Angst vor dem ersten Arbeitstag ist gar nicht so selten. Alles ist neu, die Kollegen könnten negativ reagieren und auch die Outfit-Frage sorgt für Unsicherheit. Dann ist da noch die kleine Flunkerei im Lebenslauf und die Panik, der Chef würde gleich am ersten Tag merken, dass Sie doch keine umfassenden Erfahrungen in Photoshop haben und kein verhandlungssicheres Französisch sprechen. Keine Sorge, die meisten Zweifel sind völlig unbegründet. Wir verraten Ihnen, worauf Sie achten sollten, um am ersten Arbeitstag im neuen Job einen guten Eindruck zu hinterlassen.

 

Erster Arbeitstag: Die richtige Vorbereitung

Das Vorstellungsgespräch haben Sie gemeistert, den Arbeitsvertrag in der Tasche. Doch damit ist es mit der Vorbereitung noch nicht getan. Besonders Berufseinsteiger können vor dem ersten Arbeitstag ein paar Punkte erfüllen, um am nächsten Morgen frisch und munter durchzustarten.

Vorbereitung für den neuen Job

Zuerst einmal sollten Sie sich einen Überblick über das Unternehmen, die eigene Tätigkeit und wichtige Brancheninformationen beschaffen. Schauen Sie auf der Homepage nach, welcher zukünftige Kollege für was zuständig ist. Außerdem ist es gut zu wissen, an welchen Projekten das Unternehmen gerade arbeitet und welche in der Vergangenheit besondere Highlights waren.

Die meisten Neulinge müssen sich am ersten Tag noch einmal kurz vorstellen. Da sollten Sie nicht nur „Hallo, ich bin´s, die Neue!“, sondern auch ein paar Worte zur vorherigen Tätigkeit sagen. Außerdem können Sie auch erzählen, worauf Sie sich im neuen Job freuen. Überlegen Sie sich vorher Ihren Text, damit Sie vor Ort und in all der Aufregung nicht anfangen, zu stottern.

Dresscode und Styling am ersten Arbeitstag

Sie fühlen sich am wohlsten in Jeans und T-Shirt? Lassen Sie es am ersten Arbeitstag aber doch besser im Schrank. Einblick in den Dresscode des Unternehmens erhalten Sie bereits beim Vorstellungsgespräch. Achten Sie auf Ihre Interviewpartner und die zukünftigen Kollegen auf den Gängen. Sie können bei der Zusage auch direkt nach dem Dresscode der Firma fragen. Die meisten wissen, dass Sie nicht unbedingt im Jogginganzug zum neuen Job antreten sollten. Doch viele machen sich Gedanken darüber, ob sie overdressed rüberkommen.

Wenn Sie dennoch unsicher sind kleiden Sie sich besser etwas zu schick als zu leger. Das Styling ist am besten zurückhaltend – Hochsteckfrisur, dezentes Make-up, keine auffälligen Schmetterlings-Ohrringe. Natürlich ist die Kleidung von Beruf und Unternehmen abhängig, so können Sie in kreativen Jobs auch gerne Ihre Tattoos zeigen, bei einer Versicherung kommt dies hingegen nicht so gut an. Tragen Sie keine ausgefallene Kleidung und achten Sie auf ein gepflegtes Äußeres. Das Outfit sollte angemessen sein, einen Blazer können Sie ja im Laufe des Tages immer noch ausziehen. Nach ein paar Tagen haben Sie den Blick für den Dresscode und können den Look dann auch anpassen.

 

Darauf kommt es am ersten Arbeitstag im neuen Job an

Manchmal geht es am ersten Arbeitstag immer ein bisschen drunter und drüber. Der E-Mail-Account muss noch eingerichtet werden und Büromaterialien wie Kugelschreiber, Notizblock und Mousepad liegen noch nicht bereit. Das ist nicht schlimm. Rechnen Sie schon mal mit Leerlauf und seien Sie nicht enttäuscht, wenn am ersten Tag noch keine großen Herausforderungen auf Sie warten.

