Beim Urlaub mit Kindern können die meisten Familien nicht mehr ganz so flexibel planen wie zuvor. Besonders beim Reisen mit Babys oder mit Kindern unterschiedlichen Alters ist es schwierig, gemeinsame Interessen zu finden und den Urlaub zur Entspannung zu nutzen. Wir verraten Ihnen, worauf Sie beim Urlaub mit Kindern achten sollten, um im Familienurlaub abschalten zu können.

 

Urlaub mit Kindern planen

Bei der Urlaubsplanung werden Sie schnell einige Rabatte für Kinder finden. Bis zur Vollendung des zweiten Lebensjahres reisen Kleinkinder kostenlos bei einer Pauschalreise. Auch im steigenden Alter lohnen sich Angebote von Hotels, bei denen Ihr bis zu 12-jähriger Nachwuchs kostenlos mitkommen kann. Allerdings gibt es für die meisten dabei kein separates Zimmer, weshalb Sie vorher recherchieren sollten, wie das Zimmer aufgeteilt ist. Manchmal gibt es bei Familienzimmern Trennwände, um wenigstens ein bisschen Privatsphäre zu sichern.

Achten Sie außerdem darauf, bei Flügen nicht über der Freigepäckgrenze zu liegen. Heutzutage gilt es nicht mehr, dass die Airlines berechnen, was das Gesamtgepäck ist. Jeder darf ein Gepäckstück mit einem Höchstgewicht mitnehmen (meist um die 20 Kilogramm). Halten Sie deshalb die Koffer gleichmäßig schwer – am Flughafen gibt es Gepäckwagen, die Ihnen das Tragen abnehmen.

Das passende Reiseziel finden

Vor allem mit dem zunehmenden Alter und der Anzahl der Kinder ist es schwierig, alle Wünsche unter einen Hut zu bekommen. Setzen Sie sich deshalb als Familie zusammen und beantworten Sie alle ein paar Fragen:

  • Wollen wir ans Meer, in die Natur oder in die Berge?
  • Was wollen wir erleben? Teenie—Disco, Wanderungen, Museen, Badeurlaub?
  • In welcher Art von Unterkunft wollen wir übernachten?
  • Worauf haben wir überhaupt keine Lust?

Ein entspannter Urlaub mit Kindern macht Spaß, wenn sich alle an der Planung beteiligen und gemeinsam über Wünsche und Vorstellungen sprechen. Klar, es muss nicht alles perfekt sein. Aber wenn jeder etwas zur Reiseplanung oder der Überlegung zum Zielort beitragen kann, sparen Sie sich nervige Diskussionen, wenn Sie sich eigentlich ausruhen möchten. Lassen Sie sich Zeit bei den Überlegungen, damit es jedem Familienmitglied gleichermaßen gefällt.

Achten Sie außerdem auf die Finanzen. Während der Ferien sind die Preise vieler Reiseveranstalter höher, doch besonders mit Schulkindern sind Sie darauf angewiesen. Buchen Sie deshalb früh und schauen Sie nach Schnäppchen. Planen Sie mit einem festen Budget und achten Sie darauf, dass nicht alles schon für Flug und Hotel drauf geht – immerhin wollen Sie sicher auch etwas vor Ort unternehmen oder wenigstens einmal Essen gehen…

Reiseziele für den Urlaub mit Kindern

In den letzten Jahren ist Deutschland als Reiseziel immer beliebter geworden. Die vergleichsweise kurze Anreise bietet die Möglichkeit, den Aufenthalt intensiv zu nutzen – ohne Verspätungen, langer Aufenthalte beim Check-in oder Jetlag. Außerdem gibt es verschiedene Möglichkeiten für einen Urlaub. Ob Berge, Strand, Bauernhof und Seen – Deutschland ist vor allem aufgrund der Vielfalt ein beliebtes Reiseziel beim Urlaub mit Kindern.

Aber auch andere Länder und andere Kulturen sind gut für einen Familienurlaub geeignet. Besonders ein Strandurlaub in Italien, auf den Kanaren, Griechenland, Ägypten, Marokko, Tunesien oder Spanien sind gern gewählte Reiseziele rund ums Mittelmeer. Die nordspanische Costa Brava sowie das italienische Venetien sind schöne Destinationen für Familien, die mit dem Auto anreisen und etwas Abwechslung erleben möchten.

