Ein gesunder und erholsamer Schlaf ist für die Menschen sehr wichtig. Nachts erholt sich nicht nur der Körper von den Anstrengungen des Tages, sondern das Gehirn verarbeitet alles Erlebte. Die heilige Nachtruhe wird mitunter aber durch einen lieben Menschen gestört. Partner von Schnarchern kennen das Problem: Ein lautes und anhaltendes “Ratzen” stört die süßesten Träume. Das bringt den Partner um den Verstand und ist für den Schnarchenden möglicherweise sogar gefährlich. Warum schnarchen Menschen und wie lässt sich dieses abstellen?

Wichtig: Bei anhaltendem Schnarchen holen Sie bitte ärztlichen Rat ein. Dieses scheinbar harmlose Phänomen kann die eigene Gesundheit stark belasten und zu Folgeerkrankungen und einem größeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.

Ursachen für das Schnarchen

Schnarchen ist sehr weit verbreitet. Etwa jeder zweite Mensch schnarcht. Männern etwas häufiger, Frauen etwas seltener. Die Ursache ist rein technisch so zu erklären: Im Schlaf erschlaffen die Muskeln. Das gilt auch für die an den Atemwegen. Atmet der Mensch im Schlaf, beginnen die Muskeln, das Zäpfchen im Rachen, das Gaumensegel, teilweise auch die Zunge leicht zu vibrieren. Der Luftstrom setzt die schlaffe Muskulatur in Bewegung und erzeugt so das schnarchende Geräusch. Grundsätzlich sind auch andere Gründe denkbar: zu große Mandeln, eine Verengung der Atemwege, Polypen oder eine Fehlstellung des Unterkiefers. In den meisten Fällen entsteht Schnarchen jedoch durch die vibrierende Atemwegsmuskulatur.

Wichtig: Neben dem primären Schnarchen gibt es die Krankheit Schlafapnoe. Beim Schlafapnoesyndrom kommt es zusätzlich zum Schnarchen zu längeren Atemaussetzern. Liegen Anzeichen für eine solche Erkrankung vor, ist eine genaue Untersuchung erforderlich!

Risikofaktoren, die das Schnarchen begünstigen

Es gibt einige Risikofaktoren, die das Schnarchen begünstigen. Zum einen nimmt die Wahrscheinlichkeit im Alter zu. Einfacher Grund: Das Gewebe verliert die Spannung. Auch der Hormonspiegel hat wahrscheinlich einen Einfluss. So schnarchen Frauen in den Wechseljahren sowie in der Schwangerschaft häufiger als andere Frauen. Ebenfalls trägt das Schlafen auf dem Rücken zum “nächtlichen Sägewerk” bei. Die Atemwege fallen schneller in eine Position, die das Vibrieren beim Ein- und Ausatmen wahrscheinlicher werden lässt. Weitere Einflussfaktoren, die das geräuschvolle Schlafen begünstigen, sind unter anderem:

  • Übergewicht,
  • Alkohol,
  • Medikamente,
  • Rauchen.

Die Risikofaktoren müssen nicht zwangsläufig zu den typischen Atemgeräuschen führen. Sie tragen jedoch zu einem Umfeld im Nasen-Rachen-Bereich bei, das die Vibration von Gewebe begünstigt.

Schnarchen vorbeugen: Schlafhygiene

Partner von schnarchenden Menschen haben häufig nur eine Wahl: Das gemeinsame Schlafzimmer verlassen und die Nacht auf einer anderen Schlafgelegenheit verbringen. Spätestens wenn die Verursacher tagsüber müde und schlapp sind, Konzentrationsstörungen auftreten, die Libido nachlässt oder depressive Verstimmungen auftreten, ist der Besuch eines Arztes ratsam. Nicht nur aus Liebe zum Partner, denn die möglichen Gefahren für die eigene Gesundheit sind abzuklären.

Jeder kann jedoch in einem gewissen Umfang dazu beitragen, dem eignen Schnarchen vorzubeugen. Das Stichwort ist Schlafhygiene. Darunter ist ein optimales Umfeld für den eigenen Schlaf zu verstehen. Die möglichen Maßnahmen reichen von Sport über Essgewohnheiten und Handy- sowie TV-Konsum bis hin zu einer angenehmen Wohlfühlatmosphäre im Schlafzimmer.

