Ein Urlaub gehört zu den Highlights des Jahres. Ob Flitterwochen, Familienurlaub oder ein Städtetrip mit Freunden – die Erinnerungen begleiten uns noch lange danach und bringen uns immer wieder zum Lächeln. Um auch nach Jahren an diese schönen Momente zu denken, helfen Fotos. Wir erklären Ihnen, wie Sie die perfekten Urlaubsfotos hinbekommen.

 

Lernen Sie Einstellungen und Kamera kennen

Jede Kamera ist unterschiedlich und je nach Einstellungen ändern sich auch die entstehenden Fotos. Lernen Sie Ihren Fotoapparat vor dem Urlaub richtig kennen. Fotografieren Sie Landschaften, Portraits und andere Motive mit verschiedenen Aufnahme-Modi. Ändern Sie die Blende, Belichtungszeit und die ISO und entwickeln Sie ein Gefühl für Ihre Kamera und die gewünschten Motive.

Die richtige ISO

Die ISO hat neben der Verschlusszeit und der Blende einen Einfluss auf die Belichtung eines Bildes. Der IO-Wert steuert die Empfindlichkeit des Sensors der Kamera. Geringe ISO-Werte stehen für eine geringe Lichtempfindlichkeit, also eignet sich diese für Fotos mit ausreichend Licht, zum Beispiel für Aufnahmen an einem sonnigen und wolkenlosen Tag am Strand oder beim Sightseeing.

Je höher der Wert eingestellt wird, desto empfindlicher reagiert er auf Licht. Dabei hilft ein Stativ. Eine ISO zwischen 400 und 800 ist für Fotos gut, die in schlecht beleuchteten Räumen wie einer Kirche geschossen werden. Höhere Werte ab 1600 nutzen Sie bei schlechten Lichtverhältnissen, wenn Sie keinen Blitz verwenden können oder dürfen.

Doch je höher die ISO ist, desto schlechter ist häufig die Bildqualität. Wenn Sie nicht lange experimentieren können oder wollen hilft die automatische ISO-Funktion, die viele Kameras besitzen. Wählen Sie diese einfach in den Einstellungen den ISO-Einstellungen aus und probieren Sie, ob die Resultate Ihren Wünschen entsprechen. Gerade bei Hobbyfotografen gilt: Automatik geht immer!

Blende und Verschlusszeit

Lange Belichtungszeiten sehen häufig sehr unnatürlich aus, aber mit einem leichteren Einsatz können Sie schöne Urlaubsfotos machen. In den Einstellungen finden Sie häufig das Programm Blendenautomatik oder Zeitpriorität. Die Werte sind beispielsweise 1/60, 1/5, 0,4″, 1″ oder 5″. Bei den Aufnahmen muss die Kamera sehr ruhig stehen, weshalb Sie hier ein Stativ oder einen geraden und stabilen Untergrund benötigen.

Die Langzeitbelichtung macht ein Foto deutlich heller, weshalb sie nur im Dämmerlicht funktioniert, wenn Die keinen verdunkelnden ND-Filter der Profis nutzen wollen. Für den Anfang sollten Sie eine Verschlusszeit von etwa 1/5 Sekunde wählen. Die Kamera stellt die passende Blendenöffnung ein. Schauen Sie sich das Bild an. Experimentieren Sie mit den verschiedenen Verschlusszeiten. Wenn es Bild schnell zu hell wird, gehen Sie in den manuellen Modus und verändern Sie die Blende per Hand.

Die Blende sind die Zahlen wie zum Beispiel f 5.6 oder f 18. Je höher der Wert, desto geschlossener Blende. Das heißt, dass weniger Licht durch die Linse gelangt. Ist das Bild also zu hell, muss die Blende geschlossen werden. Es ist immer noch zu hell? Dann experimentieren Sie noch etwas mit der Verschlusszeit. Übung macht den Meister!

Das richtige Licht für Urlaubsfotos

Ganz wichtig für schöne Urlaubsfotos ist das Licht. Fotos im Dämmerlicht sind natürlich besonders romantische Kunstwerke. Die „Goldene Stunde“ zum Sonnenaufgang oder -untergang taucht die Gegend in warmes Licht und atemberaubende Farben, weshalb ein Panorama oder ein Portrait besonders stimmungsvoll wirkt.

Aber auch den restlichen Tag über müssen Sie darauf achten, wo die Sonne steht. Von Vorteil ist es, wenn Ihnen die Sonne im Rücken ist. Bei Fotos mit Gegenlicht müssen manche Einstellungen verändert werden. Beim Spiel mit der Sonne können auch interessante Kontraste durch ungewöhnliche Schatten entstehen.

