Junge mit EssgeschirrIn den Monaten nach der Geburt steht bei Babys Muttermilch oder künstliche Säuglingsnahrung auf dem Speiseplan. Auch, wenn Sie Ihrem Kind die Flasche geben, ist es für das Baby beruhigend und gut für seine Nerven. Mit der Zeit können Sie langsam beginnen, Ihrem Kind das „richtige“ Trinken beibringen. Die ersten Schlucke sind allerdings häufig eine Herausforderung. Das ist jedoch nicht nur bei Ihrem Kleinkind so – ganz im Gegenteil, das ist völlig normal. Es dauert etwas, bis die kindliche Feinmotorik die Abläufe beherrscht. Bringen Sie also ein bisschen Geduld mit und lernen Sie dem kleinen Fratz Schritt für Schritt das Trinken aus einer Tasse.

Der richtige Zeitpunkt für den Wechsel

Solange Ihr Baby Muttermilch oder Säuglingsnahrung bekommt, braucht es keine zusätzlichen Getränke. Erst mit dem Wechsel zur Beikost, wenn sich also die Trinkmahlzeit langsam in eine richtige Mahlzeit umwandelt, ist es Zeit, dem Kind zunehmend mehr Flüssigkeit zu geben. Vorher bekam es seine Flüssigkeit über die Milch – nun benötigt es eine andere Quelle.

Dabei weiß Ihr Kind selbst am besten, wann es dazu bereit ist. In der Regel passiert das zwischen dem zehnten und zwölften Lebensmonat. Ihr Kind möchte dabei zum Beispiel nach Ihrem Becher greifen oder es versucht, Ihre Trinkbewegungen nachzuahmen. Hält Ihr Baby Gegenstände selbst und sicher, wissen Sie: es ist bereit, das Trinken aus der Tasse zu lernen.

Methoden zum Trinken lernen aus einem Becher

Sie können Ihrem Liebling das Trinken aus der Tasse verständlich machen und ihn beim Lernprozess unterstützen. Die bekanntesten Methoden sind der Trinklernbecher und die spielerische Herangehensweise. Wir stellen Ihnen beide vor. Sie kennen Ihr Baby am besten und wissen, welches System geeigneter ist. Sie können beide aber auch kombinieren. Probieren Sie sich ruhig aus – es ist noch kein (Trink-)Meister vom Himmel gefallen!

Trinklernbecher

Ein Trinkbecher ist ein Hilfsmittel und eine Übergangslösung, um dem Kind den Weg von der Flasche zur Tasse zu erleichtern. Der spezielle Aufsatz mit Sauger ermöglicht es dem Baby, aus dem Becher zu trinken wie aus einer Trinkflasche. Manche dieser Tassen haben Henkel, damit es dem Kleinkind leichter fällt, diese zu halten. Achten Sie allerdings darauf, dass Ihr Baby nicht analog zum Fläschchen am Trinklernbecher nuckelt. Das ist in Extremfällen schlecht für die Entwicklung des Kiefers und der Zähne!

Spielerische HerangehensweiseMutter und Sohn spielen mit Tasse

Geben Sie Ihrem kleinen Schatz eine leere Plastiktasse in die Hand. Wählen Sie dafür am besten einen Kunststoffbecher mit abgerundetem Rand oder auch einen Trinklernbecher. Dieser sollte außerdem nicht zu groß sein. So hat Ihr Kind die Umgebung im Blick und kann die Tasse besser halten. Lassen Sie Ihrem Nachwuchs Zeit, sich mit der Form vertraut zu machen. Ihr Baby kann auch gerne mit dem leeren Becher spielen, so gewöhnt es sich am besten an den neuen Gegenstand und die ungewohnte Form.

Erforschen Sie den Becher gemeinsam und entdecken Sie zusammen die Möglichkeit des Trinkens mit diesem Gefäß. Sie steigern das Interesse des Kleinkinds, wenn Sie die Trinkbewegungen vormachen. Babys und Kinder ahmen gerne die Bewegung von Mama, Papa und anderen Bezugspersonen nach.

