Grill-Partys gehören zum Sommer wie Sonnenschein und Ausflüge ins kühle Nass. Freunde oder Verwandte treffen sich zum Grillen im Park oder im Garten, jeder bringt einen Salat, Bier oder Snacks mit und die Kinder spielen miteinander. Wir verraten Ihnen, wie Sie richtig Grillen und so zum Grill-Profi werden.

 

Tipps rund ums Barbecue

Natürlich können Sie Steaks einfach auf einen Einweggrill aus dem Supermarkt legen. Doch gerade, wenn Sie im Kreis Ihrer Liebsten häufiger den Grill anschmeißen, empfehlen sich ein paar Utensilien. Auch die Wahl des richtigen Grills ist dann von Vorteil.

Der Grillrost

Schmieren Sie den Grillrost vor dem Grillen mit etwas Salatöl ein. So bleibt nicht so viel am Rost kleben und die anschließende Reinigung ist leichter. Dies geschieht übrigens am besten mit einer Drahtbürste. Wahre Grill-Profis wickeln den heißen Rost nach dem Grillen mit nassem Zeitungspapier ein. Durch den entstehenden Dampf reinigt sich der Grillrost fast wie von selbst.

Die Grillglut

Grillen Sie kurzgebratenes wie Hamburger, Koteletts, Fischfilet, Hähnchenbrust oder Hamburger bei direkter Hitze. Größere Stücke wie Braten oder ein ganzes Hähnchen sind mit indirekter Hitze gut bedient, da das Fleisch somit innen gar wird ohne außen zu verbrennen. Für zwei Hitzezonen verteilen Sie die Glut am besten nur unter einer Seite des Grillrosts. So entsteht auf dieser Seite die direkte, auf der anderen die indirekte Hitze.

Tipp: Für einen würzigen Geschmack können Sie Kräuter (zum Beispiel Thymian oder Rosmarin) mit in die Glut legen. Weichen Sie diese vorher in Wasser ein, damit sie nicht so schnell verbrennen.

Übrigens ist ein kräftiger Schuss Bier auf das Grillrost nicht zu empfehlen. Das Bier wirbelt die Asche auf, die sich auf den gegrillten Speisen festsetzt. Marinaden werden so teilweise sogar abgespült. Es sieht zwar nicht ganz so cool aus, aber besser ist es, das Fleisch einfach aus der Flamme herauszuziehen. Sie können auch eine Sprühflasche mit Wasser füllen und vorsichtig etwas Wasser auf die Flammen sprühen.

Nützliche Helfer für Grill-Profis

Die Klassiker unter den Helferlein beim Grillen sind die Grillzange oder der Grillwender mit langem Griff. Auch isolierte Grillhandschuhe können helfen, genauso wie eine Grillschürze. Stellen Sie vor dem Grillen ein paar Schalen bereit, in die Sie das fertig Gegrillte warm halten und den Gästen geben können. Manche nutzen außerdem einen Föhn, um die Glut anzufachen.

Eine Uhr ist praktisch, um den Zeitpunkt zu ermitteln, wann Fleisch, Gemüse & Co. den Grill verlassen können. Bei Grill-Experten darf außerdem ein Fleischthermometer nicht fehlen, um den gewünschten Garpunkt zu ermitteln.

Den richtigen Grill wählen

Der Klassiker ist der Holzkohlegrill, den es in den unterschiedlichsten Ausführungen gibt. Er ist ideal, um unterwegs oder auch im heimischen Garten zu Grillen und besonders kleine Grills sind leicht zu transportieren. Für eine größere Gruppe sollte er allerdings schon einen Durchmesser von über 65 cm haben. Die Holzkohle sorgt für das typische Grillaroma. Da der Rost direkt über dem Feuer ist bekommt das Grillgut hier außerdem die klassische Grill-Optik und die Kruste wird schön knusprig.

Bei Elektro- und Gasgrills können Sie die Temperatur exakt einstellen, wodurch Sie nicht so lange auf Ihr Steak warten müssen. Der Gasgrill ist eine gute Alternative zum Holzkohlegrill, da hier ebenfalls das rauchige Grillaroma entsteht, der Qualm aber nicht so stark ist. Für die kleine Runde auf dem Balkon ist der Elektrogrill sehr gut geeignet. Er lässt sich leicht reinigen und ist schnell fertig. Es entsteht zwar nicht das Raucharoma, aber genau dadurch, dass es nicht zur Rauchbildung kommt, ist diese Variante am gesündesten.

Beim Grillen ist es wichtig, dass Sie den Grill vorheizen, bis er seine „Betriebstemperatur“ erreicht hat. Ein Gasgrill benötigt dafür meist um die zehn Minuten, bei einem Holzkohlegrill dauert es schon mal 30 bis 40 Minuten. Die Kohlen sollten vollständig mit einer grauen Schicht überzogen sein.

Anzündhilfen und das optimale Brennmaterial

Zuerst einmal: verwenden Sie nur DIN-geprüfte Anzündhilfen, da sie nicht verpuffen und explodieren. Außerdem sind sie geschmacksneutral. Feste Grillanzünder legen Sie unter Briketts oder die Kohle. Flüssige Grillanzünder und auch Brennpasten wenden Sie nur auf noch kalter Kohle an. Da sich Holzkohle in der Sonne auf bis zu 80°C erhitzen kann, sollten Sie dabei auf Brennpaste verzichten. Sie kann sich verflüssigen und eine explosive Mischung entstehen lassen.