 

Das Equipment für schöne Urlaubsfotos

Für Ihre Urlaubsfotos benötigen Sie etwas Zubehör. Nehmen Sie aber besonders als Hobbyfotograf nicht allzu viel mit – Sie wollen sicher nicht alles unnötig mit sich rumschleppen. Außerdem sind Sie im Urlaub und sollten sich entspannen. Dennoch schadet ein bisschen Kamera-Equipment sicher nicht. Am wichtigsten sind dabei ausreichend Speicherkatzen, zwei oder drei Ersatz-Akkus und ein kleines Reisestativ. Je nach Vorliebe oder Bedürfnis können Sie auch ein paar Filter (zum Beispiel Graufilter oder Polarisationsfilter) und einen Kabel-Fernauslöser einpacken.

Ausreichend Speicherkarten einpacken

Denken Sie vor dem Urlaub an ausreichend Speicherkarten. Sie wollen ja nicht in der Hälfte des Urlaubs merken, dass die eine Speicherkarte voll ist und Sie vergessen haben, die alten Fotos von Omas Geburtstag auf den Computer zu übertragen. Nehmen Sie also lieber ein paar mehr mit. Verstauen Sie die Karten beschriftet im Koffer oder einer Tasche getrennt vom Equipment. Falls Ihre Kamera geklaut werden sollte, sind dann wenigstens nicht alle Fotos ebenfalls weg. Aus diesem Grund und weil auch eine Speicherkarte kaputt oder verloren gehen kann hilft es, kleinere Formate zu nehmen. Es ist natürlich praktisch, wenn Sie nur eine 64GB-Karte dabei haben. Doch es tun auch mehrere 8 oder 16GB große Speicherkarten.

Gadgets für Urlaubsfotos

Gerade für den Urlaub gibt es zahlreiche Gadgets, die für außergewöhnliche, spektakuläre oder lustige Urlaubsfotos sorgen. Auch Handy-Apps für bestimmte Effekte oder Filter finden Sie auf Ihrem Smartphone in Hülle und Fülle.

Für Unterwasser- oder Actionbilder ist eine GoPro-Kamera genau das richtige Utensil. Höhlen, Grotten, Meeresbewohner oder Momentaufnahmen vom Klettern sind sicher etwas ganz Besonderes im Fotobuch oder bei der Diashow vor Ihren Freunden. Aufnahmen, die zur Hälfte Wasser, zur Hälfte Luft darstellen sollen, macht übrigens ein Gadget mit dem Namen Kamera Dome.

Sicherheit des Foto-Equipments

Eine Kamera reagiert auf einige Dinge „allergisch“. Besonders am Strand lauern die Gefahren schmierige Sonnencreme, starke Hitze und Sonneneinstrahlung, Kratzer an der Linse durch Sand oder salzige Wasserspritzer. Am Handy kann die Linse mit einem Tuch gereinigt werden, doch der Kratzer eines Sandkorns am Sensor kann die Kamera ruinieren – und das sollte vor allem im Urlaub nicht geschehen. Wechseln Sie das Objektiv deshalb nie im Sand. Nehmen Sie außerdem ein Reinigungsset für die Kamera mit auf die Reise.

 

Der passende Bild-Aufbau

Machen Sie sich Gedanken zu Ihrem Bild. Sollen spezielle Objekte aufs Bild? Ein einsamer Leuchtturm? Ein interessanter Baumstumpf am Strand? Auch Linien oder Kontraste spielen beim perfekten Urlaubsbild eine wichtige Rolle. Überlegen Sie sich genau, wie das Bild aussehen soll. Welche Perspektive passt? In welchem Bildausschnitt kommt das Motiv am besten zur Geltung? Mit welchen Kontrasten kann ich spielen? Probieren Sie verschiedenes aus und experimentieren Sie mit Ihrem Motiv.

Die Drittel-Regel

Bei der Fotografie spielt die Drittel-Regel, manchmal auch „Goldener Schnitt“ genannt, eine wichtige Rolle. Manche Kameras zeigen auf dem Display ein Gitternetz. Dieses teilt das Bild vorher schon in die entsprechenden Teile auf. Unser Auge findet ein Bild besonders harmonisch, wenn es waagerecht oder senkrecht in drei gleich große Teile aufgeteilt werden kann.

Nehmen wir als Beispiel ein typisches Strandbild, bei dem der Fokus auf dem wunderschönen Sand liegt. Der Strand sollte die zwei unteren Drittel ausfüllen, der blaue Himmel den oberen Teil. Wenn Ihr Hauptaugenmerk auf dem Himmel liegt, füllt dieser zwei Drittel aus. Um etwas Spannung in das Bild zu bringen sollte das wichtigste Motiv nicht in der Mitte sondern am unteren rechten oder linken unteren Drittel abgebildet sein. Ein schönes Stilmittel, welches Sie mit dem Gitternetz gut abschätzen können, sind außerdem Linien auf dem Bild. Gerade am Strand ist dies gut umzusetzen, da der Horizont eine waagerechte Linie ins Foto bringt.

