Jeder, der schon einmal Umzugskartons gepackt hat, weiß, dass Gläser verpacken dabei zu den schwierigeren Disziplinen gehört. Auch, wenn Scherben bekanntlich Glück bringen sollen, können die meisten Menschen beim Umzug gut und gerne darauf verzichten. Besonders kniffelig wird es bei langstieligen Weingläsern oder Sektgläsern. Wir zeigen Ihnen, wie die Profis Gläser verpacken und auch Teller, Schnapsgläser und Tassen bruchsicher durch den Umzug bringen. Mit diesen Tipps und Tricks gelingt der unbeschadete Transport garantiert!

 

Die richtige Umzugsvorbereitung

Damit Sie beim Umzug die Gläser sicher verpacken, benötigen Sie eine gewisse Vorbereitung. Dazu gehören die Wahl des richtigen Umzugskartons sowie das Bereitstellen von ausreichend Verpackungsmaterial. Spezielle Bücher-, Gläser- oder Geschirrboxen eignen sich zum Transport von Gläsern sehr gut, da die dicken Kartonwände Gläser und Geschirr sichern. Diese sind zwar etwas teurer, doch lohnt sich die Investition, um beim Auspacken nicht das zertrümmerte Sonntags-Geschirr oder die teuren Weingläser in Scherben zu entdecken.

Nehmen Sie sich zum Verpacken der Gläser Zeit. Sie brauchen einen geeigneten Packplatz, zum Beispiel einen großen Tisch. Zusätzlich sollten Sie ausreichend Umzugskartons und Packpapier bereitstellen sowie eventuell auch Decken. Wir empfehlen Ihnen, alles griffbereit zu haben und den Tisch mit Decken zu polstern. Wichtig ist außerdem, die Umzugskartons zu polstern. Knüllen Sie dafür Packpapier oder Zeitungspapier zusammen und decken Sie den Boden etwa fünf Zentimeter dick zu.

Die Wahl des richtigen Umzugskartons

Die Wahl der richtigen Umzugskiste ist vor allem beim Gläser verpacken sehr wichtig. Dieser sollte ein höheres Gewichtslevel haben. Das dient einem stabilen und schützenden Transport, da die Kartons nicht so leicht durchbiegen. Sie wählen am besten eine Kiste, die nicht zu groß ist. Alles sollte gerade so hineinpassen, aber nicht gestopft werden.

Für den Transport von Gläsern gibt es bei Speditionen spezielle Kartoneinsätze. Teure Umzugskartons müssen Sie heutzutage nicht extra kaufen – in vielen Städten gibt es diese auch zum Ausleihen. Außerdem stellen viele ihre genutzten Kartons ins Internet und bieten sie zu kleinen Preisen zum Verkauf an. In Deutschland erhalten Sie verschiedenste Kartonmaße. Sehr gebräuchlich sind:

  • ca. 40 x 33 x 33 cm (für Bücher, Gläser und schwere Sachen)
  • ca. 62 x 52 x 135 cm (für Kleidung)
  • ca. 61 x 30 x 32 cm (für leichtere Sachen)

Achten Sie bei der Beschaffung von Transportboxen auf Tragegriffe an den Seiten und gerne auch am Boden, damit die Kisten auf der Schulter getragen werden können. Schwere Sachen wir Bücher lassen sich gut in kleinen Kartons transportieren. Sie wiegen voll bis zu 25 Kilogramm, wodurch diese leichter zu tragen sind als große Boxen. Außerdem ist die Gefahr, dass eine Box unter dem Gewicht auseinanderreißt, nicht mehr so groß.

Wie viele Kartons Sie benötigen hängt von den eigenen Habseligkeiten ab. Viele sagen, dass ein Karton pro Quadratmeter ausreicht. Sie sollten aber lieber ein paar Reservekartons bereitstellen, damit auch wirklich alles sicher verpackt mitkommt.

Tipp: Sortieren Sie vor dem Umzug aus und verkaufen oder verschenken Sie Sachen, die Sie nicht mehr brauchen. So haben Sie weniger unnützes Gepäck und können ohne Ballast in der neuen Umgebung durchstarten.

Geeignetes Schutz- und Füllmaterial für Umzugskisten

Zum Gläser verpacken eignen sich Flaschenhüllen, Papier und Luftkissen sehr gut. Noch besser ist die schützende Luftpolsterfolie. Die kleinen, mehrschichtigen Luftbläschen betten empfindliche Gegenstände wie Geschirr und Gläser weich und sicher. Verwenden Sie keine Pappe, Tonpapier oder ähnliches, da dieses Material zu fest ist. Praktisch ist auch Zeitungspapier. Dieses zerknüllen Sie vorher grob. Auch saubere Socken oder Handtücher sind praktische und schützende Polsterungen für Trinkgläser und ähnliches. Dabei sollten Sie aber auf Sportsocken mit Gummizug verzichten.

