In Deutschland ist das Frühstück sehr unterschiedlich. Die einen bevorzugen Müsli und Obst, die anderen ein Toast mit Schokoladenaufstrich, wieder andere gönnen sich ein Vollkornbrötchen mit Wurst oder Käse. Doch andere Länder, andere Sitten. Wir schauen uns an, wie die Welt so frühstückt.

 

Frühstück in Europa

Auch innerhalb eines Kontinents gibt es wesentliche Unterschiede. Im Gegensatz zu unserer großen Auswahl beim Frühstück ist das der Südeuropäer eher schlicht. Italiener trinken einen Espresso im Stehen. Dazu gibt es einen Cornetto, der einem Croissant ähnelt. Die Franzosen genießen zum Café au lait ein Pain au Chocolat. In diesen Ländern fällt dafür das Mittag- und Abendessen üppiger aus.

English Breakfast

Das klassische englische Frühstück ist sehr deftig und kalorienreich – kein Wunder bei den kalten und regnerischen Tagen. Dieses besteht aus Eiern, Wurst, Speck, Pilzen, einer gekochten Tomate, Bohnen und manchmal sogar Bratkartoffeln. Dazu landet der „Black Pudding“ auf dem Frühstücksbrettchen. Diese Masse besteht aus Schweineblut, Hafergrütze, Zwiebeln, Mehl und Gewürzen.

Übrigens: nicht alle Briten bevorzugen ein fettiges Frühstück. In Schottland frühstücken die meisten häufig mit Haferbrei, dem Porridge.

Frühstück in Schweden

Die Schweden mögen es am Morgen gerne knusprig. Ihr Knäckebrot belegen Sie dabei am liebsten mit Käse, Schinken, Marmelade oder auch Heringssalat. Ein anderer Frühstücksklassiker der Skandinavier ist Filmjölk, eine milde, sämige Dickmilch. Diese garnieren sie mit Beeren oder Apfel.

Türkisches Frühstück

Das klassische türkische Frühstück besteht aus Schafskäse, Oliven, Eiern, Tomaten, Gurken, Paprika, Marmelade, Honig, türkischem Tee und Sucuk, einer scharfen Wurst. Dabei essen die Türken meist mit den Händen. Sie nehmen ein Stück Fladenbrot und nehmen die Speisen vom Tisch damit auf.

Statt eines Fladenbrotes bevorzugen einige Simit. Der Weißbrotkringel wird mit Sesam bestreut und ist ein typischer Pausen-Snack. Den ganzen Tag über bieten ihn Verkaufsstände für den kleinen Snack für Zwischendurch an.

So frühstückt man in Spanien

Ähnlich wie die Italiener und Franzosen schlemmen die Spanier auch nicht beim Frühstück. Viele genießen einen Tostada oder ein Sandwich (Bocadillo) mit Schinken und Käse. Bei den Tostadas handelt sich um eine Scheibe getoastetes Weißbrot, die mit Tomatenpüree bestrichen und mit etwas Olivenöl beträufelt wird. Manche legen zusätzlich Käse und Serrano-Schinken darauf.

Die, die lieber eine kleine Süßigkeit essen möchten, greifen zu Churros. Der längliche, in Fett ausgebackene Krapfen wird häufig nicht nur mit Zucker sondern lieber mit Schokolade überzogen. Da fängt der Tag doch richtig süß an…

 

Frühstück in Amerika

Amerika teilt sich in die beiden Kontinente Nord- und Mittel- sowie Südamerika. Wir schauen uns einfach alles zusammen an, da es zwischen manchen Ländern kaum Unterschiede gibt.

Das Brasilianische Frühstück

Sie denken, die Engländer sind die einzigen, die vom deftigen Frühstück nicht genug bekommen? Weit gefehlt. Ein weiteres Beispiel sind die Brasilianer, die zu ihrem schwarzen Kaffee gerne eine Schinken-Käse-Brot oder auch Feijoada essen. Diese dickflüssige Suppe besteht aus schwarzen Bohnen und verschiedenen Fleisch- und Wurstsorten.

Auch die frittierten Süßkartoffelstücke, gekochte Maniokwurzeln und die Käsebällchen sind nicht gerade ein Zeichen für einen gesunden Start in den Tag. Dazu noch Kuchen, süßen Brei und Kekse und es ist nicht verwunderlich, dass jedes vierte brasilianische Kind übergewichtig ist. Aber wenigstens einen Pluspunkt gibt es: für einen halbwegs gesunden Start in den Tag sorgen Säfte, Obstsalate und frische Früchte, welche an jeder Straßenecke verkauft werden.

