Bunte T-ShirtsJeder liebt sie und jeder hat mehrere von ihnen im Schrank – T-Shirts! Kaum ein anderes Kleidungsstück ist so vielseitig einsetzbar, so unkompliziert, so preiswert zu haben und so sehr Objekt der Begierde wie das T-Shirt. T-Shirts bringen Lässigkeit und Style in den Alltag. Im Business stehen sie für Dynamik und Modernität, im Club für die Lust am Tanzen, die Verweigerung, sich modischen Gesetzen zu unterwerfen und sind ein Bekenntnis zur Jugendkultur. Den klassischen T-Shirt-Träger gibt es ebenso wenig wie die typische T-Shirt -Trägerin. Eltern stecken ihre Babys in winzige Shirts mit witzigen Aufdrucken. Kinder tragen T-Shirts ihr ganzes Schulleben lang. Jugendliche zeigen im T-Shirt, dass sie gar nicht daran denken, so langweilig wie die spießigen Erwachsenen herumzulaufen. Aber auch immer mehr junge Eltern, Mittvierziger und Senioren beweisen, dass sie im T-Shirt gut aussehen, aktiv sind und das Leben einfach etwas lockerer angehen möchten.

Von Sport, Spaß und Stil

Sport T-ShirtsWann ist der perfekte Zeitpunkt für ein T-Shirt? Die Antwort lautet: immer! T-Shirts sind ideal, um Sport treiben. Vom Joggen über Zumba bis hin zum Krafttraining sind anliegende T-Shirts aus elastischen Fasern für zahlreiche Sportarten hervorragend geeignet. Doch die Grenzen zwischen Sport- und Freizeitkleidung verwischen immer mehr. Schon lange ist es kein Problem mehr, in T-Shirt und Turnschuhen in die Bar, in den Club und sogar ins Theater zu gehen. Sportswear ist aus der Alltagsbekleidung der meisten Menschen nicht mehr wegzudenken. Dabei lässt sich das T-Shirt auch chic stylen. Wer möchte und über das nötige Kleingeld verfügt, kann Designershirts im Wert von mehreren tausend Euro kaufen. Gerade junge Mädchen setzen dagegen auf extrem günstige T-Shirts, die sie in den Läden der angesagten Textilriesen zu Spottpreisen kaufen und nach einer Saison ausrangieren. Mit etwas Geschick und einigen hübschen Accessoires lässt sich das T-Shirt zu einem stillvollen Kleidungsstück verzaubern, mit denen eine Dame mühelos auch im Büro besteht.

Menschen in T-Shirts begegnen einem heute überall. Zu überzeugend ist das Konzept T-Shirt, das jedem Modeliebhaber verspricht, für wenig Geld und mit wenig Mühe gut auszusehen. Dabei ist es noch gar nicht lange her, dass T-Shirts als unschicklich galten und Männer wie Frauen sie höchstens als Unterwäsche trugen.

Viele Wege führen zum T-Shirt – Geschichte und Herkunft des Lieblingskleidungsstücks

Es kursieren zahlreiche Theorien zur Herkunft des T-Shirts. Einige von ihnen scheinen selbst Modeexperten und Historikern zu verwegen. Andere klingen plausibel, lassen sich aber nicht hinreichend belegen. Klar ist nur, dass die Geschichte des T-Shirts weit zurückreicht.

Vom alten Ägypten bis zur Neuzeit

T-Shirts im alten ÄgyptenWann ist ein T-Shirt ein T-Shirt? Um zu erfahren, in welchem Zeitalter die Geschichte des T-Shirts beginnt, ist die Beantwortung dieser Frage zwingend notwendig. Es lässt sich der Oberkleidung zuordnen, hat einen halben Arm und einen V- oder Rundhalsausschnitt. Die meisten der heutigen T-Shirts bestehen aus reiner Baumwolle. Daneben haben Materialien wie Seide, Viskose und Exotisches wie Leder oder gar Latex ebenfalls ihre Berechtigung. Überlieferungen aus antiken Hochkulturen geben Hinweise darauf, dass schon vor mehr als 2000 Jahren Menschen Kleidungsstücke trugen, die dem heutigen T-Shirt in gewisser Weise ähnelten. Forscher fanden Papyruszeichnungen und Malereien auf Pyramiden, die den Schluss zulassen, dass die Geschichte des T-Shirts bis in die Zeit der Ägypter zurückreicht. Vom bunten Leibchen der Sklaven und Pharaonen bis zur Alltagsbekleidung moderner Menschen war es ein langer Weg. Für viele Jahrhunderte verschwand das T-Shirt unter der Oberbekleidung von Bauern, Fürsten und Geistlichen.

