Der Mensch verbringt jeden Tag rund acht Stunden im Bett. Manche weniger, einige mehr. Gehören Sie in dieser Hinsicht zu den Durchschnittsmenschen, verbringen Sie damit rund ein Drittel des Lebens im Bett. Liegend. Genau aus diesem Grund ist ein gutes Kopfkissen von entscheidender Bedeutung. Aber welches Kopfkissen ist für Sie richtig?

Welche Aufgabe hat das Kopfkissen?

Schlaf ist für Menschen unverzichtbar. Das längere Liegen bedeutet jedoch speziell für die Halswirbelsäule eine Extremsituation. Diese ist gefordert, den Kopf zu stützen und zugleich ihren natürlichen, leicht s-förmigen Verlauf beizubehalten. Sonst drohen muskuläre Verspannungen oder Wirbelprobleme.

Ein gutes Kopfkissen unterstützt daher Ihre Lage auf der Matratze. Es nimmt der Halswirbelsäule Arbeit ab und beugt dadurch Verspannungen im Hals- und Schulterbereich sowie Nacken- und Kopfschmerzen vor. Um das zu erreichen, sollten Kissen stets den Kopf so stützen, dass bei jeder Lage die Halswirbelsäule eine natürliche Verlängerung des Rückens bzw. der Brustwirbelsäule darstellt. Sie sollte weder “geknickt” sein, noch zu gerade verlaufen oder die ganze Last des Kopfes zu tragen haben.

Wie liegt der Kopf auf dem Kissen ideal?

Es gibt verschiedene Auffassung über die beste Lage auf dem Kissen. Nach aktuellen Erkenntnissen ist es jedoch ratsam, wenn Sie den Kopf so auf das Kissen legen, dass die Schultern das Kissen berühren, jedoch nicht auf dem Kissen liegen. Das schafft einen perfekten Übergang von Lage des Rückens auf der Matratze und Lage des Kopfes auf dem Kissen.

Wichtig: Den Kopf nicht überstrecken! Die Wirbelsäule sollte eine möglichst gleichmäßige Linie bilden. Liegen Sie seitlich, ist die Wirbelsäule idealerweise eine durchgehende Gerade bis zum Kopf. Dabei ist jedoch eine Matratze erforderlich, die durch Nachgeben eine durchgehende Körperlinie ermöglicht.

Welches Kissen ist für den Schlaf ideal?

Ob Sie Bauch-, Seiten-, Rückenschläfer sind oder Ihre Position nachts mehrfach wechseln, spielt bei der Wahl des Kissens eine wichtige Rolle. Noch wichtiger ist allerdings die Kissengröße. Längst weichen die Empfehlungen von der unverwüstlichen Kissengröße 80 x 80 cm ab. Diese klassischen Standardkissen haben den Nachteil, dass Sie nicht nur der Kopf darauf lagern, sondern meistens den ganzen Schulterbereich. Die Kissen sind dadurch viel zu groß, um die Halswirbelsäule zu entlasten. Die Kissengröße 80 x 80 cm verleitet zu einem nicht ergonomischen und somit belastenden Liegen.

Wichtig: Die empfohlene Kissengröße ist daher 40 x 80 cm.

Ergonomische Kissen haben die übliche Breite, sind jedoch nur halb so lang. Daher können Sie unabhängig von Ihrer bevorzugten Schlafposition für Kopf, Hals und Schulter darauf viel besser eine entlastende Lage finden. Je nach Schlafposition weichen Empfehlungen zum optimalen Kopfkissen jedoch davon ab. Vor allem kommt es in vielen Fällen auf die Kissenhöhe an.

Tipp: In allen Fällen sind eine fachkundige Beratung und das Probeliegen mit dem Kissen zu empfehlen. Eine falsche Kissenwahl kann zu Verspannungen und Schmerzen führen. Rechnen Sie jedoch nach dem Kauf einige Tage Gewöhnungszeit ein, in der leichte Muskelverhärtungen auftreten können.

Das perfekte Kissen für Rückenschläfer

Sind Sie Rückenschläfer? Dann ist ein Kissen der Größe 40 x 80 cm für Sie genau richtig. Achten Sie darauf, dass Ihre Schultern nicht auf dem Kissen liegen. Entsprechend sollte das Kissen relativ flach sein, denn den Kopf positionieren Sie am besten waagerecht zum Rest des Körpers. Ergonomisch ist das Kissen, wenn es die Halswirbelsäule stützt, ohne den Kopf zu erhöhen und ohne unter die Schultern zu rutschen.

Das perfekte Kissen für Seitenschläfer

Sind Sie Seitenschläfer? Dann ist ein kurzes Standardkissen von 40 x 80 cm für Sie ebenfalls ideal. Zusätzlich sollten Sie die Höhe so wählen, dass Ihre Wirbelsäule eine gerade, waagerechte Linie bildet. Das Schulterblatt liegt im rechten Winkel dazu auf der Matratze, der Hals auf dem Kissen. Stimmen Sie die Höhe daher perfekt auf Ihre Statur ab, um den Halswirbelbereich optimal zu entlasten. Vermeiden Sie besonders weiche Kissen. Diese sinken zu stark zusammen und belasten so die Halswirbelsäule.