Pancakes: die Spezialität aus den USA und Kanada

Mittlerweile genießen nicht nur die Nordamerikaner ihre Pancakes. Die US-Amerikaner überziehen sie mit einer  großen Ladung Ahornsirup, Bacon und etwas Ahornsirup-Butter. Kanada ist das Hauptproduktionsland für das „flüssige Gold“ mit Karamellaroma, welches aus dem Saft des Ahornbaumes gewonnen wird. So ist es nicht verwunderlich, dass auch die Kanadier ihre Waffeln oder Pancakes mit reichlich Ahornsirup genießen.

Übrigens: Für einen Liter des Sirups benötigt man 40 Liter Ahornsaft!

„Gallo Pinto” aus Costa Rica

Die Ticos, die Einwohner Costa Ricas, frühstücken am liebsten Bohnen mit Reis. Das „Gallo Pinto“ ist sehr sättigend. Am Abend vorher kochen sie den Reis und am nächsten Morgen brutzelt dieser kurz in einer Pfanne mit schwarzen Bohnen, Koriander sowie Pfeffer und Salz.

Seit Jahren streiten sie sich mit den Nachbarn aus Nicaragua über die „richtige“ Zubereitung und die Herkunft der Speise. Im Nachbarland kochen sie das „Gallo Pinto“ nämlich auch – nur eben mit roten anstatt mit schwarzen Bohnen.

 

Frühstück in Asien

Der riesige Kontinent Asien steckt voller unterschiedlicher kulinarischer Besonderheiten, natürlich auch bei der ersten Mahlzeit des Tages.

Chinesisches Frühstück

Da China ein so großes Land ist, unterscheiden sich die morgendlichen Essgewohnheiten auch je nach Region. Die meisten Chinesen bevorzugen you tiao. Diese frittierten Teigstreifen gibt es zu warmer Sojamilch und Tee. Aber auch Dim Sum oder eine heiße Suppe ist dort ein willkommenes Frühstück.

So frühstücken die Japaner

Auch in Japan essen viele zum Frühstück eine Suppe. Zur Miso-Suppe mit Tofu gibt es häufig Reis, fermentierte Sojabohnen (Natto), eingelegtes Gemüse und rohes Ei. Miso ist eine Paste aus Sojabohnen, die in einer heißen Brühe aufgelöst wird. Das deftige Frühstück kommt daher, dass viele Reisbauern auf dem Land den ganzen Tag auf dem Feld arbeiten. Dadurch haben sie keine Zeit für das Mittagessen und langen morgens kräftig zu.

Das Frühstück in Indien

Die würzige Küche Indiens macht auch vor dem Frühstück keinen Halt. Viele Inder essen morgens Idli. Zu diesen Küchlein aus Reismehl gibt es eine scharfe Linsensauce, Sambar. Außerdem gibt es hauchdünne Pfannkuchen, Dosa. Dabei rühren sie einen Teig aus Wasser, Reis- und Bohnenmehl zusammen. Dazu servieren Inder Chutney, eine pikante Sauce aus eingekochten Früchten.

 

Frühstück in Afrika

Das afrikanische Frühstück ist sehr abwechslungsreich. Fast jedes Land hat unterschiedliche Vorlieben zum Start in den Tag. Von süß bis würzig ist alles dabei.

Frühstücken wie ein Ägypter

Vom süßen Tansania ins würzige Ägypten. Zum Frühstück kochen Sie einen sämigen Brei, den Fuul, aus der Saubohne. Dazu kommen Gewürze, Öl und eine Sesamsauce. Andere bevorzugen Taameya-Bällchen. Für diese Art der Falafel weichen sie die Bohnen über Nacht ein. Am nächsten Morgen zerkleinern die Ägypter diese und mischen den Teig mit Zwiebeln und Gewürzen. Anschließend werden die Bällchen frittiert und zum Frühstück verzehrt.

Frühstück in Uganda

Weder süß noch würzig: in Uganda frühstücken die Leute erst ab 10 Uhr. Dabei essen die Einwohner des westafrikanischen Landes beispielsweise Ugali Porridge. Diesen kochen sie aus Maismehl, Wasser und Salz.

So frühstückt Tansania

In Tansania wird´s richtig süß! Es gibt frittierte Hefebällchen, Mandazis, die wie Krapfen schmecken. Zum Frühstück sind diese besonders zuckrig und der Teig bekommt einen Schuss Kokosmilch. Manche essen danach noch Chapati, die den indischen Pfannkuchen nachempfunden sind.

 


Bilder

© karandaev – Fotolia.com
© exclusive-design – Fotolia.com
© Africa Studio – Fotolia.com
© mizina – Fotolia.com
© tbralnina – Fotolia.com