Matrosen, Tee und Militär

Dass Matrosen unverschämt gut aussehen, wussten Frauen schon immer. Auch wenn die Seefahrt ihre Romantik verloren hat, sind Matrosen in schneeweißen Anzügen und mit ihren hübschen Mützen eine echte Augenweide. In der Geschichte des T-Shirts spielen Seeleute eine nicht unerhebliche Rolle. Im ausgehenden 19. Jahrhundert trugen englische Matrosen unter ihren Blusen weiße Wollunterhemden. Um Tätowierungen und eine allzu starke Körperbehaarung zu bedecken, bestand die Royal Navy darauf, kurze Ärmel an die Hemden anzusetzen. Doch die Wollunterwäsche blieb bei den Matrosen unbeliebt: Sie juckte schrecklich und wer sich in den Kampf wagte, schwitzte enorm. So kam es, dass die Wollunterhemden nach dem Ersten Weltkrieg Modellen aus leichter Baumwolle weichen mussten. Auch beim Militär freuten sich die Soldaten über die Abschaffung der Wollunterhemden zugunsten leichterer Baumwollshirts.

Mit der Entwicklung der Strickmaschine in den Jahren 1860-64 schuf der englische Erfinder William Cotton die Voraussetzungen für die kostengünstige Massenproduktion von Baumwollhemdchen. Rundstrickmaschinen ermöglichten zuerst die automatische Strumpfproduktion und dann auch die Herstellung nahtloser Shirts. Schon bald löste die neue Unterwäsche die Einteiler, die Männer und Frauen jahrhundertelang tragen mussten, vollständig ab.

Zum T-Shirt (Tea-Shirt) wurde das Baumwollunterhemd aus einem besonderen Grund erhoben: Verschiedenen Erzählungen zufolge durften die Bediensteten des englischen Adels ärmellose Shirts tragen. Diese sollten die ständigen Teeflecken auf den Hemden der Butler verhindern. Ob diese Anekdoten stimmen oder nicht – im englischen Sprachgebrauch ist auch heute gelegentlich noch vom Tea-Shirt die Rede.

Es lebe der Sport!

Das beginnende 20. Jahrhundert war nicht nur von den Tragödien des Ersten Weltkriegs und der Wirtschaftskrisen geprägt. Mit dem Beginn der Moderne kamen Menschen in den Genuss zahlreicher Arbeitnehmerrechte. Der bezahlte Urlaub war ein Novum. Arbeiter hatte zum ersten Mal so etwas wie Freizeit, die sie für Reisen, Erholung und Sport nutzen konnten. Das T-Shirt begann seinen Siegeszug als Sportbekleidung im Rudersport. Amerikanische Teams beschrifteten als erste ihre Shirts mit Nummern und Namen ihrer Stars. Spätestens, als Coco Chanel Trikotagen aus leichten Jerseystoffen in ihrer Kollektion umsetzte, wurde das T-Shirt zum Modeartikel.

Kaugummis und Freiheit – wie der Zweite Weltkrieg dem T-Shirt zum endgültigen Durchbruch verhalf

T-Shirt im James-Dean-StyleDen endgültigen Durchbruch hatte das T-Shirt im Zweiten Weltkrieg. Amerikanische Soldaten brachten nicht nur Nylonstrümpfe und Kaugummis nach Europa, sondern auch Freiheit und T-Shirts! US-Soldaten zeigten, wozu das weiße Baumwollshirt so alles taugt: Sie benutzten es als Unterhemd, als weiße Fahne und Handtuch. Es nahm wenig Platz im Gepäck ein und sah an gebräunten Männerkörpern ziemlich gut aus. Schon bald wollten nicht nur in den USA alle Männer ein solches Kleidungsstück haben.

Wer glaubt, mit der massenhaften Verbreitung des T-Shirts sei das Kleidungsstück straßentauglich geworden, irrt. Marlon Brando und James Dean, die großen Filmstars der 1950er Jahre, machten das weiße T-Shirt, Jeans und Lederjacken zu Symbolen einer unangepassten, rebellischen Jugendkultur. Erst in den siebziger Jahren, als die Erwachsenenwelt längst vor der Jugend kapituliert hatte, wurde das T-Shirt schulhof- und alltagstauglich.

