Die Silvesternacht wird in Deutschland vor allem mit Bleigießen, pompösem Feuerwerk und leckerem Essen verbracht. Viele schauen auch den Filmklassiker „Dinner for One“ an oder vertreiben sich mit Ihren Familien oder Freunden mit Spielen oder Partys die letzten Stunden des Jahres – bis wir endlich mit unseren vollen Sektgläsern auf das neue Jahr anstoßen. In anderen Ländern sieht die Neujahrsnacht allerdings etwas anders aus. Von roter Unterwäsche über leckere Naschereien bis hin zu Pokerrunden stellen wir Ihnen hier die schönsten und lustigsten Silvesterbräuche weltweit vor. Mögen sie auch Ihnen Glück und Reichtum bescheren!

 

Silvesterbräuche in Europa

Wie in vielen unserer Nachbarländer spielen an Silvester in Deutschland riesiges Feuerwerk und laute Knaller eine wichtige Rolle. Diese Neujahrstradition stammt noch von den Germanen, die mit lautem Krach böse Geister vertreiben wollten. Heutzutage lieben die Deutschen auch Bleigießen. Über einer Kerzenflamme wird das Blei auf einem Löffel erhitzt. Sobald es flüssig ist, schüttet man es schnell in eine Schüssel mit kaltem Wasser. Beim Erkalten entsteht aus dem Blei eine Figur. Nun beginnt das Rätselraten: Anhand dieser Darstellung können Sie angeblich Ihre Zukunft im kommenden Jahr vorhersagen…

Silvestertraditionen in England

Silvesterfeuerwerk in London (Quelle: Stewart Marsden – Adobe Stock)

Das größte Silvester-Feuerwerk gibt es in England. Menschenmassen versammeln sich am Londoner Riesenrad „London Eye“, um neben dem riesigen Spektakel auch an der größten Kostüm-Silvesterparty teilzunehmen. Das Besondere an dem britischen Feuerwerk ist die Inszenierung aus Lasern und Lichttechnik. Wenn die Glocken vom Big Ben Mitternacht und somit das neue Jahr einläuten singen die Briten „Auld Lang Syne“. Anschließend formulieren sie ihre Neujahrswünsche.

Bei den zahlreichen Gesängen gedenken die Menschen an verstorbene Freunde, Verwandte und Bekannte des vergangenen Jahres. Am Neujahrstag naschen die Engländer kleine dreieckige Törtchen, die mit Hackfleisch gefüllt sind. Diese sind beliebte „Neujahrs-Geschenke“, die Glück bringen sollen.

Spanische Silvesterbräuche

Den letzten Abend des Jahres verbringen die Spanier meist mit leckerem Essen und einem guten Wein im Kreise ihrer Familie. Nach dem Essen gehen sie zusammen auf die verschiedenen Fiestas auf den Straßen. Die Spanier haben zudem einige Silvestertraditionen. So stoßen sie zum Beispiel um Mitternacht mit Sektgläsern an – in die sie vorher einen goldenen Ring warfen. Das soll natürlich Glück bringen.

Ein lustiger Silvesterbrauch hat mit roter Unterwäsche zu tun. Frauen wählen diese Farbe für ihre Silvester-Dessous, damit das neue Jahr viel Leidenschaft bereithält. Noch besser ist es, rote Unterwäsche geschenkt zu bekommen. Das verspricht angeblich nicht nur flammende Leidenschaft sondern auch die große Liebe.

Sehr weit verbreitet ist der Brauch rund ums Verspeisen von Weintrauben. Punkt Mitternacht sollen die Spanier pro Glockenschlag eine Traube essen, damit sich alle Wünsche erfüllen. Wer bis zum 12. Glockenschlag nicht fertig ist, hat angeblich Unglück. Die Feiernden orientieren sich dabei an der Rathausuhr in Madrid, der Puerta del Sol. Da es schon mehrere Erstickungstode gab, dauern die Glockenschläge der Madrider Rathausuhr 3 Sekunden. So haben die Spanier insgesamt 36 Sekunden Zeit für die 12 Trauben. Diese Tradition gibt es auch in Portugal und Argentinien.

