Ob beim Fußball, Tennis oder Olympischen Spielen – die Liste der erfolgreichen Sportler aus Deutschland ist lang. Doch woran messen wir erfolgreich? An der Höhe des Einkommens? Der Skandale? Der Sympathiepunkte? Wir stellen Ihnen zehn deutsche Sportler vor, die herausragende Karrieren hinlegten. Es soll kein Ranking sein, es ist vielmehr eine Ehrung ihrer Leistungen für den Sport.

 

Michael Schumacher – der Rekordchampion der Formel 1

Michael Schumacher ist der erfolgreichste Pilot in der Geschichte der Formel 1 und hat somit auch die meisten Formel 1-Titel gesammelt. Er wurde sieben Mal Weltmeister, davon verteidigte er ihn vier Mal in Folge. Außerdem hält Schumacher die Rekorde der meisten Grand Prix-Siege, der höchsten Durchschnittsgeschwindigkeit beim Grand Prix sowie der schnellsten WM-Entscheidung.

Michael Schumacher gewann mit fünf Jahren sein erstes Kartrennen, ein Jahr später folgte die erste Clubmeisterschaft. Er trainierte immer weiter, erhöhte die Fahrzeugklassen und trat 1987 erstmals in der neu gebildeten Formel König an. Er gewann die Saison. Es folgten Rennen in weiteren Formel-Rennklassen, später wechselte er in die Formel 1.

In den Jahren 1991 bis 1995 fuhr er für das Team Benetton bei der Formel 1, 1994 und 1995 holte er seine ersten beiden WM-Titel. Ein Jahr später wechselte Schumacher zu Ferrari, wo er bis 2006 unter Vertrag stand. Für Ferrari gewann er von 2000 bis 2004 die WM-Titel. Nach Ende des Vertrags beendete er auch seine Karriere offiziell, blieb aber als Testfahrer und Berater bei Ferrari. In 2010 feierte er bei Mercedes sein überraschendes Comeback in der Formel 1. Nach der Renn-Saison 2012 beendete er dann endgültig seine aktive Karriere.

Grausamer Schicksalsschlag für den Rennfahrer

Michael Schumacher engagierte sich sozial und spendete Millionensummen für wohltätige Zwecke. Außerdem setzte er sich sehr für Organspenden ein. Seit 1995 ist er mit Corinna Schumacher verheiratet, mit der er zwei Kinder hat.

Am 29. Dezember 2013 stürzte Schumacher beim Skifahren und prallte mit dem Kopf gegen einen Felsen, als er einem anderen Skifahrer helfen wollte. Dabei zog er sich ein Schädel-Hirn-Trauma zu. Nach einem halben Jahr im Koma konnte er seine Rehabilitation zu Hause fortsetzen. Sein aktueller Gesundheitszustand ist nicht bekannt. Fans auf der ganzen Welt hoffen auf das Beste.

 

Franz Beckenbauer – der Kaiser des deutschen Fußballs

Franz Beckenbauer ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler, -Trainer und –Funktionär. Seine Karriere als Fußballer startete er bei dem Junioren-Team vom SC 1906 München, später beim FC Bayern München. Von da kam er in die offizielle Mannschaft des FC Bayern München und spielte da die längste Zeit seiner Fußballerkarriere. Des Weiteren war er von 1965 bis 1977 in der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft aktiv. Er galt als internationaler Ausnahmesportler.

Seine größten sportlichen Erfolge waren die Gewinne der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 als Kapitän und der Weltmeisterschaft 1990 als Teamchef. Außerdem war er Kapitän bei dem Sieg der Europameisterschaft 1972 und als Deutschland 1976 Vize-Europameister wurde.

Nach seiner Karriere als Spieler arbeitete Franz Beckenbauer als Trainer. So war er zuerst Teamchef der deutschen Nationalmannschaft, später Trainer bei Olympique Marseille und FC Bayern München. Beckenbauer wurde auch Sportfunktionär, TV-Experte, Werbeträger und Geschäftsmann. Einige seiner Tätigkeiten beendete er 2016 aus Altersgründen.

 

Steffi Graf – der Tennis-Star der Neunziger

Steffi Graf kam schon früh zum Tennis. Ihr Vater, der später ihr Trainer und Manager wurde, förderte sie schon früh. 1982 startete sie ihre Karriere und war so die zweitjüngste Tennisspielerin, die je in der WTA Rangliste geführt wurde. Drei Jahre später war sie in den Top Ten. 1987 spielte Graf an der Spitze und hielt sich 377 Wochen dort, länger als je ein anderer Spieler der Welt. Sie gilt als erfolgreichste Tennisspielerin der Sportgeschichte. 1999 beendete sie ihre aktive Karriere.