Liebe zum Detail

Seien Sie im Urlaub aufmerksam und achten Sie auf kleine Details. Gerade ein Foto des Strandes machen Kleinigkeiten besonders. Streitende Möwen, ein kleiner Krebs oder ein Fischerboot auf dem Meer sind nur drei der unzähligen Motive. Halten Sie Ihre Augen auf, denn gerade solche Fotos machen Erinnerungen an den Urlaub aus. Und sollte es tatsächlich nichts Spannendes geben, können Sie Ihr farbenfrohes Cocktailglas vor der traumhaften Strandkulisse festhalten.

 

Beeindruckende Motive und Perspektiven

Die schönsten Bilder sind die, die Emotionen bei allen Betrachtern hervorrufen. Das sind bei Urlaubsfotos meistens Fernweh oder schöne Erinnerungen. Außerdem geht es um Ihre Reise! Also nehmen Sie Ihre Umgebung bewusst war und knipsen Sie Ihre eigenen Fotos und nicht die, die Sie zu tausenden im Internet finden können.

Menschen als Fotomotiv

Sehenswürdigkeiten sind natürlich bei jedem Sightseeing ein Muss und auch auf Fotos sehen diese beeindruckend aus. Doch viel spannender sind Fotos mit Menschen. Vor der Sacré-Coeur sitzt ein älterer Geigenspieler, der mit geschlossenen Augen ganz in die Musik versunken ist? Er freut sich sicher, Ihnen in Erinnerung zu bleiben.

Andere Kulturen und ihre Menschen sind tolle Fotomotive. Fragen Sie die Inderin mit dem Sari, den älteren Ägypter mit einer Zigarette im Café oder den Fischer in Thailand, ob Sie sie fotografieren können, vielleicht auch mit einem kleinen Trinkgeld. Auch Fotos von Ihnen und Menschen, die Sie auf der Reise begleitet haben, sind tolle Fotomotive, die Erinnerungen an den Urlaub wecken.

 

 „Stillleben“ aus dem Urlaub

Natürlich dürfen Sie trotzdem Fotos der beeindruckenden Landschaft oder eines architektonisch faszinierenden Gebäudes schießen. Achten Sie dabei auf ein Objekt zum Größenvergleich wie beispielsweise ein Boot in der Nähe eines imposanten Wasserfalls. Dies gilt auch für Detailaufnahmen. Diese sind übrigens auch tolle Objekte. Sie erinnern sich an die Mandeln, die Sie auf Mallorca selbst gepflückt haben? Fotografieren Sie Details und stellen Sie dabei sicher, dass Sie auf Größenunterschiede achten. Übrigens können Sie mit der Natur auch Rahmen schaffen, zum Beispiel mit Bäumen, Häusern oder einer Gebirgskette.

Die eigenen Eindrücke vermitteln

Schließen Sie die Augen. Was riechen Sie? Was fühlen, hören, schmecken Sie? Woran erinnern Sie sich, gesehen zu haben? Lassen Sie sich von Ihren Sinnen lenken, bevor Sie die Augen wieder öffnen. Schauen Sie sich erneut um und lassen Sie sich von den Eindrücken überschwemmen und inspirieren. Was macht Ihren aktuellen Standort besonders?

Nehmen Sie die ganzen Einzelheiten bewusst wahr und versuchen Sie nun, diese mit der Kamera festzuhalten. Betrachten Sie den Platz mit all seinen Facetten durch den Sucher Ihres Fotoapparats und saugen Sie die Details in sich auf. Fotos von Einheimischen machen Urlaubsfotos zu persönlichen Portraits einer Gegend oder Stadt. Außerdem lernen Sie die Kultur und Mentalität von einer ganz neuen Seite kennen und wer weiß, vielleicht erhalten Sie dadurch Einblicke, die andere Reisende nicht zu sehen bekommen. So entstehen wahrhaftig einzigartige Urlaubsfotos.

Bilder sagen mehr als tausend Worte

Ihre Fotos können Geschichten erzählen. Glauben Sie nicht? Machen Sie eine Bildserie, die Ihre persönliche Reise und die Erfahrungen und Erlebnisse zeigt. Überlegen Sie sich einen roten Faden oder Schwerpunkte. Sie können auch bestimmte Erlebnisse in Unterthemen einteilen. Ein Besuch am Hafen zeigen Sie mit Fotos der Boote, des Meers, dem Steg, Algen, einem Kapitän, Möwen, Fischernetzen und vielen weiteren Motiven. Wechseln Sie die Perspektive. So entstehen außergewöhnlich ausdrucksstarke Aufnahmen, zu denen Sie eigene Geschichten erzählen können.

Der Perspektivenwechsel

Machen Sie verschiedene Aufnahmen – Nah, Totale, Detail, Halbnah. Mit verschiedenen Einstellungen betonen Sie unterschiedliche Motive. Um Spannung und Abwechslung in Bilder zu bringen hilft auch ein Perspektivwechsel. Fotografieren Sie Gebäude von Unten oder Oben, legen Sie sich auf den Boden, steigen Sie auf eine Mauer, gehen Sie in die Knie. Achten Sie aber dabei darauf, dass es erlaubt ist und Sie keine Verletzungen riskieren.

 


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