Füllmaterial: Seidenpapier, Zeitungspapier

Kostenlos und effektiv ist Zeitungspapier. Zerknüllen Sie es sehr gut, aber dennoch nicht zu sauber. Das bietet beim Gläser verpacken einen guten Schutz. Den Boden der Kartons sollten Sie mit weichem und dickem Seidenpapier auslegen. Alternativ bieten sich hier auch einige Küchenrollen-Lagen an. Spezielles Seidenpapier ist zwar etwas teurer, doch zahlt es sich in den meisten Fällen bei dünnen Sekt- oder Weingläsern aus.

Füllmaterial: Luftpolsterfolie

Ideal um Gläser einzupacken ist Noppen- bzw. Luftpolsterfolie. Schlagen Sie es zweilagig um das Glas und sichern Sie es mit Klebeband. Diese Folie in größeren Mengen zu kaufen hat jedoch seinen Preis. Heben Sie diese also am besten immer auf, wenn sie mal in bestellten Paketen ist. Sie können diese in einer Plastikbox ewig im Keller aufbewahren.

Tipp: Manche Baumärkte oder Möbelhäuser verschenken die Folie, da sie als Abfall ausgelieferter Ware gilt.

Füllmaterial: Kartonzwischenwände

Ein praktisches Accessoire beim Einpacken von Gläsern sind zusätzliche Zwischenwände aus Pappe, die Sie zwischen die Gläser stellen. So werden Gläser auch über längere Strecken sicher transportiert.

 

Anleitung: Geschirr und Gläser verpacken einfach erklärt

Zuerst legen Sie alle Utensilien (Klebeband, Schere, Luftpolsterfolie, Zeitungspapier) bereit und verschaffen sich einen Überblick über die Dinge, die Sie verpacken möchten. So können Sie auch bereits abschätzen, wie viele Umzugskartons Sie benötigen. Schwere Sachen kommen im Karton immer nach unten. Wenn eine Kiste zwar erst halbvoll, aber trotzdem sehr schwer ist, nutzen Sie den überschüssigen Raum für Kissen, Decken, etc. Lassen Sie im Karton ausreichend Platz, damit die Finger durch den Tragegriff kommen.

Zuerst schaffen Sie eine Buffer-Zone am Boden des Umzugskartons mit Seidenpapier oder durch das Zusammenknüllen von Zeitungspapier. Auf diese Schicht kommt das schwere Geschirr wie zum Beispiel Teller oder Müslischalen. Gläser stapeln Sie oberhalb der Geschirr-Schichten. Nach jeder Packlage schaffen Sie ein weiteres Polster als Packpapier. Bei einer jeweiligen Höhe von drei bis fünf Zentimetern beschädigen sich die Teile nicht gegenseitig. Auch den Abschluss einer Kiste sollte eine Schutzlage aus Packpapier bilden.

Heben Sie den Karton von Zeit zu Zeit an. So können Sie das Gewicht kontrollieren und abschätzen, ob es transportabel ist. ein Karton sollte nicht mehr als 15 bis 20 Kilogramm wiegen. Achten Sie auch auf die gut lesbare Kennzeichnung auf mehreren Seiten. Besonders, wenn Glas oder Geschirr transportiert wird, darf der Hinweis „Vorsicht Glas“ oder „Vorsicht zerbrechlich“ nicht fehlen.

Geschirr bruchsicher verpacken

Verpacken Sie die Teile Stück für Stück in Luftpolsterfolie. Legen Sie nun Stück für Stück in den Karton und sichern sie alles ringsum mit Zeitungspapier. So schlagen die Gegenstände beim Transport nicht gegeneinander. Auch die Seiten der Kisten sollten mit Papier ausgepolstert werden. Nach jeder Lage schaffen Sie eine Schutzschicht aus zerknülltem Zeitungspapier, Geschirrtüchern oder Handtüchern. Gehen Sie auch bei den nächsten Schichten so vor. Ab etwa der Mitte der Kiste können Sie Gläser stapeln. Denken Sie immer daran, bis zum Kistendeckel Platz zu lassen, um diesen Raum mit zerknülltem Zeitungspapier auszupolstern.

Für Teller können Sie „Tellerpakete“ packen. Dafür legen Sie zwischen drei bis vier Teller jeweils einen Bogen Tellerpapier. Den Stapel mit Packpapier fest umwickeln. So verschieben sich diese nicht beim Transport. Kleine Teller können Sie in einem Paket mit fünf bis sechs Tellern verpacken.

Schüsseln hingegen sollten Sie besser einzeln einpacken. Legen Sie diese mit der Öffnung nach unten. Der Gewölbeeffekt sorgt für Stabilität und zusätzlichen Schutz. Auch Tassen müssen Sie einzeln verpacken, am besten mit Pack- oder Seidenpapier. Die Henkel und Ränder sollten Sie dabei besonders gut polstern.

