungeschriebene Regeln. So sollten sich Trauzeugen stets sehr dezent kleiden, da sie im Mittelpunkt des Geschehens stehen und nicht unnötig viele Blicke auf sich ziehen sollten. Frauen machen in einem schlichten Hosenanzug mit Bluse und Pumps oder einem einfarbigen Etuikleid mit blickdichten Tights, Ballerinas, Kaschmirschal und Blazer eine gute Figur. Wichtig ist auch, dass die gewählte Kleidung nicht zu freizügig ist und Schulter, Rücken und Dekolleté‚ verdeckt sind. Bei Kleidern und Röcken ist darauf zu achten, dass diese nicht zu kurz sind. Figurbetont darf es aber dennoch sein.

Männer sind in einem dunkelblauen Zweireiher und einem weißen Hemd perfekt gestyled für die Rolle als Trauzeuge. Sollte die Hochzeit im Sommer stattfinden so gilt: Das Jackett wird erst bei der Hochzeitsparty abgelegt bzw. darf dann beiseite gelegt werden, wenn der Bräutigam dies auch tut. Wenn der Dresscode Casual & Leger lautet, dürft Ihr den klassischen Anzug im Sommer gegen einen eleganten Leinenanzug tauschen. Das sieht chic aus und sorgt für ein angenehmes Körperklima auch an heißen Tagen.

BrautjungfernDie Rolle der Brautjungfern beruht auf einer alten Tradition. So sind diese dafür verantwortlich, die Braut bei der Hochzeit zu begleiten und vor bösen Geistern zu schützen. Es ist üblich, dass sich Brautjungfern ähnlich wie die Braut kleiden. Anstatt zu weiß sollte aber zu feinen, sehr hellen Pastelltönen gegriffen werden. Rosa oder mintfarbene Kleider, kombiniert mit feinem Haarschmuck, einem gleichfarbigen Bolero und Ballerinas machen das ideale Outfit für jede Brautjungfer her. Auch Kinder und Jugendliche dürfen ein schmückendes Beiwerk bei Hochzeiten sein und so nehmen sie oft die Position der Blumenkinder ein. Kleinkinder können gerne weiß tragen, während Jugendliche sich lieber an dem Dresscode der erwachsenen Brautjungfern orientieren sollten und somit besser auf weiß verzichten.

Die Brauteltern dürfen gerne auffälliger gekleidet sein, jedoch niemals weiß, creme oder andere helle Farben tragen. Dies wäre nicht nur der Braut gegenüber unhöflich, sondern sieht auf den gemeinsamen Hochzeitsfotos mit dem Brautpaar unvorteilhaft aus. Ältere Damen werden in einem festlichen, bordeauxroten Etuikleid mit Blazer und Ballerinas zum Hingucker, während die Väter in klassischen grauen oder dunkelblauen Hosenanzügen, kombiniert mit weißem Hemd und Krawatte, top gekleidet sind.

Mit diesen Tipps in Sachen Hochzeits-Outfit könnt Ihr sichergehen, dass Ihr einen modischen Fehltritt vermeidet und eine gute Figur auf der Hochzeit Eurer Freundin, Eures Bruders oder Eurer Tochter machen werdet. Jetzt heißt es nur noch: Pünktlich sein, ein schönes Geschenk und eine ordentliche Portion gute Laune mitbringen … und dann läuten auch schon die Hochzeitsglocken.


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