Steffi Graf begann 1984, als Botschafterin des WWF aufzutreten. 1998 gründete sie die Stiftung „Children for tomorrow“. Diese hilft notleidenden Kindern der dritten Welt, traumatische Erlebnisse zu verarbeiten. Bis heute engagiert sie sich neben der Stiftung auch bei anderen Organisationen für Menschenrechte und Naturschutz.

 

Max Schmeling –Sportidol und Box-Legende

Der 1905 geborene Max Schmeling interessierte sich schon früh für den Boxsport. Nach seinem Umzug ins Rheinland, dem damaligen Box-Zentrum, arbeitete er bei einer Brunnenbaufirma und lernte nebenbei professionell Boxen. 1924 wurde er unerwartet deutscher Vizemeister im Halbschwergewicht. Dies legte den Grundstein für seine Karriere.

Bereits drei Jahre später wurde er Europameister. Es war der erste Kampf, der live im deutschen Fernsehen gezeigt wurde. Von der Presse gefeiert stieg er zu den Schwergewichten auf und gewann 1928 den Meistertitel. Die großen Erfolge in Deutschland und der USA machten ihn zum Anwärter des Weltmeistertitels, außerdem spielte er mehrere Rollen in Filmen, die sich mit Boxen beschäftigten. 1930 wurde er Weltmeister, doch bereits 1932 verlor er ihn an Jack Sharkey. Dafür heiratete er 1933 die Schauspielerin Anny Ondra.

Schmeling und das NS-Regime

Während der NS-Zeit nutzte ihn das Regime für Propaganda, er siegte 1936 gegen den bis dahin ungeschlagenen Amerikaner Joe Louis. Doch aufgrund seiner Kontakte zu jüdischen Sportlern und Künstlern sowie der Ehe mit einer Tschechin folgten Probleme zwischen NS-Politik und Schmeling. Er musste 1940 der Wehrmacht beitreten, doch arbeitete da teilweise im Widerstand. Drei Jahre später entließ man ihn wegen einer Verletzung.

Nach dem Krieg verschlug es den Boxer wieder nach Hamburg. Aus finanziellen Gründen begann er wieder mit dem Boxsport, doch frühere Leistungen konnte er nicht erreichen. So bestritt er am 31. Oktober 1948 seinen letzten Boxkampf. Er hatte eine Coca-Cola-Lizenz, weshalb er nun als Unternehmer arbeitete. 1971 erhielt er für seine Karriere das Bundesverdienstkreuz, er schrieb das Buch „Erinnerungen“ und wurde 1991 in die Ruhmeshalle des Boxsports aufgenommen. Außerdem gründete er die karitative Max-Schmeling-Stiftung. Schmeling starb 2005 im Alter von 100 Jahren.

 

Boris Becker – der weltweit jüngste Grand-Slam-Gewinner

Als Sohn eines Tenniscenter-Besitzers kam Boris Becker schon früh mit dem Tennissport in Berührung. Er stieg schnell auf und gewann als gerade einmal 17-Jähriger das Wimbledon-Turnier in England 1985 – er war damit der jüngste Gewinner. Er führte die Spitze der Weltrangliste an und gewann bis in die 1990er zahlreiche Titel und Trophäen. Gemeinsam mit Steffi Graf und Michael Stich bildete er die Tennis-Elite in Deutschland. 1999 zog er sich aus dem Profitennis zurück.

Während seiner Karriere gewann Becker 49 Turniere, drei Turniere davon waren Wimbledon, das wichtigste Tennis-Turnier. Mit Michael Stich gewann er bei den Olympischen Spielen 1992 die Goldmedaille im Doppel. Seit 2009 arbeitet der Ex-Tennisprofi als Tenniskommentator der englischen BBC, mittlerweile ist er auch Experte bei Eurosport. Er war außerdem von 2013 bis 2016 Trainer von Novak Djokovic.

