Bei einem Puzzle handelt es sich um ein Legespiel, bei dem einzelne Teile zusammengesetzt ein Motiv ergeben. Dieses mechanische Geduldspiel bedeutet auf Deutsch so viel wie „Verwirrung“, ist in jeder Generation und Kultur beliebt und hat eine positive Auswirkung auf die Stimmung und geistige Fähigkeit. Doch die meisten Menschen wissen eigentlich so gut wie gar nichts über Puzzles. Wer hat das Puzzle erfunden? Welche Puzzle-Varianten gibt es? Und woher kommt eigentlich das 3D-Puzzle? Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Puzzles.

 

Geschichte: Das Puzzle im Wandel der Zeiten

Der im 18. Jahrhundert in London lebende Kupferstecher und Kartenmacher John Spilsbury gilt als Erfinder des Puzzles. 1763 klebte er eine seiner Landkarten an ein schmales Holzbrett und zerteilte sie entlang der damaligen Landes- und Grafschaftsgrenzen. Das Legespiel verkaufte er als „Lehrmittel für den Erdkundeunterricht“ – allerdings noch ohne der typischen Verzahnung. Das heute verbreitete „Interlocking“-System entstand erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Es soll schon vorher Puzzles gegeben haben. So hängt in einem niederländischen Museum ein älteres Landkarten-Puzzle nach dem gleichen Prinzip und auch Christina von Schweden soll bereits 1650 mit einem zerschnittenen Bild gepuzzelt haben. Doch Spilsbury gilt als der erste kommerzielle Puzzle-Hersteller. Sein Sortiment erstreckte sich über 30 unterschiedliche Karten. Sein Nachfolger erweiterte 175 die Jigsaw Puzzle Kollektion auf weitere Schulfächer und stellte auch die ersten Unterhaltungs-Puzzles her. Zehn Jahre später kam das Puzzle bereits nach Deutschland.

Zuerst stellte man Puzzles aber als Einzelfertigung her. Sie waren aufgrund des Materials, importiertes Zedern- oder Mahagoniholz, sehr teuer und waren somit eher den Wohlhabenderen vorbehalten. Erst im späten 19. Jahrhundert entstanden die ersten Spiele aus Karton oder Sperrholz und waren dann auch für die restliche Bevölkerung erhältlich. Der neue Trend breitete sich über Europa aus. Bunt aufgemalte oder aufgeklebte Motive sorgten dafür, dass Puzzles einen hohen Unterhaltungswert bekamen. Der neue Spiele-Spaß eroberte daraufhin die ganze Welt! Der englische Name Jigsaw Puzzle stammt übrigens daher, dass die Puzzles mit Laubsägen gefertigt wurden.

Puzzle: Von der Massenproduktion bis heute

Die Industrialisierung sorgte unter anderem auch dafür, dass Puzzles nun auch in Massenproduktion entstanden. So wurden sie preiswerter und verbreiteten sich noch weiter. Bis heute hat sich bei der Herstellung nicht viel geändert, dazu aber später mehr. Die Zuschnitte wurden immer präziser, der Druck und die Farben stabiler. Somit gewannen die Puzzles an Qualität und die Teile ließen sich besser miteinander verbinden.

Der erste bekannte Puzzle-Hype brach in den USA und England nach Ende des ersten Weltkrieges aus. Ab 1945 ersetzten moderne Stanzen die Sägemaschinen, die Schnitte wurden genormt, Karton als Materialstandard erklärt und es entstanden Puzzles mit über 1000 Teilen – die Massenproduktion konnte losgehen. Besonders Kinder und Jugendliche liebten das Legespiel, doch die Hersteller produzierten immer kompliziertere und unterschiedliche Puzzles. 1960 kam der große Puzzle-Boom und auch Erwachsene präsentierten ihre fertigen Puzzles als Wandbilder.

Bis heute entwickeln sich immer wieder neue Puzzles. Mit modernen Technologien entstehen immer neue Puzzle-Varianten, Motive, Auflagen und Rekorde. Die kniffeligsten Puzzles erhalten immer mehr Teile (derzeitiger Rekord: das Ravensburger Puzzle „Unvergessliche Disney Momente“ hat 40.320 Stücke). Mittlerweile haben sich auch 3D-Puzzle auf dem Markt etabliert. Nichtsdestotrotz setzen viele Lehrer die berühmten Jigsaw Holzpuzzle aber auch noch im Geografie-Unterricht ein.

 

Herstellung eins Puzzles

Vor gut 250 Jahren sägten die Puzzle-Hersteller die Puzzleteile noch mühsam einzeln per Hand aus. Heute ist die Produktion mit Maschinen deutlich schneller und präziser. Die Fertigung der Stanzen geschieht immer noch von Hand, doch mittlerweile stanzen Maschinen die Puzzles.

Zuerst entwirft jemand am Computer das Puzzle-Stanzmuster. Dabei werden das Format sowie die Teilchenzahl bestimmt. Die puzzleform, also die Basis der ganzen Herstellung, „sägt“ ein feiner Laser. Nun werden die Puzzlemuster aus Moosgummiplatten geschnitten. Die vorbereiteten Stanzmesser werden mit einem Alu-Hammer in eine Holzplatte geschlagen und mit den Moosgummi-Puzzleteilen unterlegt. Dies ist nun die Stanzvorlage. Die Stanzen schneiden das Puzzle in seine Form. Stanzen sind scharfe und gebogene Messer in der Form der Puzzleteile. Sie werden von Hand gebogen und präzise angepasst, damit die Puzzleteile später exakt ineinander passen.