Silvestertraditionen in Portugal

Neben dem Weintrauben-Brauch, den es auch in Spanien gibt, hält Portugal noch andere Neujahrbräuche bereit. So halten die Portugiesen um Mitternacht eine Münze fest in der Hand. Diese soll ihnen finanzielles Glück bringen. Daneben schlagen die Menschen Pfannen und Töpfe zusammen oder zertrümmern Geschirr, um böse Geister mit einer gehörigen Portion Lärm zu vertreiben.

Das Neujahrsbaden und das Tragen neuer Kleidung bringt den Portugiesen zufolge ebenfalls Glück und Geldsegen. Mit einem mitternächtlichen Sprung vom Stuhl starten die Menschen zudem mit Schwung und Elan ins neue Jahr.

Silvesterbräuche weltweit: Silvester in Schottland

Hogmanay-Feuerwerk über Edinburgh (Credit: Robbie Shade)

Da Neujahr einer der wichtigsten schottischen Feiertage ist, kann der Jahreswechsel, hier „Hogmanay“ genannt, schon mal über drei Tage lang sein – vom Silvesterabend bis zum Morgen des 2. Januars. An „Hogmanay“ gibt es viele verschiedene Bräuche, das Fest ist eine Mischung aus der heidnischen Wintersonnenwende und dem Julfest der Wikinger.

Die Schotten stoßen natürlich mit einem Whiskyglas an – was sonst?! Das klassische Silvestergetränk ist aber „Hot Pint“, ein Mix aus Bier, Whisky und Eiern. Die Schotten trinken dies bei einem der zahlreichen Fackelumzüge mit Dudelsack-Musik. Dazu gibt es „Black Bun“, überbackenes Früchtebrot und „Haggis“, gefüllte Schafsmägen. Um Mitternacht singen sie wie die Engländer auch das keltische Lied „Auld Lang Syne“.

Ein beliebtes schottisches Silvesterritual ist das „First Fotting“. Dabei ist die erste Person, vorzugsweise ein guter Freund oder Nachbar, die über die hauseigene Türschwelle tritt, von Bedeutung. Je angenehmer der Gast, desto mehr Glück hat der Besuchte im kommenden Jahr. Klopft übrigens ein Mann mit einer Flasche Whisky, etwas Shortbread und einem Stück Kohle an die Tür einer alleinstehenden Frau soll dies nicht nur Glück in der Liebe bringen…

Silvester in Österreich: im Walzerschritt ins neue Jahr

In unserem Nachbarland Österreich tanzen die Menschen ins neue Jahr. Auf dem Wiener Rathausplatz tanzen die Österreich traditionell den Wiener Walzer, während die Glocke des Stephansdoms das neue Jahr einläutet. Aber auch zu Hause, in einem Club oder auf vielen Straßen des Landes zelebrieren die Menschen den Jahreswechsel im Walzerschritt.

Griechische Silvestertraditionen

Egal, ob zu Hause, auf der Straße oder im Casino: Die Griechen zocken mit Karten- oder Würfelspielen ins neue Jahr. Das Neujahrszocken beginnt am Abend des 31. Dezembers und dauert meist bis zum Sonnenaufgang des nächsten Tages. Im ganzen Land verspielen die Menschen legal oder illegal einen dreistelligen Millionenbetrag. Wer an seinem Spieltisch gewinnt, hat angeblich das ganze Jahr über Glück. Wer Pech im Spiel hat, kann auf Glück in der Liebe hoffen.

Zu Silvester gibt es daneben auch Basiliusbrot und rühren dabei Münzen in den Teig und backen sie mit. Wer beim Essen auf eine Münze beißt oder beim Aufschneiden auf die Münze trifft kann sich auf ein glückliches Jahr in Reichtum freuen.