Vom Unterhemd zum universellen Kleidungsstück

Ein T-Shirt als Provokation?

Ein T-Shirt sorgt heute wohl eher selten für Aufregung. Es gilt als vollkommen normales Kleidungsstück, das Damen und Herren unterschiedlich erfolgreich zu modischen Outfits stylen. Dass das T-Shirt einst als echte Provokation galt, ist im 21. Jahrhundert nur noch schwer vorstellbar.

Das soll Unterwäsche sein?

T-Shirt als UnterwäscheSelbst als Unterwäsche hatte es das T-Shirt nie wirklich leicht. Jahrhundertelang trugen die Menschen einteilige Leibchen, die nicht wirklich schön aussahen und erst recht nicht hygienisch waren. Mit dem T-Shirt als Unterhemd wurde es Pflicht, Wäsche regelmäßig zu wechseln und zu waschen. Kein Wunder, dass diese T-Shirts zunächst auf wenig Gegenliebe stießen: Sie bedeuteten viel Arbeit. Heute sind Unterhemden mit halbem Arm das Normalste der Welt. Herren tragen sie täglich unter dem Businesshemd. Und auch Frauen lassen es sich nicht nehmen, zumindest an kühleren Tagen ein Halbarmunterhemd zu tragen. Die Mode der Einteiler von einst lässt sich nur noch an Bodys erkennen, die an Frauen sehr attraktiv aussehen. Von einem kurzen Revival in den neunziger Jahren abgesehen, sind dagegen Herrenbodys inzwischen annähernd von der öffentlichen Bildfläche verschwunden.

Mit Pfiff und Funktion

Soldaten und Matrosen leisteten wohl eher keinen Widerstand, als die Entscheidungsträger der Armeen beschlossen, das T-Shirt zum Teil der Standardkleidung zu machen. Zu groß war die Erleichterung, die kratzigen, heißen Wollshirts loszuwerden. Sicher spürten die Seeleute auch die bewundernden Blicke ihrer weiblichen Fans, die bei der Ankunft der Marine im Hafen den herrlichen Schiffen sicher keine Aufmerksamkeit mehr schenkten.

Das T-Shirt wurde als Bestandteil der Militärkleidung populär, konnte sich vom Armee-Image aber bald vollständig lösen. Heute denken Menschen eher an Sport als an Krieg, wenn sie jemanden im modischen T-Shirt sehen.

Popkultur: Zeig mir Dein T-Shirt und ich sag Dir, wer Du bist

In der Popkultur spielt das T-Shirt eine zentrale Rolle. Schon dank seiner charakteristischen T-Form mit den verhältnismäßig kurzen Ärmeln und viel Stoff in der Körpermitte bietet es eine riesige Projektionsfläche: Es gibt T-Shirts mit Bandlogos, Sprüchen, politischen Botschaften und Stickereien. Es gibt zerrissene T-Shirts, bauchfreie Shirts und transparente Modelle. Kurzum: Das T-Shirt bietet eine große Fläche zur Selbstdarstellung. Jugendliche und auch sonst alle, die etwas zu sagen haben, lieben T-Shirts!

Rebellen und Rebellion

T-Shirt RebellenMarlon Brando und James Dean schafften es, die Welt zum Kochen zu bringen. Mit schmachtenden Blicken und Oberkörper voller Muskeln gelang es den wilden Jungs nicht nur, die Frauenwelt zu verzücken, sondern auch das Establishment zu entsetzen. Zwei dahergelaufene Kerle mit unflätigem Benehmen sollten plötzlich zu sagen haben, was in ist? Noch heute ist das Konterfei von James Dean ein beliebtes T-Shirt-Motiv. Der Held von einst steht sinnbildlich für Rebellion und Jugendkultur. Sein berühmter Filmkollege Brando und er haben den Zeitgeist und die Mode revolutioniert. Bei den Angehörigen der verschiedensten Jugendkulturen, von den Mods über Punks bis hin zu den Rappern gehören T-Shirts zu den szenetypischen Outfits.

Versteck Dich (nicht)!