Unterkunft für die ganze Familie

Nach wie vor ist eine der beliebtesten Unterkunftsarten beim Familienurlaub eine Ferienwohnung oder ein Campingplatz. Besonders bei einer Anreise mit dem Auto sind diese Orte gut geeignet, um einen flexiblen Urlaub zu haben. Sie können Ihren Tag nach Ihren Vorstellungen gestalten (besonders bei den Essenszeiten) und nahegelegene Attraktionen für Touristen nutzen. Außerdem ist es meist günstiger als Hotelurlaub. Günstiger sind wahrscheinlich nur Jugendherbergen, deren Service und Komfort in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist.

Entspannter sind natürlich Hotelurlaube. Sie müssen sich um nichts kümmern, weshalb Sie sehr viel Freizeit haben, die Sie für Familienausflüge oder ausgedehntes (Sonnen-)Baden haben. Dabei kann natürlich jede Familie individuell entscheiden – genauso wie bei der Unterkunftsart – welche Verpflegungsart sie haben möchte. All inclusive ist besonders im Hochsommer praktisch, wenn Sie mit einem Cocktail oder unbegrenzt viel Wasser in der Poolbar sitzen möchten. Wer häufig Tagesausflüge erlebt, will aber sicher auch nicht mehr bezahlen, wenn er die meisten dieser Vorzüge gar nicht benötigt.

 

Urlaub mit Baby

Ein Urlaub mit einem Kleinkind erfordert viele Vorbereitungen und Überlegungen. Angefangen vom geeigneten Reiseziel über die medizinische Vorsorge vor Ort bis hin zur Ausstattung des Gepäcks warten zahlreiche Fragen auf Sie. Nehmen Sie immer einen kleinen Vorrat von dem mit, was Ihr Kind benötigt, beispielsweise eine spezielle Nahrung oder eine gut bestückte Reiseapotheke. Auch beim Transport und bei der Art der Unterkunft müssen Sie sich überlegen, was für Sie, das Baby und den Rest der Familie am besten geeignet ist. Am besten reisen Sie im Frühling oder Herbst, um den Kreislauf des Babys in den Sommermonaten nicht zusätzlich zu belasten.

Eine Reise mit Baby ist etwa nach dem dritten Monat gut möglich. Nach anfänglichen Anstrengungen ist dann Routine eingekehrt, das Baby schreit nicht mehr so viel und die meisten schlafen dann schon hauptsächlich nachts. Während der Stillzeit kann es sehr entspannt sein, da Sie nicht plötzlich auf Essenspausen achten müssen. Außerdem können die meisten Eltern Ihr Baby ohne Diskussionen zu jedem Ausflug mit hinnehmen. Wenn Sie bereits zufüttern oder dem Kind die Flasche geben, sollten Sie sich vorher Vorräte mitnehmen und vorher schauen, welche Babynahrung Sie vor Ort kaufen können. Windeln und ähnliches können Sie allerdings vor Ort meist problemlos kaufen.

Mit Kleinkind in den Urlaub fliegen

Bei einer Bahn- oder Flugreise sollten Sie vorher bereits Plätze reservieren, am besten in der ersten Reihe, wo Sie Platz zum Spielen oder für ein Reisebettchen haben. In der Regel fliegen Babys bis zwei Jahren auf Ihrem Schoß kostenlos mit. Bei manchen Airlines müssen Sie den Platz allerdings zahlen, wenn Sie einen Autokindersitz mitnehmen und das Baby seinen eigenen Platz hat. Auch den Buggy sollten Sie im Handgepäck mitnehmen und erst beim Einsteigen abgeben, damit das Kind bei Wartezeiten im Kinderwagen schlafen kann.

Ältere Kinder sollten Sie spielerisch auf eine Flugreise vorbereiten. Nehmen Sie im Handgepäck bequeme Sachen und eine Jacke für den Flug mit. Außerdem empfiehlt es sich, eine kleine Tasche mit Spielzeug, Büchern, einem Kuscheltier oder Mal-Zeug mitzunehmen. So kommt keine Langeweile auf, die Kinder sind beschäftigt und es gibt kein Quengeln.

