Mann mit Anzug und Uhr im SesselUhren sind ein beliebtes Accessoire. Männer wie Frauen tragen die Zeitmesser nicht nur als nützliches Utensil, sondern als Schmuck. Allerdings tappen einige schneller in ein Fettnäpfchen, als ihnen lieb ist. Denn die Etikette und der gute Geschmack geben Regeln vor, wie eine Uhr zu tragen ist. Nicht jeder hält sich daran und erntet je nach Anlass abfällige Blicke. Dabei sind die zehn wichtigsten Uhrenregeln gar nicht schwer, wie die Antworten auf häufige Fragen zeigen

1. Wie wird eine Uhr getragen?

Die erste Regel ist eine der wichtigsten: Die Uhr sitzt etwa eine Daumenbreite über der Handwurzel in Höhe des Handgelenks. Männer tragen ihr Accessoire eng anliegend, aber nicht zu eng. Es sollte mit etwas Mühe der kleine Finger hinter die Uhr passen. Damen dürfen eine Uhr als Schmuck etwas lockerer tragen, aber nicht zu tief sitzend. Je mehr die Armbanduhr nach einer Unisex- oder Männeruhr aussieht, desto eher gelten die gleichen Regeln wie für Herren. Locker hängende Uhren, die immer wieder unter dem Ärmel hervorrutschen, sind bei beiden Geschlechtern dagegen nicht gern gesehen.

2. Wie groß darf eine Armbanduhr sein?

Ebenfalls wichtig ist die Frage, wie groß die Uhr sein darf. Bei Männern wie Damen gilt: Zu groß wirkt protzig. Das Accessoire sollte nicht zu auffällig sein. Speziell Damen sowie Männer mit einem schmalen Handgelenk sollten daher auf die Größe der Uhr achten. Als Richtlinie gilt die 18-40-Regel: Bei maximal 18 cm Umfang des Handgelenks sollte die Uhr nicht größer als 40 mm im Durchmesser sein.

3. Welche Farbe darf die Uhr haben?

Die meisten Uhren sind silberfarben oder goldfarben. Beide Töne sind in Ordnung, wenn die Uhr zum Rest des Schmucks passt. Tabu sind zum Beispiel Golduhren in Kombination mit Silberringen oder Silberuhren mit einer Goldkette. Die Damen und der Herr von Welt trägt eine einheitliche Schmuckfarbe, die nur durch Akzente durchbrochen wird. Besonders stilsicher sind daher Lederarmbänder und Zifferblätter sowie Zeiger in unauffälligen hellen oder dunklen Tönen. Ganz wichtig: Je bunter die Uhr, desto eher gehört sie in den Freizeitbereich!

4. Lederarmband oder Metallarmband?

Junge Frau mit stilvoller Uhr

Das Armband sollte harmonisch zum Rest des Outfits passen. Metallarmbänder sind mit Schmuck und Kleidung leichter kombinierbar, fallen aber stärker auf. Lederarmbänder sind zurückhaltender und passen daher ideal zum Auftreten bei formellen Anlässen. Beide Armbandarten sind jedoch erlaubt.

5. Welche Uhr passt zu welchen Anlässen?

Es gibt eine klare Regel für offizielle Anlässe: Je formeller oder geschäftsmäßiger ein Termin ist, desto eher sollte die Uhr zurückhaltend wirken. Eine schlichte Armbanduhr mit wenig erkennbaren Funktionen und einem dezenten Armband sind angemessen. Im Geschäftsbereich sind sogenannte “Dresser” oder “Dresswatches” die richtige Wahl. Je sportlicher die Uhr ist und je mehr Funktionen sie hat, desto eher gehört sie in die Freizeit. Fliegeruhren und Sportuhren sind zum Beispiel ideal in Kombination mit legerer Kleidung.

6. Müssen Uhren rund sein oder dürfen sie eckig sein?

Klare Antwort: Beides ist erlaubt. Eckige Uhren wirken bei Männern jedoch manchmal etwas untypisch, speziell wenn das Accessoire schmal ist. Das kann beim Gegenüber zu Irritationen führen. Ein Verstoß gegen die “Uhren-Etikette” ist es jedoch nicht.

7. Gehört die Uhr an den linken oder rechten Arm?

Auf die Frage, an welchem Arm die Uhr zu tragen ist, gibt es ebenfalls eine klare Antwort: auf der schwächeren Seite. In der Regel ist dies der linke Arm. Grund: Dieser ist weniger in Aktion und die Uhr damit nicht so präsent im Blickfeld der anderen Personen. Rechtshänder mit einer Uhr am rechten Handgelenk führen diese zwangsläufig häufiger unter die Augen der Anwesenden. Linkshänder sollten dennoch ebenfalls die linke Seite wählen, da die Mehrzahl der Personen diese Seite als Uhrenseite erwartet.

8. Darf man eine Luxusuhr offen tragen?

Eine Uhr ist ein wichtiges Accessoire und ein wertvoller Gegenstand. Viele Menschen verwechseln das stilvolle Tragen einer teuren Uhr aber mit Protzen. Damen und Herren mit Niveau üben sich daher im Understatement. Sie tragen ihre teure Markenuhr, zeigen diese aber nicht herum und halten die Regel zum korrekten Sitz der Uhr und der Kombination mit anderen Accessoires ein. Keine Angst: Menschen mit Stil wissen, eine teure Uhr zu erkennen und zu würdigen. Ein expliziter Hinweis ist nicht erforderlich und wirkt aufdringlich.

Smart watch9. Ist eine Smartwatch als Armbanduhr erlaubt?

Smartwatches sind eine neue Erscheinung, daher gibt es keine feste Etikette dazu. Ein solches Accessoire ist nicht verboten. Allerdings sollte die Uhr zum Anlass und zum Outfit des Trägers passen. Billig wirkende Kunststoffarmbänder oder farbige Uhren sind aber abseits des Freizeitbereichs ebenso unpassend wie das ständige “Herumspielen” mit den Funktionen der Smartwatch.

10. Darf eine Uhr zum Statement werden?

Ganz klar: Ja! Eine Uhr ist ein Accessoire und soll die Persönlichkeit des Trägers unterstreichen. Gerade eine Uhr kann daher ein Mittel sein, ein erwartetes allzu konservatives Outfit zu durchbrechen und eine persönliche Note zu zeigen. Allerdings kann es zu entsprechend abfälligen Reaktionen kommen. Je weniger formell der Anlass ist, desto eher dürfen Uhren aber sämtliche Etikette-Regeln durchbrechen. Denn eine Uhr ist in erster Linie ein Accessoire und dieses soll Akzente setzen und den persönlichen Stil unterstreichen.


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