Entspannter ist es natürlich, wenn Sie ein All-Inclusive-Hotelzimmer in einem Resort buchen. Doch ein Zelturlaub mit der ganzen Familie in der freien Natur bietet neben frischer Luft auch Abenteuer und eine tolle Auszeit zum Alltag. Sie frühstücken in der Sonne, essen Stockbrot und Würstchen am Lagerfeuer und genießen die Natur ausgiebig. Doch Camping mit Kindern sollte gut geplant sein. Wir haben einige Tipps für Sie zusammengestellt.

 

Die richtige Ausrüstung fürs Camping mit Kindern

Wenn Sie häufig Zelten und das nötige Kleingeld haben, lohnt es sich, ein qualitativ hochwertiges Equipment zu kaufen. Dieses sollte leicht und klein sein und vor großer Kälte schützen. Wenn Sie ein günstiges Zelt besorgen, allerdings wissen, dass Sie bereits mit niedrigeren Temperaturen rechnen müssen, benötigen Sie mehr Kleidung und zusätzliche Ausrüstung. Vielleicht kennen Sie ja jemanden, der Ihnen etwas ausleihen kann. Ansonsten lohnt es sich, im Vorfeld ein paar Tage mit der Familie in der Umgebung zu Campen. So wissen Sie, ob Sie zum „richtigen“ Camping mit Kindern aufbrechen und sich auch eine gute Ausrüstung anschaffen möchten.

Das richtige Zelt

Beim Camping mit Kindern sollte das Zelt einfach aufzubauen sein, genug Platz für die Familie und das ganze Gepäck haben und außerdem wasserdicht sein. Achten Sie bei einem guten Zelt darauf, dass es doppelt genäht und reißfest ist. Die Wassersäule sollte mindestens 5.000 Millimeter betragen. Je höher sie ist, desto weniger atmungsaktiv ist es – desto häufiger müssen Sie also lüften. Das Zelt sollte nicht zu klein sein.

Planen Sie für jede Person eine Isomatten-Breite zum Schlafen ein, für kleinere Kinder etwas mehr. Tunnelzelte sind sehr leicht, eignen sich also gut für Kurztrips. Ein bisschen mehr Privatsphäre und Entspannung bieten größere Mehrkabinenzelte. Diese Familienzelte mit getrennten Schlafkabinen eignen sich besonders dann, wenn Sie mit Teenagern reisen. In dem Aufenthalts-Vorraum können Sie ausreichend Gepäck verstauen und bei schlechtem Wetter kann sich die Familie hier für einen Spielenachmittag treffen. Denken Sie aber daran, dass dieser Wohnbereich meist keinen Boden hat, weshalb Sie eine Plane unterlegen sollten.

Isomatte und Schlafsack

Jeder Mitreisende benötigt einen Schlafsack und eine Isomatte. Diese sollte auf jeden Fall vor den Temperaturen unter dem Zelt schützen und rückenschonend sein. Praktisch sind zudem selbstaufblasende Matratzen. Verzichten Sie auf Luftmatratzen und Luft-Gästebetten, da diese nicht nur unbequem sind sondern häufig auch schlecht isoliert sind und deshalb nicht vor Kälte von unten schützen.

Der Schlafsack sollte den Temperaturen im Urlaubsort entsprechen, achten Sie deshalb auf den passenden Temperaturbereich. Sie können nachts immer noch zusätzliche Kleidung anziehen, für warme Nächte schadet es aber auch nicht, zusätzlich eine leichte Decke mitzunehmen. Eiförmige Schlafsäcke sind außerdem bequemer und luftiger.

Auch bei Kindern sollten Sie auf den richtigen Schlafsack achten. Bei manchen Babyschlafsäcken können Sie die Ärmel in kühlen Nächten anklipsen. Wichtiger ist hier aber die isolierende Unterlage, vor allem im Kopfbereich. Für größere Kinder benötigen Sie keinen speziellen Kinderschlafsack. Kinder wachsen schließlich noch, also reicht es, einen Erwachsenenschlafsack abzubinden, damit die Füße nicht kalt werden.

Die richtige Kleidung fürs Camping mit Kindern einpacken

Nehmen Sie wind- und wasserfeste Kleidung mit. Ansonsten brauchen Sie keine speziellen Sachen. Das, was auf einer Packliste für den Urlaub steht, benötigen Sie auch hier. Wir haben aber natürlich auch ein paar Tipps für die Kleidung beim Zelturlaub.

Schlafanzüge sollten warm sein. Außerdem müssen Sie bei der Wahl auch daran denken, dass Sie oder die Kinder nachts mal über den Platz laufen müssen. Denken Sie an ein Set mit Regen- und Matschkleidung sowie Regenschirme und Gummistiefel. Im Zelt trocknen nasse Sachen langsamer, weshalb Sie ausreichend T-Shirts und andere Wechselsachen dabei haben sollten.

Besonders wichtig ist Sonnenschutz. Sie sind meist den ganzen Tag draußen, weshalb Sie neben Sonnencreme (und Mückenschutz) auch Sonnenbrille und Sonnenhut einpacken sollten.

Das brauchen Sie sonst noch beim Camping mit Kindern

Denken Sie an die alltäglichen Begleiter. Wenn Ihr Campingplatz keine Küche hat, gehört ein Gaskocher mit auswechselbaren Schraubkartuschen zur Grundausstattung. Achtung: Nicht im Zelt verwenden! Dazu gehören auch ein Camping-Topf-Set und ein Feuerzeug. Geschirr und Besteck Plastik oder Melamin und Töpfe aus Aluminium helfen, Gewicht zu sparen. Auch die einfache Küchenausstattung (Thermoskanne oder Trinkflasche, Messer, Schneidebrett, Dosenöffner, Kelle, Gewürze, Öl, Konserven, Nudeln,…) benötigen Sie für die Zubereitung Ihrer Mahlzeiten.