Bulgarische Neujahrstraditionen

In Bulgarien geht es zu Silvester etwas härter zu. Die Bulgaren schlagen sich gegenseitig auf den Rücken, um sich Gesundheit und Reichtum zu bringen. Dazu nehmen sie einen Ast vom Korneilkirschbaum und schmücken ihn bunt. Als sogenannte „Surwatschke“ dient er dann für die Rückenhiebe. In der Silvesternacht und am Neujahrstag gehen die Kinder damit von Haus zu Haus und schlagen die Bewohner auf den Rücken. Dabei wünschen sie ein gesundes, fruchtbares, reiches und natürlich glückliches Jahr und erhalten im Gegensatz kleine Geschenke.

Silvesterbräuche in Italien

Linsen: Nicht nur in Italien ein beliebtes Silvesteressen. (Quelle: Marzia Giacobbe – Adobe Stock)

Wie auch in Spanien tragen Italienerinnen (und teilweise auch Italiener) zu Silvester gerne rote Unterwäsche, um im neuen Jahr Liebe, Gesundheit, Glück und Leidenschaft zu genießen. in Italien ist es allerdings wichtig, diese roten Dessous geschenkt zu bekommen, damit der Brauch wirkt. Außerdem sollte sie neu sein und am 1. Januar wieder weggeworfen werden.

Um Mitternacht gibt es in Italien traditionell ein Linsengericht mit Schweinshaxe. Die Linsen erinnern an Münzen, wodurch diese Speise symbolisch für Geldsegen steht. Das bringt – so sagen die Italiener – Wohlstand und Reichtum.

Silvestertraditionen weltweit: Silvester in Russland

Da es in Russland elf verschiedene Zeitzonen gibt stoßen die Menschen auch je nach Region zu unterschiedlichen Uhrzeiten an. Anders als wir leben die Russen vorwiegend nach dem Julianischen Kalender. Demnach findet Silvester wie auch Weihnachten am 13. Januar statt. Aus diesem Grund schmücken die Russen auch traditionell den Weihnachtsbaum („Jolka“) mit viel Lametta, bemalten Glaskugeln, Papierschlangen und Figuren von Väterchen Frost und seiner Enkelin Snjegurotschka.

Im Kreise der Familie essen die Menschen zudem ein großes Silvestermahl. Dabei servieren sie Borschtsch und Kutya, welche symbolisch für Hoffnung stehen, sowie Süßspeisen mit Honig und Mohn, die Freude und Erfolg verheißen sollen. Zudem gibt es die unterschiedlich befüllten Teigtaschen „Pelmeni“. Finden Sie eine Münze in der Teigtasche garantiert dies Ihnen angeblich Wohlstand, ein Püppchen steht für Nachwuchs.

Ist bei uns das Bleigießen eine typische Silvestertradition, prophezeien die Russen die Zukunft im neuen Jahr mit geschmolzenem Wachs. Kurz vor Mitternacht schreiben die Menschen außerdem ihren größten Wunsch auf ein Stück Papier und zünden es an. Die Asche geben sie in ein Sektglas. Wer es bis Punkt Mitternacht ausgetrunken hat, kann sich auf die Erfüllung seines Wunsches freuen.

 

So feiert man Silvester in Amerika

Guckt man sich weltweite Silvesterbräuche an, dürfen natürlich die Nationen, die bekannt für ihre rauschenden Feste sind, nicht fehlen. Gerade in Süd- und Lateinamerika gibt es riesige Straßenfeste, um sich vom vergangenen Jahr zu verabschieden. Wir stellen Ihnen die schönsten und lustigsten Silvesterbräuche von Süd-, Mittel- und Nordamerika vor.

Silvesterbräuche weltweit: Wie feiert man Silvester in Brasilien?

Silvesterfeuerwerk an der Copacabana (Quelle: Stefano – Adobe Stock)

In Brasilien haben die Silvestertraditionen teilweise etwas Romantisches an sich. So stellen die Brasilianer an den Stränden Kerzen auf und zünden diese an. Neben den klassisch weißen Kerzen, die Reinheit und Frieden symbolisieren, gibt es auch gelbe, die für Wohlstand im neuen Jahr stehen und rote Kerzen, die Liebe und Leidenschaft verheißen sollen. Am effektivsten ist es, dabei Unterwäsche in der entsprechenden Farbe (weiß, gelb oder rot) zu tragen, um das entsprechende Glück zu verstärken.