Gläser sicher verpacken

Bei Gläsern gehen Sie ungefähr genauso vor wie beim Geschirr. Achten Sie hierbei aber darauf, auch die Hohlkörper der Trinkgefäße mit Luftpolsterfolie bruchsicher zu schützen. Sie können die Räume auch mit Zeitungspapier füllen, allerdings kann die Druckerschwärze Muster oder Verfärbungen hinterlassen, sodass die Gläser beim Auspacken erst gereinigt werden müssen.

Gläser verpacken Sie mit zwei bis drei Schichten Polsterung und befestigen diese mit Klebeband. Stapeln Sie Gläser hochkant, damit die strukturelle Stärke der Trinkgläser genutzt wird. Auch hier ist die Polster-Schicht zwischen den Lagen sehr wichtig, mit denen Sie alle Leerräume und Seiten füllen.

Schnapsgläser verpacken

Schnapsgläser wickeln Sie paarweise in einen Bogen Packpapier. Achten Sie auf eine Polsterung zwischen den Gläsern. Oft werden kleine Schnapsgläser ineinander gestapelt. Das gilt es jedoch zu vermeiden, da es durch den Keileffekt häufig zu Schäden kommt. Hier können Sie beim Einpacken in den Karton Platz sparen. Legen Sie die Gläser immer im Wechsel hin, so nutzen Sie den Stauraum.

Wein- und Sektgläser verpacken

Weingläser und Sektgläser stellen beim Umzug häufig eine besondere Herausforderung dar. Verpacken Sie jedes Glas einzeln. Besonders der Übergang zwischen Kelch und Stiel zerbricht schnell, weshalb Sie diesen stark polstern sollten. Formen Sie ein Blatt Verpackungspapier zu einer Art Schlange. Achten Sie auf ausreichend Luft dazwischen. Wicken Sie diese um den Stiel, um einen zusätzlichen Schutz um die Basis zu schaffen.

Nun rollen Sie das Stielglas mit zwei bis drei Schichten Verpackungsmaterial ein. Die Hohlräume sollten Sie hier nicht mit überschüssigem Papier vollstopfen, da es zu erhöhter Spannung und somit zu Scherben kommen kann. Stellen Sie die Gläser hochkant auf. So sind sie stabiler und belastbarer. Achten Sie darauf, dass der Schwerpunkt (entweder Kelch oder Fuß) nach unten zeigt. In horizontaler Position ist die Bruchgefahr höher.

 

Gläser verpacken und sicher verschicken

Manchmal sollen Gläser verschickt werden, zum Beispiel Glasflaschen, Omas Geschirr oder ein schickes Whiskyglas zum Geburtstag. Der Versand stellt hierbei immer ein Problem dar, da Pakete oft geschmissen und hoch gestapelt werden und somit auch schnell herunterfallen. Es kann natürlich trotzdem immer mal was zu Bruch gehen, doch mit der richtigen Verpackung ist die Wahrscheinlichkeit deutlich geringer. Sehr praktisch sind dabei Luftpolsterkissen und -matten sowie Warnklebeband (zum Beispiel „Vorsicht Glas“), mit dem Sie den Inhalt kennzeichnen. Neben der Füllung ist auch die optimale Kartongröße wichtig, damit keine Hohlräume entstehen.

Luftpolstermatten

Flaschen und andere zerbrechliche zylinderförmige Gegenstände wickeln Sie am besten in Luftpolstermatten. Die vielen kleinen Luftkammern sorgen für Elastizität der Folie. Polstern Sie dabei nicht nur die Kanten sondern die komplette Ware. Wenn die Flasche in einer Umverpackung ist (wie häufig bei Whiskyflaschen) reicht es aber, wenn Sie Luftpolsterkissen nutzen. Auch die kleineren Hohlräume zwischen hoher Ware oder zwischen Ware und Kartondeckel sollten Sie mit einer Mattenfolie polstern, um Bruchschäden zu verhindern.

Luftpolsterkissen

Eckige Waren und Umverpackungen schützen Sie am besten mit Luftpolsterkissen. Sie sind robuster und voluminöser, wodurch Hohlräume gut ausgefüllt werden und Gegenstände nicht verrutschen. Auch größere Hohlräume schützen Sie mit Luftpolsterkissen effektiv.

Transport von dünnwandigem Glas

Weingläser sind deutlich schwieriger zu verpacken als Flaschen. Nutzen Sie hier stabile Kartons und Trenner zwischen den Gläsern. Am besten eignen sich Kartonagen mit Wellschichten, da sie Fall und Druck abfedern. Auch Füllmaterial ist zwingend notwendig. Für massive Glasprodukte bietet sich eine Kombination aus Packpapier und Luftpolsterfolie an. Für Sektgläser und andere dünnwandige Gläser sollten Sie jedoch lieber zu Verpackungschips greifen. Sie können die Gläser auch mit Papier umwickeln, sie dürfen nur nicht aneinander schlagen. Besonders ein solches Paket sollte mit einem Warnklebeband versehen werden.

 

 


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