Das Nackenstützkissen

In vielen Haushalten gibt es Nackenstützkissen. Diese besonders geformten Kissen sollen den Nacken beim Liegen stabilisieren. Allerdings ist dazu eine feste Position erforderlich. Durch Bewegungen im Schlaf ist diese feste Kopfposition in der Praxis nie gegeben. Als Schlafkissen eignen sich Nackenstützkissen daher teilweise nicht. Nutzen Sie diese Kissen auf dem Sofa, beim Lesen oder ähnlichen Gelegenheiten. Wenn Sie sich dennoch für ein solches Exemplar im Bett entscheiden, achten Sie darauf, dass es möglichst flach ist. Die meisten Nackenstützkissen sind deutlich zu hoch, um darauf ergonomisch schlafen zu können.

Das perfekte Kissen für Bauchschläfer

Als Bauchschläfer sollten Sie ein extrem flaches Kissen nutzen. Der einfache Grund: Durch die Bauchlage überstrecken Sie sonst den Nacken und bilden ein Hohlkreuz. Die Muskulatur im Hals-Nacken-Rückenbereich verspannt sich schnell. Die Wirbel können außerdem nachts eine Fehlstellung bilden, die bei anfälligen Personen zu weiteren Problemen führen kann. Ergonomisch sinnvoll ist es sogar, wenn Sie auf ein Kissen ganz verzichten.

 

Welche Kissenfüllung ist für den Schlaf am besten?

Die Füllung des Kissens hat auf die richtige Schlafposition nur einen geringen Effekt. Jedoch gibt es andere Vorteile, die Sie je nach individueller Situation oder Vorliebe nutzen können.

  • Daunen/Federn
    Der Klassiker unter den Füllungen bietet eine perfekte Mischung aus Stabilität und Komfort. Federkissen sind wärmend und eignen sich besonders für die kalten Monate. Wenn Sie schnell frieren oder gern weich liegen, sind Kissen mit Daunen und Federn eine gute Wahl. Achten Sie jedoch darauf, dass die Füllung nicht zu hoch ist.
  • Füllwatte (Kunstfasern)
    Kunstfaserwatte ist für Sie ideal, wenn Sie gern auf einem weichen Kissen liegen. Das Material gibt außerdem nach und lässt sich so etwas in Form bringen. Das ist ideal für Schläfer, die das Kissen “knautschen”. Allerdings ist Füllwatte anfällig für das Verklumpen beim Waschen.
  • Flocken (Latex oder Schaumstoff)
    Schaumstoffflocken bzw. Latexflocken und teilweise auch Kaltschaumflocken haben den Vorteil, dass sie zwar nachgeben, aber elastisch bleiben. So nehmen die Kissen nach dem Schlafen wieder ihre ursprüngliche Form an. Die Stützfähigkeit ist größer. Zugleich bieten die Kissen eine gute Luftzirkulation.
  • Gelkern/Latexkissen/visco-elastische Schaumkissen
    Kissen mit Latexfüllung oder einem Gelkern stützen sehr gut, halten die Form und wirken kühl. Sie eignen sich gut für Menschen, die nachts schwitzen oder ihre Wirbelsäule stützen möchten. Visco-elastische Schaumkissen sind ähnlich, jedoch temperaturabhängig. In kühlen Räumen sind sie etwas zu hart. Bei Wärme geben entsprechend der Körperform nach und bieten ein angenehmes Schlafgefühl.
  • Tierhaare (Kamelhaar, Rosshaar, Schurwolle)
    Füllungen aus Tierhaar eignen sich sehr gut, wenn Sie stark schwitzen. Die natürlichen Materialien transportieren die Flüssigkeit sehr gut vom Kopf weg und bilden eine angenehme Unterlage.
  • Körnerkissen
    Kissen mit Dinkel, Kirschkern oder anderen Füllungen sind grundsätzlich als Wärmespender geeignet. Als Schlafkissen bieten sie zwar Stabilität, erzeugen allerdings bei Bewegungswechseln auch Geräusche und fühlen sich tendenziell hart an.
  • Wasserkissen
    Wie Wasserbetten gibt es Wasserkissen. In den Bezug können Sie eine individuelle Menge Wasser füllen. Durch einen Spezialverschluss dringt dieses nicht nach außen. Ist das Wasserkissen flach genug, bietet es eine sehr ergonomische Stütze des Kopfes. Diese Unterlage wirkt kühl, ist aber nicht atmungsaktiv.

Die Wahl der Füllung hat Einfluss auf die Lage im Bett und die Qualität des Schlafs. Dennoch ist die Kissenfüllung zum größten Teil Geschmackssache. Achten Sie jedoch darauf, dass die Füllung nicht zu hoch und individuell anpassbar (herausnehmbar) ist. Außerdem sollte das Material Ihr Gewicht gut tragen, dabei etwas nachgeben und möglichst den Schweiß abtransportieren. Für Allergiker kommen nur Füllungen infrage, die bei 60 Grad Celsius waschbar sind. Erst bei dieser Temperatur sterben die Hausstaubmilben ab.

Probieren Sie einfach mehrere Kissen und Kissenfüllungen aus. Liegen Sie Probe und lassen Sie sich beraten. Dann finden Sie das Kissen, auf dem Sie am besten und gesündesten schlafen können.

 


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