Gemeinsames Kochen ist für Kinder ein spannendes Erlebnis. Dabei entwickeln sie spielerisch ein Bewusstsein für eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Bei vielen Schritten kann – und will – Ihr Nachwuchs helfen. Wir geben Ihnen ein paar einfache Tipps, um das Kochen mit Kindern zu einem Erfolg zu bringen. Also: Schürze umbinden, Kochmütze aufsetzen und los geht’s!

 

Gemeinsames Kochen: Kinder helfen lassen

Beim familiären Kochen finden Sie sich ein paar Aufgaben, die auch Ihre Kinder übernehmen können. Dazu gehören beispielsweise das Formen von Hackfleischbällchen, das Aufschlagen der Eier oder das Anrühren des Kuchenteigs.

Das Alter der Kinder beachten

Jedes Kind entwickelt sich anders. So kann manchmal ein Dreijähriger hilfreicher sein als sein sechsjähriges Geschwisterchen. Sie kennen Ihr Kind am besten, können also gut einschätzen, welche Aufgaben Sie Ihrem Nachwuchs anvertrauen. Beim Kochen lernen sie nicht nur etwas über das Essen, sie verbessern auch ihre motorischen Fähigkeiten.

Ist ein Kind zwischen 1,5 und zwei Jahren alt kann es meistens Gemüse oder Salat waschen, Ihnen die Zutaten bringen und einen Teig kneten. Wenn es 2,5 bis drei Jahre alt ist rührt es gerne im Kochtopf und schneidet weiches Obst und Gemüse (zum Beispiel eine Banane) mit einem Buttermesser. Festeres können Vierjährige schneiden. Außerdem fügen Sie dem Essen Gewürze, Sahne, Kräuter und andere Zutaten hinzu. Die Fünf- bis Sechsjährigen sind häufig schon sicherer und unterstützen Sie beim Kartoffel schälen, Abwiegen und beim Mixen mit dem Handrührgerät.

Gute Vorbereitung ist beim Kochen mit Kindern wichtig!

Suchen Sie sich für die ersten Versuche ein einfaches Rezept mit einem geringen Zeitaufwand heraus. Dabei erklären Sie Arbeitsabläufe, Besonderheiten der Zutaten und auch die Küchenutensilien, mit denen Sie arbeiten. Außerdem kommen Sie schnell zu einem Ergebnis und kaum etwas kann schief gehen. Im Notfall haben Sie die Zeit, noch einmal neu zu kochen.

Bereiten Sie sich auf das Kochen mit Kindern gut vor. Dabei können Sie Ihre Beiköche ebenfalls einbeziehen. Sichten Sie die Vorräte und schauen Sie gemeinsam, welche Zutaten Sie gemeinsam einkaufen müssen. Besorgen Sie einen Hocker, damit der Arbeitsplatz in einer kindgerechten Höhe ist. Sie können die Kleinen auch auf der Arbeitsplatte platzieren. Achten Sie hier aber besonders darauf, dass es nicht runterfällt.

Kochen mit Kindern: richtig Motivieren

Besonders kleineren Kindern fällt es meist schwer, sich über einen längeren Zeitraum auf etwas zu konzentrieren. Spielen Sie deshalb zwischendurch etwas. Lassen Sie Ihr Kind das Gemüse, welches versteckt unter einem Geschirrtuch liegt, ertasten. Außerdem sollten Sie zwar Regeln aufstellen, Ihr Kind aber nicht bevormunden. Ein Kind merkt, ob Sie bei der Sache sind. Kochen Sie deshalb nur gemeinsam, wenn Sie auch wirklich Lust darauf haben.

Ein wichtiger Aspekt ist die Zeit. Kochen Sie nicht unter Zeitdruck und lassen Sie sich nicht stressen. In der Ruhe liegt die Kraft. Konzentrieren Sie sich auf das gemeinsame Kochen. Ganz wichtig ist es auch, dass Sie Ihr Kind von Zeit zu Zeit mal Loben. Anerkennung ist eine große Motivation, um weiterhin fleißig zu helfen.

Tipp: Lassen Sie das Kind in Ruhe alles probieren. Der Gaumen gewöhnt sich so an die verschiedenen Geschmackserlebnisse. Will ein Kind ein Lebensmittel aber partout nicht essen, sollten sie es nicht zwingen. Stellen Sie während des Kochens lieber ein paar Gemüse-Sticks parat. Vielleicht überwindet ein Karotten-Muffel dabei ja seine Abneigung…

Beziehen Sie das Kind mit ein!