Bei Start und Landung müssen Sie auf den Druckausgleich achten. Geben Sie Ihrem Kind dann was zu Essen oder Trinken. Auch etwas zum Lutschen oder ein Schnuller helfen, da das Schlucken den Druckausgleich erleichtert. Hilfreich sind auch Nasentropfen oder ein paar Tropfen physiologischer Kochsalzlösung aus der Apotheke, da das Atmen mit feuchten Schleimhäuten einfacher ist.

Mit dem Auto in den Urlaub fahren

Nachts ist es zwar verlockend, den Urlaub mit dem Auto zu starten, da kleine Kinder da meist schlafen. Doch da das Unfallrisiko steigt ist es besser, die Reise beim Morgengrauen oder am frühen Abend anzutreten. Achten Sie auch darauf, bestimmte Hauptreisezeiten zu vermeiden, beispielsweise Freitagnachmittag am ersten Ferientag. Bei solchen Terminen sollten Sie vorher erkundigen, auf welche Straßen Sie abweichen können.

Denken Sie an ausreichend Pausen, um Kindern etwas Bewegung und frische Luft zu ermöglichen. Auch bequeme Kleidung ist gut, damit sich die Kleinsten richtig einkuscheln und die Fahrt genießen können. Bei Langeweile helfen Hörspiele von Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen oder gemeinsames Singen der Lieblingslieder. Im griffbereiten Handgepäck sollten Sie neben Kuscheltier, Kissen und einer leichten Decke auch ein T-Shirt, einen Wechsel-Body, einen Schnuller, ein Lätzchen, kleine Snacks, ausreichend Wasser und Wickelutensilien bereithalten.

Babys im Sonnen-Urlaub

Ein Baby unter zwölf Monaten ist am besten im Schatten aufgehoben. Empfindliche Baby-haut benötigt ein Sonnenschutzmittel, am besten mit mineralischen Filtern. Dabei müssen Sie nicht sparsam sein, besonders bei Nasenrücken, Ohren, Lippen, Schultern sowie Fuß- und Handrücken. Nach dem Baden wiederholen. In der heißen Mittagshitze sollten Sie Ihr Baby nicht der starken Sonne aussetzen, da dies neben der Gefahr eines Sonnenbrands auch Kreislaufprobleme verursachen kann.  Außerdem achten Sie darauf, dass Ihr Kind eine Mütze mit Nackenschutz und ein T-Shirt trägt, eventuell ebenso eine Hose. Auch eine Sonnenbrille für Kleinkinder ist ein guter Sonnenschutz.

Badespaß mit Babys

Blaue Lippen, Zähneklappern und blasse Haut sind Anzeichen dafür, dass Kinder so schnell wie möglich aus dem Wasser sollten. Sie kühlen schneller aus als Erwachsene, weshalb sie nach dem Baden auch gleich die Badesachen ausziehen und wechseln sollten. Das hilft sowohl gegen Auskühlung als auch vor Infektionen. Außerdem hilft es, sie und ihre Haare mit einem großen Handtuch trocken zu rubbeln.

Nach Verkehrsunfällen ist Ertrinken der häufigste tödliche Unfall bei Kindern, weshalb Sie Ihre Kleinen nie unbeaufsichtigt im Pool, Planschbecken oder am flachen Strand spielen lassen sollten. Der relativ große und schwere Kopf von Kleinkindern zieht sie schnell unter Wasser. Erst im Schulalter verfügen sie über den Reflex, der die Atemwege verschließt, sobald sie plötzlich mit Wasser in Kontakt kommen. Auch Schwimmflügel bieten keinen umfassenden Schutz, weshalb Sie Ihr Kind nicht aus den Augen lassen sollten, wenn es im Wasser ist. Falls Sie doch einmal kurz weg müssen, geben Sie die Aufgabe an Ihren Partner, Bekannte oder Hotelpersonal weiter oder nehmen Sie Ihr Baby mit. Danach können Sie ja weiter planschen.