Da an Neujahr in Brasilien traumhafte Temperaturen herrschen, feiern die Brasilianer gerne am Strand von Copacabana. Wie wir bereits wissen, steht Weiß für Reinheit und Frieden. Deshalb tragen die Brasilianer zu Silvester auch sehr gerne weiße Kleidung, in der sie in der Silvesternacht im Meereswasser über Wellen springen. Für jede übersprungene Welle darf sich die entsprechende Person etwas für das neue Jahr wünschen.

Die weiße Kleidung steht übrigens auch für Fruchtbarkeit und die Ehrung der Meeresgöttin Yemanja. Damit sich diese Wünsche im neuen Jahr erfüllen, legen vor allem die Frauen kleine Schiffchen aus Holz ins Meer, die mit Blumen und Süßigkeiten befüllt werden.

Auch das Silvesteressen, der Bohneneintopf „Feijoada“ soll im neuen Jahr Wohlstand bringen. Wie auch in Portugal essen die Brasilianer Punkt Mitternacht zu jedem Glockenschlag eine Traube und können sich bei jedem Gong etwas wünschen. Wer sieben Traubenkerne in Papier packt und aufbewahrt, soll außerdem Glück in der Liebe haben.

Silvester in Ecuador: Lasst die Puppen brennen!

Die Ecuadorianer wollen am letzten Tag des Jahres das Schlechte der Vergangenheit loswerden. Dafür basteln sie riesige Puppen aus alter Kleidung und stopfen sie mit Sägemehl und Papier aus. Die „monigotes“, also Hampelmänner, können Abbilder unbeliebter Politiker aber auch ganz klassisch Hexenköpfe sein. Um Mitternacht verbrennen sie diese auf den Straßen Ecuadors, um Platz für das Gute im neuen Jahr zu schaffen.

Silvesterbräuche in den USA

Times Square New Years Eve Ball (Credit: SimonPix)

Die US-Amerikaner essen traditionell Linsensuppe, die ihnen einen Geldsegen und Glück bringen soll. In anderen Teilen, wie beispielsweise in Pennsylvania, wo einst viele Deutsche siedelten, gibt es meist Sauerkraut. Wichtig ist hier auch die „Nothing goes out“-Tradition. Dabei dürfen die Einwohner das Haus nicht verlassen – nicht einmal, um den Müll rauszubringen oder den Briefkasten zu leeren. Tut man es doch, droht im neue

 

n Jahr Unglück.

Wer es doch lieber draußen krachen lassen möchte, geht zu einem der zahlreichen Maskenbälle oder zur legendären und der größten Silvesterparty der Welt auf den Time Square in New York. Jährlich versammeln sich Tausende von Menschen aus der ganzen Welt und erleben – neben dem spektakulären Feuerwerk – den „Ball Drop“. Die Kugel leitet den 60-Sekunden-Countdown bis Mitternacht ein und senkt sich auf eine 23 Meter hohe Stange herab.

Am Time Square gibt es zudem auch die „Wishing Wall“. Die Menschen schreiben ihre Neujahrswünsche auf Post-its und heften sie an die Wand. Diese werden anschließend eingesammelt, schön durchgemischt und wie Konfetti in die Luft geworfen.

Silvestertraditionen in Argentinien

Am Mittag des 31. Dezembers regnet es in Argentinien Papierschnipsel. Die Menschen schreddern Papiere, Urkunden und andere Unterlagen, die sie nicht mehr benötigen und werfen sie aus den Fenstern. So entledigen sie sich ihrer Altlasten des vergangenen Jahres und schaffen Platz für Neues. Wie auch in Ecuador verbrennen sie zudem Riesenfiguren aus Pappmaché. Dabei gibt es regelrechte Wettstreite zwischen den Stadtteilen von Buenos Aires um die größten und imposantesten Figuren.

