Ein schönes Kissen ist nicht nur angenehm zum Kuscheln, Hinfläzen oder Schlafen. Es ist auch ein dekoratives Element. Es gibt unzählige Kissen mit einem schönen Motiv. Manchmal möchte Sie aber vielleicht einen ganz speziellen Stoff oder ein tolles Muster. Kein Problem! Denn Sie können auch als Anfänger ein schönes Kissen selbst nähen. Das ist weit weniger schwer, als es scheint.

Was benötigen Sie zum Nähen eines Kissens?

Bevor es losgeht, benötigen Sie neben einer Idee Materialien, um das Kissen zu nähen. Ausgehend von einem Kissen von ca. 40 x 40 cm (typisches Sofakissen) benötigen Sie folgende Dinge:

  • das Kissen,
  • Soff für den Bezug in ausreichender Größe (hier mindestens ca. 55 x 115 cm),
  • Nähmaschine mit Zubehör und Garn,
  • Schere und Rollschneider,
  • Stecknadeln,
  • Bügeleisen,
  • Maßband/Lienal,
  • Druckknöpfe oder Kam Snaps.

Stoff für das Kissen zuschneiden

Als erstes schneiden Sie den Stoff zu. Genau an dieser Stelle gibt es zwei Varianten. Sie können entscheiden, welche Sie als Vorlage nutzen. Beide führen grundsätzlich zum gleichen Ergebnis. Bei der ersten Variante klappen Sie die gesamte Stofflänge über und nähen die zwei Seiten zusammen sowie das untere Ende für die Knöpfe ab. Bei der zweiten Variante schneiden Sie zwei gleich große Stoffstücke zu, die Sie an den Seiten und oben zusammennähen und unten abnähen. Die wesentliche Vorgehensweise ist gleich. Diese erläutern wir in Variante 1.

Tipp: Es ist zwar nicht erforderlich, den Stoff vorher zu bügeln. Sie können gebügeltes Textil jedoch leichter bearbeiten.

Variante 1: Stoff umschlagen

Die erste Variante erfordert, eine Seite weniger zusammenzunähen. Hier messen Sie wie folgt: Aus der Stoffbahn messen Sie die Breite von 40 cm zuzüglich ca. 15 cm ab. Diese Zugabe ist erforderlich, um einerseits die Naht gut und sicher zu verschließen, andererseits benötigen Sie je nach gewünschter Kissenhöhe eine entsprechende Stoffzugabe. Wir gehen in diesem Beispiel davon aus, dass Ihr Kissen knapp zehn Zentimeter dick ist. Diese Höhe verteilt sich zu je fünf Zentimetern auf die untere und obere Kissenlage. Daher errechnet sich die Stoffbreite aus 40 cm gewünschter Breite zuzüglich je Seite ca. 2,5 cm Höhe (Hälfte der fünf Zentimeter pro Stofflage – linke und rechts jeweils die Hälfte davon) zuzüglich je Seite ca. fünf Zentimeter Nahtkante. Das ergibt die Breite von 55 cm (40 + 2*5 + 2*2,5).

Info: Die Nahtzugabe ist mit fünf Zentimetern pro Seite relativ großzügig. Sie können diese ggf. reduzieren, allerdings sind Zugaben unter zwei Zentimeter zu knapp bzw. schlecht zu nähen.

Bei der Länge messen Sie die doppelte Kissenlänge ab. Aber auch hier müssen Sie die Höhe berücksichtigen sowie die Knopfseite. Den Stoff dort müssen Sie zuerst umnähen und dann mit Knöpfen bestückt ins Kissen einschlagen, um die Seite verschließen zu können.

Schritt für Schritt: Da Sie 40 cm Kissenlänge wünschen, wäre inklusive Zugabe für die Kissenhöhe eine Länge von zunächst 90 cm erforderlich (2*40 cm Länge + 10 cm Höhe). Zudem müssen Sie später den Stoff auf der unteren Kissenseite jeweils einmal oben und unten einschlagen und sauber nach innen umnähen. Hier rechnen Sie also oben und unten wieder jeweils fünf Zentimeter Nahtzugabe hinzu. Sie sind damit bereits bei 100 cm Stofflänge.

Allerdings sind für die untere Kissenkante Druckknöpfe oder Kam Snaps vorgesehen. Um diese gut befestigen zu können, ist es ratsam, eine weitere Zugabe von ca. fünf bis zehn Zentimetern einzuplanen. Sie können dann diese Zugabe später in das Kissen einklappen. Das verhindert unschöne Einblicke auf den inneren Kissenkörper. Wir rechnen mit 7,50 cm pro Stoffende, insgesamt also 15 cm. Das ergibt eine Gesamtlänge von 115 cm. Sie schneiden also eine Stoffbahn von 55 cm Breite und 115 cm Länge zu.