 

Urlaub mit Teenagern

Vermutlich ist ein Urlaub mit Kleinkindern entspannter als mit Teenagern. Um Augen verdrehen zu vermeiden, sollten Sie Jugendliche in die Reiseplanung einbeziehen und deren Wünsche respektieren. So wissen Sie, worauf Sie achten müssen und was vermieden werden sollte.

Reiseplanung mit Teenagern

Urlaub mit Eltern und kleinen Geschwistern ist für die meisten Teenager ein eher uncooles Vergnügen. Statt Wanderungen in vollkommener Abgeschiedenheit wollen die meisten mit gleichaltrigen neuen Freunden Spaß haben. Also sollten Sie in der Reise viel Abwechslung und einen Spielraum für Freiräume einplanen – besonders, wenn es in Ihrer Hotelanlage Freizeitprogramme für bestimmte Altersgruppen gibt.

Es muss nicht jeden Abend eine Party sein, aber Sie sollten Ihren Teenagern die Möglichkeit geben, sich mit anderen „Leidensgenossen“ austauschen zu können. Geben Sie Ihren Teenagern den Raum für Selbstständigkeit. Denken Sie an Ihre Jugend und überlegen Sie sich, ob Sie es gut fanden, wenn Ihre Eltern überall dabei waren. Außerdem haben auch Sie etwas davon, wenn Sie sich einen entspannten Abend genehmigen und abschalten. Vereinbaren Sie Treff- und Zeitpunkte, um sich miteinander zu treffen, in der freien Zeit dürfen die Heranwachsenden ihre Zeit selbst einteilen.

Smartphone im Urlaub

So albern es klingt: in der heutigen Zeit sind auch Steckdosen und WLAN-Zugang wichtig, in denen das Smartphone aufgeladen werden kann, damit sie Urlaubsbilder mit ihren Freunden auf Instagram, Facebook, Whatsapp & Co. teilen können. Wenn Sie mit der Smartphone-Sucht im Urlaub nicht einverstanden sind, vereinbaren Sie das im Vorfeld.

Ratsam ist es jedoch, dass Sie Ihren Teenies erlauben, das Handy zu gewissen Zeiten zu bedienen. Beispielsweise bieten Sie Ihrem Kind an, das Handy in der „elternfreien Zeit“ zu benutzen, es hat allerdings beim gemeinsamen Abendessen nichts am Tisch zu suchen. Daran müssen aber auch Sie sich halten. Gemeinsame Zeit ist smartphone-freie Zeit – für die ganze Familie!

 

Gesundheits- Tipps für Ihren Familienurlaub

Wichtiger als ein Urlaub ist die Gesundheit. Checken Sie besonders kleinere Kinder vor der Abreise genau beim Hausarzt durch und schauen Sie, dass sie die nötigen Impfungen erhalten. Prüfen Sie vorher, ob Sie eine Auslandskrankenversicherung benötigen. Gerade bei einem Urlaub mit Kindern sind Sie damit auf der sicheren Seite, wenn es im schlimmsten Fall zu einem nötigen Arztbesuch kommt. Meist ist dabei auch der Krankenhaustransport in die Heimat abgesichert.

Reiseapotheke für den Urlaub mit Kindern

In Ihrer Reiseapotheke sollten Sie unbedingt ein paar nützliche Medikamente dabei haben, die besonders beim Urlaub mit Kindern sehr hilfreich sein können:

  • Pflaster und Verbandszeug
  • Medikamente gegen Husten, Schnupfen und Ohrenschmerzen
  • Medikamente gegen Fieber und Schmerzen
  • Sonnencreme und Pflegesalbe für einen potentiellen Sonnenbrand
  • Mückenschutz und Creme gegen Mückenstiche (z.B. von Fenistil)

Außerdem ist es meist ratsam, auch Medikamente gegen Durchfall und Reisekrankheit einzupacken. Speichern Sie die Notfallnummern des Urlaubslandes im Handy ab. In vielen Reisegebieten gibt es auch deutschsprachige Ärzte. Informieren Sie sich dazu vorher oder bei Ihrem Reiseveranstalter.

 


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