Organisatorisches am ersten Tag

Es ist sehr wichtig, am ersten Tag pünktlich zu sein – besser 15 Minuten zu früh als zu spät. Rechnen Sie mit Berufsverkehr und fahren Sie deshalb die Straße an einem anderen morgen entlang. Auch mit der Verspätung der Straßenbahn müssen Sie rechnen, nehmen Sie also lieber eine Bahn früher.

Lernen Sie die PC-Programme kennen und notieren Sie sich auf einer Liste die dringend benötigten Büromaterialien. Sprechen Sie dies mit Ihrem Vorgesetzten oder Ansprechpartner ab. Vermutlich bekommen Sie zuerst Informationsmaterial über Projekte, die Unternehmensstruktur und die Tätigkeitsbereiche. Ein Ansprechpartner stellt Ihnen die wichtigsten Programme vor. Machen Sie sich am besten Notizen, um die Informationsflut im Kopf zu behalten. Schreiben Sie sich das Passwort, Login-Daten, Funktionsweisen eines Programms sowie den Speicherplatz der wichtigen Dokumente. Stellen Sie gerne Fragen, wenn Sie etwas nicht verstehen, das zeigt Interesse.

Natürlich möchte man auch gleich am Anfang wissen, wie Pausen bzw. Raucherpausen zu handhaben sind oder ob Rauchen während der Arbeitszeit gestattet ist. Versuchen Sie sich zurückzuhalten, Raucherpausen kommen bei Nichtrauchern oft nicht gut an. Auch beim Feierabend sollten Sie in Erfahrung bringen, wie das im Unternehmen abläuft. Es macht einen guten Eindruck, wenn Sie motiviert sind und anbieten, länger zu bleiben, um das Neue zu verarbeiten. Verabschieden Sie sich zum Schluss von Ihren neuen Kollegen und bedanken Sie sich für den gelungenen ersten Arbeitstag.

Neue Kollegen kennenlernen

Die meisten Vollzeit-Arbeitnehmer verbringen mehr Zeit mit ihren Kollegen als mit ihrer Familie. Natürlich will man sich da mit der neuen Arbeitsatmosphäre vertraut machen. Gehen Sie dabei aber nicht gleich zu stürmisch vor. Meist stellt Sie der Vorgesetzte vor, Sie können aber auch ruhig auf die neuen Kollegen zugehen, freundlich lächeln und etwas Smalltalk betreiben. Sprechen Sie die Mitarbeiter aber vorerst mit „Sie“ an. Stellen Sie sich mit vollem Namen vor. Erst, wenn man Ihnen das „Du“ anbietet, können Sie auch aufhören, die Kollegen zu Siezen. Führungspersonen sollten dennoch weiterhin mit „Sie“ angesprochen werden, bis diese ebenfalls das „Du“ anbieten.

In den ersten paar Tagen ist es teilweise Tabu, über das Privatleben zu sprechen, an Lästereien teilzunehmen, grenzwertige Sprüche rauszuhauen und ironisch zu antworten. Nach und nach können Sie den neutralen Smalltalk auch auf persönlichere Ebene bringen und über Beziehungsstatus und Ihre Migräne sprechen. Außerdem ist Ihnen sicher nicht jeder neue Kollege auch in nächster Zeit noch vertraut. Nach einer Weile merken Sie, mit wem Sie über welches Thema reden können und mit wem nicht. Es gibt immer mal wieder verdeckte Rivalitäten, kleine Intrigen und offene Sympathien. Geraten Sie nicht zu früh zwischen die Fronten. Lernen Sie alle erstmal kennen, bevor Sie urteilen.

Wichtige Hintergrundinformationen und einen schnellen Anschluss zu den neuen Kollegen bekommen Sie, wenn Sie gemeinsam Mittagessen gehen. Wenn Sie eingeladen werden, nehmen Sie gerne an. Die mitgebrachten Brote können Sie auch am Abend noch essen. Sie haben keine Einladung bekommen? Nehmen Sie es sich nicht zu Herzen. Auch sie müssen sich erst an die neue Situation im Büro gewöhnen und in Erfahrung bringen, wie Sie so ticken.