Von der Wahl des Gerichts bis hin zur Zubereitung – Ihr Nachwuchs will ein Mitspracherecht! Das ewige „ich mag das nicht!“ kann bei einer Integration des Kindes in den Kochablauf vermieden werden, da es das Neue eher akzeptiert, wenn es dieses kennt.  Mit eigenen Aufgaben fühlt sich Ihr Beikoch als ein wichtiger Teil der Familie, was ihn ermutigt, auch in anderen Bereichen zu helfen.

Übrigens: Bringen Sie etwas Kreativität in die Küche. Servieren Sie das Essen mit einem Smiley aus Gemüse-Sticks. So wagen sich die Nachwuchs-Köche an Gesundes und Unbekanntes. Das Auge isst mit – besonders beim Kochen mit Kindern!

 

Kochen mit Kindern: Küchenregeln aufstellen

Beim Kochen trainieren Kinder ihre Geschicklichkeit im Umgang mit Küchengeräten. Außerdem lernen sie, dass sie mit Hitze und scharfen Gegenständen vorsichtig umgehen müssen. Stellen Sie deshalb goldene Regeln auf. Sie können ruhig klare Ansagen machen, doch übertreiben Sie es nicht zu sehr mit der Kritik. Die Karotten sind ebenfalls in Scheiben geschnitten, wenn diese etwas zu dick und ungleichmäßig sind…

Vorsicht bei scharfen Gegenständen

Klar, sind Sie erstmal verunsichert und beobachten es ganz genau, wenn Ihr Kind zum ersten Mal mit einem Messer hantiert. Trauen Sie Ihrem Nachwuchs etwas zu und lassen Sie ihn üben. So entwickelt er Geschick und Selbstsicherheit. Nehmen Sie sich Zeit und erklären und zeigen Sie den Kleinen, wie sie richtig schneiden. Weisen Sie sie darauf hin, vorsichtig zu sein, damit sie sich nicht verletzen. Besonders am Anfang können Sie dem Kind helfen, indem Sie Ihre Hand auf die des Kindes legen und mit ihm gemeinsam schneiden. Beginnen Sie mit weichen Lebensmitteln. Je nach Alter und Fähigkeit des Kindes steigern Sie auch die „Schwierigkeit“.

Kochen mit Kindern ist nicht ganz ungefährlich, dennoch sollte der Spaß im Mittelpunkt stehen. Für die Entwicklung ist es wichtig, Risiken kennen und einschätzen zu lernen. Wiesen Sie mehrmals auf die Gefahren hin, besonders in Bezug auf Hitze und scharfe Gegenstände, damit sie schon früh Respekt vor diesen Warnungen haben und vorsichtig arbeiten. Setzen Sie Ihre Regeln auch durch: wer zu sehr mit dem Messer fuchtelt, bekommt es erstmal weggenommen.

Sauer arbeiten: Hygiene beim Kochen mit Kindern

Nehmen Sie den Schmuck ab und binden Sie sich eine Schürze um. Vor dem Kochen müssen sich alle die Hände gründlich mit Seife waschen und danach gut abtrocknen. Dies wiederholen die Kinder, wenn Sie mit Fleisch hantieren. Benutzte Holzbrettchen und Messer tauschen Sie regelmäßig aus und waschen Sie direkt ab. Küchenabfall – und alles, was auf den Boden fällt – kommt sofort in den Müll. Und last, but not least: beim Abschmecken immer einen frischen Löffel benutzen und ihn danach wieder abwaschen. Andernfalls können Keime ins Essen kommen.

Nach dem Kochen ist vor dem Kochen

Nach dem Kochen verwandeln sich Küche und Esszimmer meist in das absolute Chaos. Besonders beim Kochen mit Kindern sieht es schnell wie nach einem Tornado aus. Die meisten schicken die Kinder nun zum Spielen und machen schnell selber sauber. Doch hier können Sie Ihrem Nachwuchs eine wichtige Lektion vermitteln: zum Kochen gehört das anschließende Aufräumen dazu! Alle Helfer packen mit an. Es geht aber auch so, dass alle, die nicht beim Kochen geholfen haben, fürs Aufräumen zuständig sind. Am besten ist es aber, wenn die gesamte Familie mit anpackt. So lernen die Kinder, Ordnung zu halten und Aufzuräumen – auch wenn das nicht so viel Spaß macht, wie das Chaos anzurichten…

 


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