Wichtig: Sie nähen die “linke” Stoffseite, also die Innenseite, zusammen. Arbeiten Sie beim Vorbereiten ebenfalls stets mit der Innenseite, achten Sie ggf. jedoch auf die Muster und das Motiv der späteren Außenseite. Dieses sollte mittig auf dem Kissen liegen.

Nutzen Sie zum Abmessen ein Maßband und zum Schneiden einen Rollschneider (Untergrund beachten!) oder eine besonders scharfe Schere. Achten Sie außerdem auf rechte Winkel an den Ecken. Am Ende haben Sie eine längere Stoffbahn, die Sie in der Mitte zu einem fast quadratischen Rechteck zusammenklappen können.

Variante 2: zwei Stoffflächen ausschneiden

Bei der zweiten Variante gehen Sie ähnlich vor. Der wesentliche Unterschied: Sie klappen die Stoffbahn nicht einmal um, um eine Naht zu sparen, sondern nähen alle Seiten einzeln. Daher benötigen Sie zwei gleich große Stoffe. Analog zur ersten Variante schneiden Sie entsprechend zwei Stoffflächen aus. Da Sie die obere Naht diesmal haben, benötigen Sie zwei Flächen von jeweils 55 x 62,5 cm. Die 62,5 cm der Kissenbezuglänge erklären sich durch: Kissenlänge zuzüglich jeweils fünf Zentimeter Naht pro Kante und 2,5 cm Stoffzugabe für die Höhe pro Kante sowie 7,5 cm Zugabe zum späteren Einschlagen auf beiden Stoffkanten an der unteren, offenen Kissenseite.

Nähmaschine hervorholen: Kissen nähen

Nun gilt es, das Kissen zu nähen. Legen sie die Stoffbahn(en) links (mit der Innenseite nach außen) übereinander und befestige Sie dies Kanten mit Stecknadeln so, dass diese in etwa die Fünfzentimetergrenze nach außen entlanglaufen. Nähen Sie nun die erste Seite mit der Maschine zusammen: die linke oder rechte Seite bei Variante 1, die obere Seite bei Variante zwei. Achten Sie dabei darauf, ein festes, farblich passendes Garn zu nutzen. Wählen Sie den Geradestich. Führen Sie den Nähkopf langsam an der mit Stecknadeln befestigten Kante entlang. Ziehen Sie dabei den Stoff gerade und nehmen Sie vor dem Zusammennähen jeweils die Stecknadel Schritt für Schritt ab. So entsteht eine gerade Naht entlang der abgesteckten Kante.

Tipp: Um die Naht an der Kante zu optimieren, können Sie diese vor dem Nähen bügeln.

So gehen Sie vor, bis alle zwei bzw. drei Seiten bis auf die untere zusammengenäht sind. Das Resultat sieht bereits nach einem Kissenbezug aus. Nun kommt die untere Kante für die Druckknöpfe. Hier gibt es eine zusätzliche Stoffzugabe. Nähen Sie zunächst die Kanten wie gehabt um, jedoch einzeln. Es geht nur darum, die Stoffkanten auf diese Weise zu glätten und ein Aufribbeln zu verhindern. Die beiden Stofflagen nähen Sie hier jedoch nicht zusammen! Denn Sie möchten diese Seite mit Druckknöpfen verschließen.

Bügeln Sie nun alle Nähte. Es ist sinnvoll, dazu die abgenähten Enden aufzuklappen und das Bügeleisen an der Naht entlangzuführen. Damit geben Sie der Naht Stabilität. Bügeln Sie außerdem die unteren Stofflaschen leicht nach innen.

Drehen Sie nun den fast fertigen Bezug auf rechts, also drehen Sie die Außenseite nach außen. Sie haben einen Kissenbezug, der drei genähte Seiten hat und eine offene, nach innen geklappte.

Druckknöpfe anbringen, Kissenbezug abschließen

Nun kommt das Finale. Bringen Sie auf den beiden nach innen geklappten Laschen Druckknöpfe bzw. Kam Snaps an. Nutzen Sie dazu das entsprechende Zubehör zum Anbringen. Achten Sie darauf, dass die Druckknöpfe so auf der Lasche sitzen, dass die zusammendrückbaren Seiten auf der umgeklappten, aber äußeren Stoffseite sitzen. Der Abstand ist von der Größe der Knöpfe abhängig. Je größer die Knöpfe, desto weniger sind erforderlich. Bei 40 cm sollten insgesamt fünf bis sechs Kam Snaps oder Druckknöpfe reichen.

Sind die Knöpfe angebracht, stecken Sie das Kissen in den Bezug und verschließen sie diesen. Ihr neues selbst genähtes Kissen ist einsatzbereit.

 


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