Schlabber T-ShirtNachdem sich zwar an der Farbe und der Bedeutung der T-Shirts im Wandel der Jahrzehnte einiges änderte, blieb die charakteristische Form des Kleidungsstückes eher gleich. In den achtziger Jahren wurden weite T-Shirts plötzlich in. Die amerikanischen Hip-Hop-Stars trugen T-Shirts, in denen ihre massigen Körper regelrecht versanken. Aber auch in der europäischen Popbewegung wurde das T-Shirt immer weiter und länger. Es passte hervorragend zu den knallengen Leggings, die damals in Mode waren. Am liebsten mochten jedoch Jugendliche die weiten Shirts. Wer sich mit den Veränderungen seines Körpers beim Erwachsenwerden und auch sonst mit den Regeln und Normen der Erwachsenenwelt nicht abfinden wollte, konnte sich neben der Rollschuhbahn in eine Ecke setzen, sein T-Shirt bis zu den Füßen langziehen und seine zarte Seele in der riesigen Stoffmenge ganz einfach verstecken. Mit den Girlie-Shirts der neunziger Jahre war es mit dem Versteckspiel allerdings wieder vorbei: Unter den hautengen, taillierten T-Shirts zeichnen sich Busen und kleine Röllchen schonungslos ab. Aber auch Muskeln und Tattoos von Männern kommen dank der engen Shirts gut zur Geltung.

Politische Botschaften

Es ist nicht immer möglich, mit einer Fahne in der Hand durch die Gegend zu spazieren. Wer ein politisches Statement abgeben möchte, platziert dieses am besten deutlich sichtbar auf seinem T-Shirt und posaunt auf diesem Weg in die Welt hinaus, was sie oder er zu sagen hat. Atomkraftgegner, Tierschützer und selbst Anhänger der etablierten Parteien machen sich den günstigen Preis, die große Fläche und das rebellische Image des T-Shirts zunutze.

Wer zu uns gehört, trägt unser T-Shirt

In Zeiten von Streamingdiensten und Musik-/Videobörsen verdienen Bands kaum noch Geld mit dem Verkauf von Tonträgern. Neben Konzerttickets sind Merchandisingartikel wie Bandshirts zu einer wichtigen Einkommensquelle geworden. Neben allen wirtschaftlichen Überlegungen sind T-Shirts mit Bandlogo und Künstlerfotos wichtig für das Zusammengehörigkeitsgefühl der Fans. Das Bandshirt öffnet die Türen der angesagten Clubs und dient als Eintrittskarte in eine ganze Welt der Jugendkultur!

Für Kreative und Weltverbesserer – DIY-Shirts

Kreative und Weltverbesserer legen auch gern selbst Hand an, um das perfekte T-Shirt zu kreieren. Ein Klassiker unter den Verschönerungstechniken ist das Batiken. Seit einigen Jahren greifen Kreative zur Nähmaschine, um mit Stofffetzen und bunten Bändern das Lieblingsshirt ihrer Kinder aufzuhübschen. Auch individuell gestaltete T-Shirts, wie sie beispielsweise PrintPlanet.de anbietet, erfreuen sich einer steigenden Beliebtheit.

Bis hierhin und nicht weiter – die T-Shirt-Zone

T-Shirt ZoneWer hätte je gedacht, dass einmal in den Personalabteilungen von Banken, Polizei und Ministerien über eine T-Shirts-Zone diskutiert werden sollte? Mit dem Körperkult des neuen Jahrtausends, dem Krafttraining und der Körperenthaarung entstand der Megatrend Tattoos. Schon heute ist fast die Hälfte aller Menschen unter vierzig Jahren tätowiert. Doch Chefs und Kunden sind großflächigen Tattoos meist nicht gerade zugeneigt. Deshalb wurde die T-Shirt-Zone geschaffen. Tattoos und Piercings, die sich innerhalb der Begrenzung eines gewöhnlichen T-Shirts befinden, gelten als Privatsache.

Wie geht es weiter?

Wie es mit dem T-Shirt weitergeht, ist offen. Klar ist, dass das T-Shirt heute längst als gesellschaftlich akzeptierter Allrounder gilt und für jeden Anlass geeignet scheint. Vielleicht gewinnen Fair-Trade-Shirts weiter an Bedeutung, die gerecht bezahlte Arbeiterinnen und Arbeiter unter würdigen Bedingungen nähen. Möglicherweise bleibt das T-Shirt ein modischer Hit, den Designer in jeder Saison neu erfinden. Daran, dass das T-Shirt in irgendeiner Form und Kombination aktuell bleibt, kann es indes keinen Zweifel geben!


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