Außerdem benötigen Sie beim Camping mit Kindern

  • Taschenlampe für nächtliche Suchaktionen und Toilettenbesuche
  • Wasserkanister
  • Kühlbox
  • Wäscheleine
  • Schüssel zum Geschirrspülen
  • Spülmittel, Waschmittel
  • Toilettenpapier, Küchenrolle
  • Mülltüten
  • eine dünne und wasserdichte Plane (Dreck-, Regen- und Sonnenschutz)

Natürlich hängt alles davon ab, wie viel Platz Sie haben. Ein Campingtisch und ein paar Klappstühle sind bequem, aber nicht unbedingt nötig. Meist reicht eine wasserfeste Picknickdecke. Manche Zeltplätze haben auch extra Picknicktische und Küchen, in denen Sie Kochen und Essen können.

Tipp: Wenn Sie Ihr Auto neben dem Zelt parken dürfen, ist dieses ein idealer zusätzlicher Stauraum.

 

Der richtige Zeltplatz für das Familien-Camping

In Europa gibt es unzählige Campingplätze. In den Sommerferien sind diese teilweise lange vorher ausgebucht, doch meist findet sich trotzdem ein kleines Plätzchen. Besser ist es aber, vorher zu reservieren oder zu buchen – besonders, wenn Sie ein schattiges Plätzchen haben möchten.

Die Ausstattung ist sehr unterschiedlich, was man auch an den Preisen merkt. Es gibt zum einen die einfachen Zeltplätze in der Natur, die neben einer Feuerstelle und Toilettenhäuschen nicht viel bieten, es gibt aber auch riesige Anlagen, die jeglichen Komfort bieten. Da gibt es neben einem eigenen Supermarkt auch meist ein Restaurant, Animationen, ein Familienbad mit Badewanne und Wickelkommode und manchmal sogar ein Hallenbad für schlechtes Wetter.

Wildzelten ist zwar eine günstige Alternative, doch leider auch fast überall verboten! Unter bestimmten Bedingungen dürfen Sie das in Skandinavien, Italien und Spanien. In Deutschland sollten Sie sich aber besser zurückhalten – vor allem an touristischen Orten.

Achten Sie bei Ihrem Zeltplatz darauf, dass er windgeschützt und auch ein wenig versteckt ist. Am schönsten ist es, besonders für Kinder, wenn ein Bach oder ein See in der Nähe ist. Räumen Sie den Untergrund vor dem Zeltaufbau frei, damit Steine und Zweige nicht in den Rücken drücken. Beim Camping mit Kindern sollten Sie sich vorher auch informieren, wie der Zeltplatz von Familien bewertet wird. Sie finden im Internet meist auch Angaben, ob es Spielplätze, Kinderanimationen, Waschmaschinen und Wickeltische gibt.

 

Das müssen Sie beim Camping mit Kindern beachten

Manche Kinder fürchten sich vorm Zelten. Nehmen Sie die Sorge Ernst, zeigen Sie den Kids aber, dass es Spaß macht. Lassen Sie keine Langeweile aufkommen und beziehen Sie die Kleinen mit ein. Suchen Sie gemeinsam nach Feuerholz für das Lagerfeuer, bei dem Sie sich gemeinsam Geschichten (keine Gruselgeschichten) erzählen und Stockbrot naschen. Schicken Sie Ihr Kind nicht allein zu den Toiletten, wenn es Angst hat und lassen Sie es nicht allein im Zelt schlafen. Dann kann es Mut fassen, die Angst überwinden und das Zelten als Abenteuer sehen.

Camping mit Kindern: Abwechslungsreiches Vergnügen

Nehmen Sie sich bei der Anreise mit dem Auto Zeit. Legen Sie regelmäßige Pausen ein, in der sich alle die Beine vertreten können. Sie fahren an einer hübschen Stadt vorbei? Trinken Sie einen Kaffee in der City. Es ist Ihr Urlaub, da können Sie ruhig etwas Neues entdecken und sich entspannen. Denken Sie an ausreichend Spiele für die Autofahrt. Kleine Ratespiele und ein Hörbuch sind toll gegen Langeweile. Ansonsten darf natürlich das liebste Kuscheltier nicht fehlen!

Sorgen Sie beim Camping mit Kindern für Abwechslung. Überlegen Sie sich Fang-, Ball- und Wasserspiele für schönes Wetter und auch ein paar Alternativen für Regentage. Der Badeurlaub sollte an einem flachen See oder einer ruhigen Küste sein. Dabei eignet sich Kroatiens Küste hervorragend. Größere Kinder haben meist auch Spaß an Wassersportarten wie Kajak oder Surfen. Ausflugsziele in der Gegend sind eine schöne Abwechslung. Allerdings sollte es nicht zu anstrengend sein, damit es keine große Quengelei gibt. Machen Sie einfach das, was Sie und den Rest der Familie interessiert. Wenn das nicht so gut klappt, müssen Sie gemeinsam Kompromisse schließen: heute besichtigen Sie alle zusammen in die Burg, dass Sie schon immer sehen wollen und morgen geht’s dafür in das Erlebnisbad…

 


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