 

Weltweite Silvestertraditionen: Neujahrsfeste in Asien

Der mit Abstand größte Kontinent der Welt ist Asien. Da ist es nicht verwunderlich, dass die 46 Länder auch viele unterschiedliche Silvestertraditionen haben. Da viele Asiaten in anderen Teilen der Erde leben, erstrecken sich so manche asiatische Silvesterbräuche weltweit und sind auch in Europa oder der USA bekannt.

Welche Silvesterbräuche gibt es in China?

(Credit: toa555 – Aobe Stock)

Das westliche Silvesterfest verbringen die Chinesen ruhig im Kreise ihrer Liebsten. Dafür feiern sie etwa einen Monat später das chinesische Neujahrsfest nach dem traditionellen Mondkalender. Es ist das wichtigste Familienfest in China. So versammelt sich die ganze Familie bei einem großen Reunion-Dinner. Da viele Millionen Chinesen in ihre Heimatdörfer reisen und regelmäßig Verkehrschaos auslösen erinnert das Neujahrsfest an eine Völkerwanderung. Beim familiären Abendessen gibt es kleine Teigtaschen in Form alter chinesischer Münzen. Diese sollen Reichtum verheißen. Huhn, Bohnenkäse und Fisch stehen daneben für Glück.

Die Vorbereitungen auf das Fest sind ebenfalls wichtig. Das Haus wird gründlich mit Bambuszweigen geputzt. So möchten sie böse Geister vertreiben. Das muss allerdings vor dem Jahreswechsel stattfinden, da das Glück sonst aus dem Haus gekehrt wird. Daneben müssen die Chinesen alle Textilien erneuern und das Haus mit roten und goldenen Glückszeichen schmücken.

Die Farbe Rot spielt eine große Rolle. Der Legende nach schlich das räuberische, menschenfressende Ungeheuer Nyan unbemerkt in Häuser und trieb da sein Unwesen. Da es aber auf die Farbe Rot empfindlich reagiert, vertreiben Chinesen an Neujahr das Untier mit dieser Farbe und lautem Krach.

Unverheiratete Frauen werfen daneben auch noch Mandarinen ins Meer. So sollen heiratsfähige Männer angelockt werden. Eine Stunde, bevor das Jahr zu Ende ist, öffnen schließlich alle Chinesen die Fenster, damit das Glück einziehen kann.

Silvestertraditionen in Israel

Israel richtet sich nach dem gregorianischen Kalender und feiert Ende September oder Anfang Oktober das jüdische Neujahrsfest Yom Kippur, dem höchsten Feiertag des jüdischen Jahres. Er ist der Abschluss der zehntägigen Umkehr und Ruhe. Religiöse Juden blasen in das „Shofar“, ein Krummhorn, um das neue Jahr zu begrüßen. Zum neuen Jahr essen Israelis verschiedene Süßspeisen wie Apfelschnitze, die sie vorher in Honig tauchen. So sollen die guten Eigenschaften die schlechten überwiegen.

Silvester in Japan

Japanische Soba Nudeln (Quelle: Nishihama – Adobe Stock)

Schon Tage vor dem Jahreswechsel feiern die Japaner gemeinsam mit ihren Freunden und Verwandten das Fest des Vergessens, „Bonenkai“. Sie putzen des „alten Schmutz“ aus den Häusern und dekorieren alles mit Blüten und Kiefern. So wollen sie böse Geister vertreiben und gereinigt ins neue Jahr starten.

Das klassische Silvesteressen sind die klebrigen Reisklößchen „Mochi“. Diese kleben aber manchmal im Hals fest, was schon den einen oder anderen Erstickungstod zur Folge hatte. Mittlerweile haben Behörden Warnungen herausgegeben und geben den Tipp, die Klößchen in Form einer Suppe zu servieren. Das letzte Essen des Jahres ist häufig „Soba“, lange und bräunliche Nudeln aus Buchweizen. Die langen Nudeln stehen für ein langes Leben und versprechen finanzielles Glück. Das gilt aber nur für die Japaner, die den Teller auch vor Mitternacht komplett leer gegessen haben.