Verzichten Sie auf brennbare Flüssigkeiten wie beispielsweise Benzin oder Brennspiritus. Sie können zu starken Verbrennungen führen. Auf kalter Kohl kann es zur Verpuffung kommen, bei einem heißen Grill zu einer großen Stichflamme. Außerdem bildet sich beim Spiritus ein unsichtbares, brennbares Gas, welches sich schleichend ausbreitet.

Tipp: In einem Anzündkamin glüht die Kohle innerhalb von etwa 15 bis 20 Minuten durch und wird dann auf dem Grill verteilt.

Für lange Grillabende eignen sich Briketts besser als Brennmaterial. Sie sind ausdauernder und glühen gleichmäßig. Bei einem kurzen Grill-Vergnügen ist Holzkohle geeignet, da sie schneller glüht und auch rasch verbraucht ist.

 

Richtig Grillen – Tipps rund ums Essen

Sie sind startklar? Super! Klassiker auf dem Grill sind natürlich Steaks, Grillkäse, Bratwürste und Gemüse. Doch auch hier gibt es einiges, worauf Sie achten sollten.

Übrigens ist es für ein gesundes und umweltfreundlicheres Grillen besser, auf Alufolie zu verzichten. Die starke Hitze sorgt dafür, dass sich das Aluminium aus der Folie löst und sich auf den Speisen festsetzt. Das kann für den Körper schädlich sein. Das Bundesministerium für Risikobewertung rät deshalb auch davon ab. Gemüse grillen Sie am besten auf Spießen oder speziellen Grillplatten aus Gusseisen oder Keramik. Für Fisch gibt es Fischgitter.

Das richtige Grill-Fleisch kaufen

Kaufen Sie am besten hochwertiges Fleisch und verzichten Sie auf fertig mariniertes Fleisch aus dem Kühlregal. Hier kann man oft nicht gut erkennen, ob es wirklich frisch ist. Nutzen Sie Fleisch aus artgerechter Haltung, welches etwa zwei bis drei Zentimeter dick ist und kombinieren Sie es mit frischen Produkten aus der Region zum Beispiel in Form von leckeren Gemüse-Spießen.

Wiener Würstchen, Kassler und Leberkäse haben auf dem Grill nichts verloren! Gepökeltes oder geräuchertes Fleisch enthält Nitritpökelsalz. Nitrit reagiert bei der starken Hitze mit den Eisweißen im Fleisch, wodurch krebserregende Nitrosamine entstehen.

Fleisch richtig grillen

Besonders rohes Geflügelfleisch ist anfällig für Erreger, weshalb es bis kurz vor dem Grillen gekühlt bleiben sollte. Garen Sie es außerdem immer ganz durch. Anderes Fleisch kann ruhig schon etwas vorher aus dem Kühlschrank geholt werden, damit es Zimmertemperatur annimmt und schneller und gleichmäßiger gar ist. Säubern Sie das Fleisch vor dem Grillen und tupfen Sie es trocken. So kann die Wärme direkt einziehen, ohne dass die Feuchtigkeit an der Oberfläche verdampft. Pinseln Sie außerdem vorm Grillen das Steak etwas mit Öl ein, da der dünne Fettfilm die Entstehung der typischen Grillstreifen begünstigt.

Arbeiten Sie bei der Zubereitung von Steaks mit zwei Temperaturzonen. Eine Zone mit starker Hotze entwickelt eine braune Kruste, die Zone mit geringer Hitze gart das Grillgut. Burger-Patties sollten Sie nur einmal wenden. Dabei die Oberfläche nicht plattdrücken, da das Fleisch so zusammengepresst und leicht zäh und trocken wird. Fleisch sollte nicht zu früh gewendet werden. Sie merken den Zeitpunkt daran, dass es sich problemlos vom Rost löst.

Tipp: Halten Sie fertige Steaks nicht auf dem Grill warm, da sie so austrocknen.

Die Marinade

Nutzen Sie zum Marinieren des Fleisches hitzestabiles Pflanzenöl. So behält es seinen Geschmack und die Zusammensetzung. Fett, Fleischsaft und Marinade sollten nicht auf die Glut kommen, da sich so gesundheitsschädlicher Rauch bildet. Einige Grills haben deshalb Auffangschalen unter dem Rost.

Zartes Fleisch und ein würziges Aroma bekommen Sie mit einer Marinade aus Olivenöl, Essig, Kräutern und Gewürzen. Experimentieren Sie nach Ihren Vorlieben und schmecken Sie immer wieder ab. Legen Sie das Fleisch vor dem Grillen für mehrere Stunden in die Marinade und lagern Sie es in einem verschlossenen Behälter im Kühlschrank.

Fisch und Gemüse grillen

Fisch wird schnell trocken, weshalb Anfänger erstmal lieber mit fettreichen Fischsorten wie Lachs oder Forelle experimentieren sollten. Diese sind auch leichter in der Zubereitung. Am einfachsten ist es, einen Fischbräter zu nutzen. So bleibt das Aroma des Fischs erhalten und bekommt außerdem das volle Grillaroma.

Ideales Grillgemüse sind Sorten, die nicht zu viel Wasser enthalten, also beispielsweise Pilze, Paprika, Aubergine und Mais. Je nach Geschmack können Sie mit Butter, Salz, Kräutern, Zitrone oder auch Zucker kleine Päckchen auf den Grill legen. Auch Gemüse-Spieße sind beliebte und einfache Grill-Snacks. Aufgespießt ist Gemüse auch leichter zu wenden und garen gleichmäßig.

 


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