Seit dem 18. Jahrhundert puzzeln die Menschen. Es ist ein unkomplizierter Zeitvertreib – für Kinder genauso wie für deren Großeltern. Daneben hat ein Puzzle aber auch viele positive Effekte, wie Psychologen herausfanden, besonders als Entspannung und Gehirnjogging. Puzzle-Fans trainieren so zum Beispiel ihre Konzentrationsfähigkeit und das Kurzzeitgedächtnis. Wir stellen Ihnen positive Auswirkungen vom Puzzeln vor.

 

Positive Auswirkungen vom Puzzeln

Puzzeln hat viele positive Auswirkungen auf unser Wohlbefinden und auch auf unsere geistigen Fähigkeiten. So spricht es zum Beispiel beide Gehirnhälften an. Die linke Hälfte des menschlichen Gehirns ist verantwortlich für das logische und analytische Denken. Sie springt beispielsweise auf das Sortieren der Puzzleteile an. Die rechte Hemisphäre sorgt für die Kreativität. Sie ist intuitiver und wird beim Betrachten des Motivs angeregt. Die simultane Aktivierung der beiden Gehirnhälften verstärkt die Verbindung zwischen Gehirnzellen. So erhöht sich deren Effizienz und Kapazität. Dadurch folgt die positive Auswirkung des Puzzelns auf Kurzzeitgedächtnis und Konzentration.

Gehirnjogging und Konzentrationsfähigkeit

Neue Herausforderungen sorgen dafür, dass Menschen neue Fähigkeiten erlernen oder diese verbessern. Wenn wir unser Gehirn kontinuierlich und intensiv nutzen wird es leistungsfähiger. Beim Puzzeln erkennen wir schnell Passformen und Farben und suchen den passenden Platz im Bild. Das Gehirn merkt sich die Merkmale des Puzzleteils. Die Wiederholung solcher Prozesse schult das Kurzzeitgedächtnis und verbessert die Konzentrationsfähigkeit. Wenn wir während des Puzzelns die Teilchen „scannen“ steigert dies außerdem Vorstellungsvermögen und Visualisierungsfähigkeit.

Das regelmäßige Gehirnjogging beim Puzzeln, Rätseln und ähnlichem reduziert daneben auch die Wahrscheinlichkeit einer Alzheimer- oder Demenzerkrankung. Bei Demenz kann Puzzeln den Prozess verlangsamen. Das Legespiel sorgt laut der MacArthur Studie auch für eine höhere Lebenserwartung und Lebensqualität.

Auch Kinder und Jugendliche profitieren von einem Puzzle. Die Teilerfolge und das Endergebnis sorgen dafür, dass die Heranwachsenden stolz auf sich sind. Außerdem trainieren sie so spielerisch die Aufmerksamkeit, Geduld und Konzentrationsfähigkeit.

Entspannung durch Puzzeln

In der Ruhe liegt die Kraft. Beim Puzzeln sind wir in einem kreativen und zugleich auch meditativen Zustand. Dabei entfliehen wir dem hektischen Alltag und können mit dem Lösen des Puzzles Stress abbauen. Die Betrachtung des Motivs hat eine entspannende Wirkung und auch beim Spielen an sich senken sich der Puls, die Atemfrequenz und der Blutdruck. Daneben sorgt die stetige Visualisierung dafür, dass wir störende Reize beim Puzzeln ausblenden. Also: Pfeifen Sie auf das Spa-Wochenende und lösen Sie ein Puzzle. Vielleicht hilft es auch Ihnen, sich zu entspannen…

Fertigkeiten-Training für Kinder

Besonders für Kinder ist ein Puzzle ein tolles Training. Viele Fähigkeiten müssen erst noch gelernt werden, zum Beispiel die Feinmotorik. Diese wird beim Zusammenfügen der einzelnen Puzzleteile geschult. Auch die Hand-Augen-Koordination, Ausdauer, das Erkennen einer Form sowie das räumliche Denken erlernen Kinder beim Puzzeln, sagen die Psychologen.

Problemlösung und Durchhaltevermögen

In der Schule lernen Kinder meist pure Fakten, doch keine strukturierte Vorgehensweise bei der Lösung eines Problems. Dabei hilft ein Puzzle. Beim wiederholten Sortieren der Einzelteile und dem Suchen der passenden Lücke gehen wir meist mit einem Plan, einer Struktur an die Sache heran. So steigert sich die analytische Fähigkeit. Von Vorteil ist es dabei, dass kein Zeitdruck herrscht.

Ein anderes Problem, welches nicht nur die Kinder und Jugendlichen prägt, ist das mangelnde Durchhaltevermögen heutzutage. Seien Sie ehrlich: Wie viele Neujahrsvorsätze haben Sie sich überlegt? Welche haben Sie länger als ein paar Tage oder Wochen eingehalten?

Natürlich kann die Suche nach dem richtigen Teilchen sehr frustrierend sein. Doch dieses Stück muss ja irgendwo sein und irgendwann wieder auftauchen. Das steigert die Motivation. Beim Puzzeln werden deshalb Geduld, Frustrationstoleranz und Durchhaltevermögen gestärkt.

Macht Puzzeln glücklich?

Während dem Puzzeln bildet das Gehirn den Neurotransmitter Dopamin, einem Glückshormon. Das funktioniert dann wie ein Belohnungssystem. Ein Puzzle besteht aus mehreren Herausforderungen. Wenn also ein Teil in einer passenden Lücke steckt, wird das als Teilerfolg angesehen und Sie bekommen gute Laune. Besonders das Gesamtergebnis steht für den Durchhaltewillen. Das macht uns stolz und sorgt dafür, dass wir glücklich darüber sind.

 

Puzzle-Tipps für Anfänger

Diese vielen positiven Aspekte beim Puzzeln sind doch sicher Beweggründe, das Ganze mal zu testen. Sortieren Sie am besten zuerst die Randteile aus der Masse der Einzelstücke heraus und legen Sie den Rahmen. Anschließend sortieren Sie die Puzzleteile nach Farm oder Form – je nachdem, was für Sie am besten funktioniert. Achten Sie darauf, dass Sie auf einem festen Untergrund puzzeln, dessen Maße groß genug für das Puzzle sind. Dafür eignet sich beispielsweise ein Schreibtisch oder eine Puzzle-Matte.

Tipp: Sorgen Sie für gute Lichtverhältnisse, damit Sie die Teile besser sehen und sortieren können.

Schwierigkeitsgrade beim Puzzeln

Einsteiger sollten besser mit einem Puzzle aus 500 Teilen beginnen. Wählen Sie ein Puzzle mit unterschiedlichen Farben und Details, die Sie gut erkennen können. So lassen sich die Teile besser zuordnen und Sie kommen schneller zu einem Ergebnis.

Fortgeschrittene wagen sich gerne an ein Puzzle aus 1000 Teilen heran. Diese haben meist große, einfarbige oder wiederkehrende Muster. Die Herausforderung und der Schwierigkeitsgrad sind hier größer, da sich viele Teile ähneln und nicht sofort zueinander passen.

Sie sind schon seit längerem ein echter Puzzle-Fan? Dann trauen Sie sich an ein Puzzle mit mindestens 2000 Teilen heran. Die kleinen Teile und die größere Legefläche sorgen auch bei Profis für eine echte Herausforderung.

 


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