 

Birgit Fischer – die Rekord-Olympiasiegerin

Bereits mit sechs Jahren kam Birgit Fischer durch ihren Vater zum Kanurennsport und trat dem BSG Stahl Brandenburg bei. Ihr Vater war ihr erster Trainer, es folgte Harald Brosig, der sie sehr förderte. Die erste olympische Goldmedaille gewann Fischer 1980 im Team der DDR im Einer-Kajak, ihr letztes Gold verdiente sie sich bei den Olympischen Spielen 2004 im Vierer-Kajak. Sie wurde somit die einzige Sportlerin, die bei Olympia über einen so langen Zeitraum erfolgreich war und bekam einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde. Bei den Olympischen Spielen 2000 war sie Fahnenträgerin.

Während ihrer Karriere wurde Fischer 27 Mal Weltmeisterin, zweimal Europameisterin und achtmal Olympia-Siegerin. Letzteres machte sie zur erfolgreichsten deutschen Olympiateilnehmerin. In der gesamten Geschichte der Olympischen Spiele waren nur fünf Athleten erfolgreicher – darunter nur eine Frau. Seit 2005 startet Fischer wieder für ihren ursprünglichen Verein, jetzt WSV Stahl Brandenburg, in dem sie seit Anfang der 90er auch Ehrenmitglied ist.

 

Dirk Nowitzki – der vermutlich größte deutsche Sportler

Bereits zu Schulzeiten spielte Dirk Nowitzki Basketball. Nach dem Abitur war er mit seinem Heimatverein DJK Würzburg in der Ersten Bundesliga. Sein Trainer Holger Geschwinder förderte ihn als besten Spieler besonders.

1998 setzte er sich beim Talentsichtungsspiel „Nike HoopSummit“ gegen die besten Highschool-Basketballspieler der USA durch und erhielt einen Profivertrag in der NBA bei den Dallas Mavericks. Doch die erste Saison verlief enttäuschend, weshalb er in der Saison 2000/2001 das Trainingslager von Holger Geschwinder besuchte. Er steigerte dadurch seine Leistung deutlich. 2001 wählte man ihn zum besten Werfer der Dallas Mavericks und ins All-NBA-Team/III.

Die Basketball-EM 2001 bestritt er mit der deutschen Nationalmannschaft und wurde mit 29 Punkten pro Spiel zum erfolgreichsten Spieler – trotz des Ausscheidens der Mannschaft im Halbfinale. Im Anschluss kam er ins NBA All-Star-Team, was neben dem „NBA Most Valuable Player Award“, den er 2007 erhielt, zu den wichtigsten Auszeichnungen für Basketballer zählt.

 

Jan Ullrich – der Radsport-Profi

Bereits mit neun Jahren gewann Jan Ullrich sein erstes Schulrennen, vier Jahre später kam er auf die Kinder- und Jugendsportschule des SC Dynamo Berlin. Er gewann mehrere Jugend-Meisterschaften und wechselte nach der Wende ins Team Panasonic in Hamburg.

In den folgenden Jahren wurde Ullrich der erfolgreichste deutsche Radrennfahrer. 1997 gewann er die Tour de France, es folgten fünfmal der zweite und einmal der vierte Platz. Er gewann das olympische Straßenrennen 2000 und wurde zweimal Weltmeister im Einzelzeitfahren und Amateurweltmeister im Straßenrennen. Als bester deutscher Radrennfahrer steht er auf der Allzeitliste der „Cycling Hall of Fame“ auf Platz 13.

2006 kam der Doping-Skandal „Fuentes“, wodurch Ullrichs Karriere beendet war. Er wurde von der Tour de France ausgeschlossen und alle Erfolge annulliert. Der Internationale Sportgerichtshof erklärte ihn nach einem jahrelangen Verfahren 2012 für schuldig. Er litt besonders durch die Berichterstattung unter einem Burnout-Syndrom und lebt mittlerweile zurückgezogen.

 

Fritz Walter – der Held von Bern

Fritz Walter wurde am 31. Oktober 1920 geboren. Sein Vater führte die Gaststätte des 1. FC Kaiserslautern, in dessen Schülermannschaft Walter 1929 Mitglied wurde. Ab 1938 spielte er in dessen Oberliga Südwest und gehörte ein Jahr später schon zur deutschen Nationalmannschaft unter Trainer Sepp Herberger. Bei seinem ersten Spiel in der National-Elf schoss er drei Tore.