Trinken lernen Schritt für Schritt

Hetzen bewirkt bei Lernprozessen häufig das Gegenteil: das Kind verliert das Interesse. Außerdem kann es solche Abläufe auch nicht über Nacht erlernen. Haben Sie also Geduld, auch wenn mal was auf dem T-Shirt landet. So lernt Ihr Baby Schritt für Schritt, wie es aus der Tasse trinkt.

Aller Anfang ist schwer. Natürlich auch bei den ersten Versuchen mit einem richtigen Becher. Haben Sie Ihr Kind bereits mit einem leeren Trinklernbecher oder einem ähnlichen Gefäß spielen lassen ist es mit diesem flalangsam vertraut.  Dennoch gibt es einige Dinge und Sicherheitsvorkehrungen zu beachten:

kleiner Junge spielt mit Tasse

  1. Lassen Sie das Kind den Becher erkunden. Gießen Sie etwas Wasser hinein. Das Kleinkind kann gerne die Finger eintauchen, um die neue Situation zu erkunden. Vielleicht führt das sogar schon zu den ersten Trinkversuchen…
  2. Starten Sie die Übung mit wenig Flüssigkeit. So ist die Gefahr geringer, dass sich Ihr Kind verschluckt – und es landet auch nicht ganz so viel daneben.
  3. Setzen Sie Ihr Kind beim Trinken aufrecht auf Ihren Schoss. Ihr Baby fühlt sich in dieser Position sehr sicher. Sie verringern damit die Gefahr, dass sich Ihr Kind verschluckt. Außerdem haben Sie so einen besseren Überblick und können die Situation gut kontrollieren.
  4. Besonders wichtig ist beim Trinken lernen aus einer Tasse das Material. Hier eignen sich Kunststoffbecher mit abgerundetem Rand am besten. Das Trinkgefäß wird am Anfang häufig runterfallen. Porzellan- oder Glasbecher gehen dabei schnell kaputt und können Ihr Kind verletzen. Meiden Sie außerdem dünne Gläser. Ihr Baby beißt stark auf den Rand des Bechers. Glasgefäße können dabei zerbrechen – was sehr gefährlich werden kann. Ein weiterer Grund, Porzellan-, aber auch Metallbecher zu meisten sind die schnellen und unkontrollierten Bewegungen der Kleinen. Diese Tassen können dadurch für Schäden an den Milchzähnen sorgen!
  5. Sehr wichtig sind Geduld und Verständnis. Sollte Ihr Baby am Anfang nicht ausreichend Interesse zeigen, probieren Sie es einfach später wieder. Erwarten Sie keine Perfektion von Ihrem Kind. Besonders bei den ersten Versuchen wird gründlich was neben dem Mund landen. Aber auch das gehört zum Lernprozess. Wenn Ihr Kind übertreibt und sehr herumalbert, können Sie natürlich eingreifen – aber geben Sie ihm den Freiraum, die neue Situation zu begreifen. Es ist wichtig, dass Sie dem Baby bei Patzern keine Vorwürfe machen, so wird es nur entmutigt.

Vorteile für die Gesundheit

Das zu lange Saugen an Fläschchen kann laut Gesundheitsexperten zu verheerenden Folgen für Kiefer und Milchzähne führen.

Außerdem ist es wichtig, dass Sie Ihrem Nachwuchs kaum bis keine zuckerhaltigen Getränke geben. Diese schädigen die ersten Zähne und können sogar zu Karies führen. Besonders an den vorderen Schneidezähnen, da der schützende Speichel beim Saugen nicht zu ihnen gelangt.

Das richtige Getränk

Ungesüßtes, stilles Wasser ist am besten zum Trinken lernen geeignet. Es stillt den Durst und hat keinen negativen Einfluss auf die Entwicklung der Zähne und des Kiefers. Außerdem gewöhnt sich Ihr Kind so an den Geschmack an Wasser und wird auch später problemlos dieses Trinken – was auch für Heranwachsende und Erwachsene gesund ist. Wenn Sie Ihrem Kind hingegen von Anfang an gesüßten Tee oder Saft geben, wird es sich daran gewöhnen und eine Vorliebe für süße Getränke entwickeln. Das ist besonders für die Zahngesundheit auf Dauer schädlich. Ein weiterer Vorteil von Wasser beim Trinken lernen ist, dass es beim Verschütten keine klebrigen Flecken auf Teppich oder Kleidung hinterlässt.

 


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