  • Essen und Genussmittel: bewusster Konsum
    Häufig unterschätzt sind einfache Maßnahmen beim Essverhalten. Schnarcher sollten auf Alkohol und Genussmittel weitgehend verzichten. Es ist außerdem ratsam, nicht zu spät zu essen. Die letzte Mahlzeit sollte einige Stunden vor der Bettgehzeit liegen und keine schweren Lebensmittel enthalten. Muss der Körper das Abendessen mit Kraftanstrengung verdauen, begünstigt dies ggf. das Schnarchen.
  • Handy, TV & Co. vermeiden
    Es ist völlig in Ordnung, abends vor dem Fernseher oder mit dem Handy langsam zur Ruhe zu kommen. Aus dem Schlafzimmer gehört beides verbannt. Weniger Elektrogeräte begünstigen einen erholsamen und ruhigen Schlaf.
  • Kühle und frische Luft im Schlafzimmer
    Zu einer guten Schlafhygiene gehört die Raumluft. Vor dem Schlafen sollten Schnarcher das Schlafzimmer gut lüften und idealerweise die Temperatur herunterregeln. Kühle, frische Luft begünstigt einen erholsamen Schlaf. Nicht immer ist es ratsam, bei geöffnetem Fenster zu schlafen. Ist die Geräuschkulisse zu groß, sollte dieses geschlossen bleiben.
  • Angenehme Matratze, Decke und Kissen
    Zur Schlafhygiene gehört außerdem das Bett selbst. Die Matratze sollte angenehm hart sein, jedoch weit genug einsinken. Die Decke darf keinen Hitzestau verursachen und das Kopfkissen sollte den Kopf unterstützend betten. Wenn der Körper bzw. die Wirbelsäule in einer waagerechten Linie liegt, ist es optimal. Kissen und Zudecke transportieren möglichst Feuchtigkeit ab und liegen angenehm auf der Haut.

Medizinische Hilfe bei Schnarchen

Schlafhygiene trägt zu einem wohligen Gefühl und einem gesunderen Schlaf bei. Diese vermeidet jedoch in erster Linie nur Risikofaktoren, die ihrerseits die Schnarchwahrscheinlichkeit steigern. Wer häufig und laut schnarcht muss daher ggf. auf medizinischen Rat durch einen spezialisierten Arzt zurückgreifen. Die bekannte Option, eine Murmel oder einen Tennisball in den Schlafanzug einzunähen, ist jedoch nur bedingt erfolgreich. Dieses Hausmittel erschwert die Rückenlage, ändert aber an den Ursachen des Schnarchens nichts. Starke Schnarcher lassen sich davon selten beeindrucken. Nicht ausreichend nachgewiesen ist außerdem die Wirkung von Anti-Schnarchmitteln wie Lutschpastillen, Ölen, Mundwasser, Sprays, Pflastern oder Mundknebel. Hilfreicher ist da schon das Musizieren mit einem Blasinstrument. Denn das Blasen in das Instrument trainieren die betreffenden Körperregionen und beugen so mittelfristig Schnarchen vor.

Es gibt allerdings medizinische Hilfsmittel bzw. Maßnehmen, mit denen Betroffene das Schnarchen eindämmen können. Dazu gehören:

  • Entfernen von Polypen oder Mandeln, sofern medizinisch geboten.
  • Tragen einer Schnarchschiene/Aufbissschiene, die den Unterkiefer etwas nach vorn schiebt und so das Schnarchen reduzieren kann.
  • Operatives Straffen des Gaumens, um nächtliche Vibration beim Atmen zu mindern.
  • Operationen an Zunge, Nase und Nasennebenhöhlen, soweit medizinisch unabdingbar.
  • Vergrößerung des Nasen-Rachen-Raums hinter der Zunge.
  • Bei Schlafapnoe hilft eine Atemmaske, die Atemaussetzern und Schnarchen entgegenwirkt.

Ob eine solche Therapieform im individuellen Fall hilft, kann nur ein Mediziner sagen. Wichtig für Schnarcher ist jedoch, dass diese einen Arzt, HNO-Arzt oder ein Schlaflabor aufsuchen, um die Ursachen des Schnarchens zu ergründen. Nur dann ist eine Therapie überhaupt möglich. Sowohl der eigenen Körper als auch der Partner wird es ihnen danken. Denn das nächtliche Konzert stört die Nachtruhe und Regeneration aller Beteiligten.

 


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