Zwischen 1942 und 1945 leistete er seinen Wehrdienst ab und geriet in Folge dessen in russische Gefangenschaft. Nach seiner Freilassung spielte er wieder für den 1. FC Kaiserslautern. 1951 gewann der Verein die Deutsche Meisterschaft. 1951 kehrte er in die Nationalmannschaft zurück. Als Kapitän nahm er bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in Bern teil, wo das Team zum ersten Mal den WM-Titel gewann.

Den Triumph konnten sie 1958 nicht wiederholen – das Team scheiterte gegen den Gastgeber Schweden im Halbfinale. Mit 37 Jahren verabschiedete sich Walter von der Nationalmannschaft. Bei den 61 Länderspielen erzielte er 33 Tore. Im folgenden Jahr beendete er auch seine Karriere bei Kaiserslautern, bei dem er in 379 Spielen insgesamt 306 Tore schoss. Er ging in die Werbung und arbeitete für ein bekanntes Sportwarenunternehmen.

Zu den Auszeichnungen von Fritz Walter gehören unter anderen die Goldene Verdienstmedaille der FIFA und das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Außerdem wurde er zum ersten Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft ernannt. Fritz Walter starb am 17. Juni 2002. Ihm zu Ehren trug die deutsche Nationalmannschaft im WM-Viertelfinale 2002 gegen die USA Trauerflor.

 

Miroslav Klose – der Rekordtorschütze der Nationalmannschaft

Der ehemalige deutsche Fußballspieler Miroslav Klose wurde 1978 im polnischen Opole geboren. Mit acht Jahren kam seine Familie nach Deutschland und schnell spielte Klose in der Bezirksliga. Ab 1999 spielte er in der Amateurmannschaft des 1. FC Kaiserslautern, kam aber schon in der ersten Saison in die Bundesliga. Zur Saison 2004/2005 wechselte er zu Werder Bremen.

Nach einem schwachen Start gelang ihm der Durchbruch am sechsten Spieltag, an dem er seinen ersten Hattrick erzielte. Er steigerte konstant seine Leistungen und wurde in der folgenden Saison mit 25 Toren in 26 Spielen bereits Torschützenkönig der Fußball-Bundesliga. In der Sommerpause 2007 wechselte Klose zum 1. FC Bayern München. Der Vertrag endete nach der Saison 2010/11. Während der Zeit beim FC Bayern München war er zwar mit 121 Toren der erfolgreichste aktive Bundesligatorschütze nach Claudio Pizzaro, doch die Torquote war deutlich schlechter als bei vorherigen Vereinen.

Zur nächsten Saison wechselte Klose zu Lazio Rom und wurde durch seine Leistung vom Kicker-Sportmagazin zum besten im Ausland aktiven deutschen Fußballspieler der Vorrunde gekürt. Mit dem Verein gewann er außerdem den italienischen Pokal. Er verließ Lazio Rom zum Ende der Saison 2015/16 und beendete anschließend auch seine Spielerkarriere.

Klose in der Nationalmannschaft

Miroslav Klose konnte sich zwischen der deutschen, der polnischen und der französischen Nationalmannschaft entscheiden und spielte ab 2001 für die deutsche National-Elf. Nach der Fußball-WM 2002 erhielt er für seine fünf WM-Kopfballtore den Silbernen Schuh als zweitbester Torschütze des Turniers. Beim Eröffnungsspiel der WM 2006 schoss Klose zwei Tore. Insgesamt traf er fünf Mal und wurde Torschützenkönig der Weltmeisterschaft 2006 und gewann dadurch den Goldenen Schuh.

Er war Mitglied der Stammformation bis zur WM 2014 in Brasilien. Da gewann er gemeinsam mit der Nationalmannschaft den Weltmeistertitel. Er löste während des Turniers Gerd Müller als Rekordtorschütze der Nationalmannschaft ab und stellte den WM-Torrekord des Brasilianers Ronaldo ein. Er erzielte sein 16. WM-Tor und wurde dadurch alleiniger Rekordhalter. Nach dem Sieg gab er seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekannt, genauso wie Philipp Lahm und Per Mertesacker. Gemeinsam wurden sie im Rahmen eines Freundschaftsspiels gegen Argentinien am 3. September 2014 verabschiedet. Klose ist der erfolgreichste Torschütze der deutschen Nationalmannschaft mit 71 Treffern.

Seit dem 1. November 2016 absolviert er beim DFB eine individuelle Trainerausbildung, um später als Trainer und Fußballlehrer arbeiten zu können. Er ist fester Bestandteil der A-Nationalmannschaft.

 


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