Das Motiv drucken die Hersteller nun auf Fotopapier, welches sie dann auf eine stabile Pappe kleben. Dies muss nun zwei Tage trocknen, damit das Motiv fest mit der Pappe verbunden ist. Die Motivpappe schiebt die Produktion in die Stanzmaschine, die Stanzmesser drücken sich so in die Pappe. Der Moosgummi verhindert, dass Teile zwischen den Stanzen hängen bleiben. Die Stanzen teilen das Puzzle in die kleinen Stücke und mit einer Rutsche kommen diese in eine Tüte.

 

Die verschiedenen Puzzle-Varianten

Für jedes Alter und jeden Schwierigkeitsgrad gibt es unterschiedliche Puzzle und entsprechend auch eine verschiedene Anzahl von Teilchen. Die Motive und deren Farbgebung haben einen großen Einfluss auf den Schwierigkeitsgrad. Für die Profi-Puzzler gibt es sogar Legespiele, die auf beiden Seiten mit einem unterschiedlichen Motiv bedruckt sind, weshalb sie nicht direkt wissen, welches Teil auf welche Seite kommt. Besonders kniffelig sind auch Puzzles ohne Motiv, die die Spieler nur durch die unterschiedliche Form der Teile zusammensetzen. Und in Zeiten der Digitalisierung gibt es natürlich auch Apps fürs Smartphone, mit denen Sie puzzeln können.

Die 5 bekanntesten „außergewöhnlichen“ Puzzle-Varianten

3D-Puzzle: Die Puzzleteile werden aus Schaumstoff gefertigt und bilden ein dreidimensionales Objekt. Meist sind es bekannte Gebäude wie zum Beispiel das Empire State Building. Die Ebenen setzen Sie wie ein normales Puzzle zusammen, die Ränder haben allerdings Verzahnungen, mit welchen Sie die Nachbarebenen verbinden. Es gibt daneben noch weitere Arten vom 3D-Puzzle, zum Beispiel solche, die wie ein 3D-Bild schimmern, je nachdem, von wo Sie schauen.

Fotopuzzle: Bei einem Foto-Puzzle laden Sie ein eigenes Foto oder Motiv in einem entsprechenden Onlineshop, zum Beispiel PrintPlanet.de, hoch. Der Shop fertigt das Puzzle nach Ihren Angaben an. Dabei ist natürlich das Bild individuell und die Anzahl der Teilchen wählbar. Auch verschiedene Formen stehen zur Verfügung, zum Beispiel als Herz oder Kreis.

Puzzleball: Das Puzzle ist hier – entgegen der klassischen Jigsaw-Puzzles – am Ende eine Kugel. Die verschiedenen Kunststoff-Teilchen sind gewölbt und konisch zugeschnitten. Das bekannteste Motiv ist die Weltkugel, ein Beispiel für den Puzzleball ist das Wikipedia-Logo.

WASGIJ-Puzzle: Der Name weist schon auf die Art des Legespiels hin. Wasgij ist das Palindrom von Jigsaw. So wie der Name hier rückwärts geschrieben wird, wird auch das Motiv rückwärts gepuzzelt. Das Motiv auf der Verpackung ist spiegelverkehrt zum Endergebnis. Es gibt hier noch kniffligere Sonderformen. So puzzeln Sie bei der Mistery-Variante zum Beispiel, was in naher Zukunft geschieht.

Würfelpuzzle für Kinder: Wohl jedes Kleinkind kennt diese Form des Puzzles. Das Bild wird in Quadrate zerlegt und auf eine Seite eines Würfels geklebt. Das wiederholt sich auf den restlichen fünf Seiten mit einem weiteren Bild. Die Kinder müssen zuerst die richtige Seite des Würfels finden, um die passenden Stellen zusammenzusetzen. Bei diesem Lernspiel schulen Kinder gezielt Farben, Formen und ihr räumliches Denken.

 

Alles über das 3D-Puzzle

Moderne 3D-Puzzles erfreuen sich immer mehr an Beliebtheit. Dabei gibt es unterschiedliche Formen und Arten. Die bekanntesten 3D-Puzzles sind Puzzlebälle und jene von Gebäuden, zum Beispiel dem Empire State Building oder dem Tadsch Mahal.

Was ist ein 3D-Puzzle?

Die Abkürzung 3D kennen viele vorwiegend aus dem Kino. Es steht für dreidimensional und wird häufig genutzt, um einen Körper im Raum darzustellen. Meist sind die drei Dimensionen Breite, Höhe und Länge. Ein Puzzle ist ein Geduldsspiel, bei dem viele Einzelteile richtig zusammengesetzt ein Bild ergeben. Bei einem 3D-Puzzle verbindet man die Teile also zu einem Objekt oder erzielt einen Effekt.

Varianten eines 3D-Puzzles

Neben den bereits genannten 3D-Objektpuzzles, die meist ein Gebäude darstellen, gibt es auch viele andere Arten der 3D-Puzzles. Neben dem Puzzleball, dem Puzzleherz und der Puzzlepyramide können Sie auch 3D-Flächenpuzzles kaufen. Hier setzen Sie die Puzzleteile wie bei einem normalen Flächenpuzzle zusammen. Am Ende entsteht der bekannte 3D-Effekt, der durch spezielle grafische Effekte eine dreidimensionale Tiefe suggeriert.

2012 erschienen die ersten 4D-Puzzles. Neben den bereits genannten Dimensionen gibt es bei diesen auch die Zeit als vierte Dimension. Bekannt sind beispielsweise Bilder von Städten, die Sie in ihrem historischen Wachstum puzzeln.

 


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