Einstand feiern oder lieber doch nicht?

Natürlich wollen Sie sich mit den Kollegen gut stellen. Da könnte es doch nicht schaden, wenn Sie ein paar leckere Schoko-Muffins mitbringen, oder? Fallen Sie lieber nicht mit der Tür ins Haus. In manchen Unternehmen ist es üblich, dass die Neuen einen Einstand feiern, doch vorher sollten Sie mit einem Kollegen über die Regeln und Gepflogenheiten sprechen. Auch die Essgewohnheiten der Abteilung sind zu beachten. Alkohol ist meist eh nicht gestattet, deshalb besser darauf verzichten. Klären Sie auch vorher ab, ob Sie den Einstand während der Arbeitszeit feiern dürfen.

Tipp: Holen Sie Ihren Einstand lieber zwei bis drei Wochen später nach. Dann kennen Sie die Kollegen und das Unternehmen und wissen, worauf Sie achten sollten.

Zuhören, Mitdenken und aktiv werden

Hören Sie aufmerksam zu, wenn Ihnen etwas erklärt wird und schreiben Sie sich dazu gerne ein paar Notizen auf. So kommt es nicht zu Peinlichkeiten, wenn Sie nach zwei Monaten immer noch nicht wissen, wie das E-Mail-Programm umfassend funktioniert.

Sie müssen am ersten Arbeitstag häufig auch noch nicht viel machen. Es ist die Einarbeitungsphase. Das heißt, Sie sollten hauptsächlich Beobachten und alles kennenlernen. Auch, wenn Sie voll motiviert in den neuen Job einsteigen, sollten Sie sich erstmal zurückhalten und sich in die neue Umgebung einfinden. Übermäßiger Tatendrang kann dazu führen, dass Sie von den neuen Kollegen gleich als übermotivierter und nerviger Streber abgestempelt werden. Wenn es keine Aufgaben für Sie gibt, fragen Sie Ihren Vorgesetzten. Es ist kein gutes Zeichen, wenn Sie die ganze Zeit Däumchen drehen und warten, bis dieser zu Ihnen kommt.

Bei Unklarheiten am besten sofort nachfragen! Doch manche dieser bekannten Fragen bezüglich Krankmeldung, Urlaubsantrag und HomeOffice sollten Sie – wenn der Vorgesetzte nicht von sich aus darüber spricht – auf eine Liste schreiben und erst nach und nach bei einer passenden Gelegenheit mit ihm sprechen. Viele Informationen können Ihnen Kollegen aber auch während der Mittagspause, beim Rauchen oder beim Warten vor der Kaffeemaschine liefern. So haben Sie gleich ein paar Ansprechpartner und müssen nicht wegen jeder Kleinigkeiten direkt zum Chef gehen.

Zusammenfassung: Checkliste erster Arbeitstag

Wir haben Ihnen die wichtigsten Punkte zum ersten Arbeitstag in einer Checkliste zusammengefasst. So kann doch gar nichts mehr schief gehen.

  • Informieren Sie sich im Vorfeld über das Unternehmen, wichtige Personen und Projekte.
  • Tragen Sie ein branchenübliches Outfit. Achten Sie auf ein gepflegtes Äußeres und dezentes Styling.
  • Seien Sie pünktlich. Kommen Sie am ersten Tag etwa 15 Minuten früher.
  • Stellen Sie sich mit Ihrem vollen Namen und Ihrer neuen Funktion vor.
  • Seien Sie zu jedem Mitarbeiter freundlich und behandeln Sie jeden mit Respekt.
  • Siezen Sie, bis Ihnen das „Du“ angeboten wird.
  • Privatleben und politische Ansichten sollten am Anfang nicht preisgegeben werden. Mischen Sie sich auch nicht in Lästereien oder eine Rivalität ein.
  • Nachfragen, wenn etwas unklar ist.
  • Hören Sie gut zu und machen Sie sich gegebenenfalls auch ein paar Notizen.
  • Verschieben Sie den Einstand auf ein paar Wochen später.

 


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