Nach dem Abendessen gehen die Japaner in einen der zahlreichen Tempel, um sich von den Sünden des vergangenen Jahres zu befreien. In den buddhistischen Tempelanlangen schlagen die Glocken 108 Mal und vertreiben mit jedem Schlag eine Sünde. Anschließend lassen sie beleuchtete Ballons mit Neujahrswünschen vom Tempel aus steigen.

 

Silvesterbräuche in Afrika

In überwiegend muslimisch geprägten Ländern wie Mali essen die Menschen zu Silvester Hühnchen. Dies ist in armen Gebieten ein Luxus, den sie sich für das Neujahrsfest gönnen.

Silvester weltweit: Silvester in Südafrika

Ministrel Carnival in Südafrika (Credit: South African Tourism)

Riesige Silvesterfeiern kommen in Afrika eher selten vor – außer in Südafrika. Am 1. Und 2. Januar feiert die Hauptstadt Kapstadt einen bunten Karneval mit ausgefallenen Kostümen, weiß geschminkten G

esichtern, lauter Musik und dröhnenden Trommeln. Die Tradition um den „Ministrel Carnival“ hat seinen Ursprung in der Zeit der Sklaverei. Im Mittelpunkt des Fests stehen sowohl die  Coloureds, der Farbigen, die von Sklaven aus Südostasien, Westafrika und Madagaskar abstammen als auch die Ureinwohner der Region und die weißen Siedler. Der Festtag entstand am „Emancipation Day“. An diesem Tag in den 1830er Jahren wurden die Sklaven in Südafrika freigelassen.

Höhepunkt der Feierlichkeiten ist die Parade am 2. Januar. Tausende „Ministrels“ tanzen durch die Stadt und feiern den Jahreswechsel. Dieser Tag war auch zu Zeiten holländischer und britischer Kolonialisierung die einzige Zeit im Jahr, in der Leibeigene einige Tage frei hatten.  Die Musik- und Tanzgruppen spielen zahlreiche verschiedene Musiken. Von holländisch-burischen Volksliedern über asiatische Melodien mit Mandolinen, Banjos und Gitarren bis hin zu amerikanischen Charts ist hier alles dabei. Daneben tanzen über 100 000 Menschen gemeinsam ins neue Jahr.

 

Übersicht: Wann beginnt das neue Jahr in anderen Ländern?

Nach deutscher Zeit starten beispielsweise folgende Länder der Reihe nach ins neue Jahr. Es handelt sich hierbei nur um eine Auswahl.

  • 11 Uhr: Samoa, Kiribati
  • 12 Uhr: Auckland (Neuseeland)
  • 14 Uhr: Sydney, Canberra (Australien)
  • 15 Uhr: Queensland (Australien)
  • 16 Uhr: Japan, Korea
  • 17 Uhr: China, Indonesien, Philippinen
  • 18 Uhr: Vietnam, Thailand
  • 19:30 Uhr: Indien, Sri Lanka
  • 20 Uhr: Malediven
  • 21 Uhr: Seychellen, Mauritius
  • 22 Uhr: Saudi-Arabien, Moskau (Russland)
  • 23 Uhr: Griechenland, Südafrika, Ägypten, Zypern
  • 0 Uhr: Italien, Frankreich, Deutschland, Tunesien
  • 1 Uhr: Großbritannien, Portugal, Marokko
  • 3 Uhr: Rio de Janeiro (Brasilien)
  • 4 Uhr: Argentinien, Uruguay
  • 5 Uhr: Bolivien, Chile, Dominikanische Republik
  • 6 Uhr: New York (USA), Kuba, Peru
  • 7 Uhr: Costa Rica, Mexiko-Stadt
  • 8 Uhr: Teile von Kanada
  • 9 Uhr: Los Angeles (USA), Teile von Mexiko
  • 11 Uhr: Hawaii (USA)
  • 12 Uhr: American Samoa
  • 13 Uhr: Baker- und Howlandinsel